| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
Die Muskelpakete des früheren Mr. Universums sind geschrumpft.
Auf Krücken gestützt trat Arnold Schwarzenegger im Januar seine zweite Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien an. (Wir erinnern uns an sein unvergleichliches "Ei'll bi bäck" ...)
Bei einem Skiunfall hatte sich der frühere Kraftprotz den Oberschenkel gebrochen.
Seit fünf Jahren hat der "Gouvernator" eine künstliche Hüfte, ...
... seit zehn Jahren eine neue Herzklappe.
Doch das breite Siegerlächeln, ...
... das er schon als Mr. Olympia ...
... und Held zahlloser Actionstreifen aufsetzte, ...
... ist bis heute geblieben.
Der Self-Made-Mann, ...
... der am 30. Juli 2007 seinen 60. Geburtstag feiert, ...
... hat allen Grund zum Grinsen.
Im April setzte ihn das US-Magazin "Newsweek" als Klimaretter aufs Titelblatt.
"Time" pries den liberalen Republikaner kurz danach als "Neuer Action Held", ...
... der sich von Washington nichts vorschreiben lässt.
Während seine Parteifreunde bei den Kongresswahlen im vergangenen November schwere Niederlagen einstecken mussten, ...
... hatte der gebürtige Österreicher mit seinem umweltfreundlich-moderaten Programm ...
... im liberalen Kalifornien leichtes Spiel.
Als Verfechter drastischer Maßnahmen zur Senkung der schädlichen Treibhausgas-Emissionen prescht er durch die Welt.
Im Juni leistete er Tony Blair ...
... bei dessen letzter Pressekonferenz als Premierminister Beistand.
"Wir haben so viel Macht und Einfluss wie ein ganzes Land ...
... oder gar ein Kontinent", ...
(... oder gar wie ein ganzer Planet?) ...
... brüstete sich der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Staates unlängst in Kanada.
"EuroArnold" hätte beim G-8-Gipfel in Heiligendamm dabei sein sollen, schrieb ein Kolumnist der "New York Times".
Schwarzeneggers Erfolgsstory würde reichlich Stoff für einen Hollywood-Film liefern.
Am 30. Juli 1947 wurde der Polizistensohn in Graz geboren, wo er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs (rechts seine Mutter).
Ein Jahr nach seiner Krönung zum "Mister Universum" wanderte er 1968 in die USA aus, ...
... wo er als Bodybuilder weiter seine Muskeln spielen ließ ...
... und sie schließlich auch in Hollywood zeigen durfte.
Als "Conan, der Barbar" wurde er 1982 weltweit bekannt.
Als "Terminator" katapultierte er sich drei Jahre später - trotz dicken Akzents - ...
... in Hollywoods Topriege.
Den ersten Bezug zur US-Politik hatte Schwarzenegger wohl seiner Ehefrau Maria Shriver zu verdanken.
Seit 1986 ist der überzeugte Republikaner mit der Nichte des ermordeten demokratischen US- Präsidenten John F. Kennedy verheiratet.
Die Familie "just loves Arnie"!
Und nicht nur die!
Seine Eltern sind mittlerweile zwar tot, ...
... aber an mütterlicher Zuwendung fehlt es dem Lausbuben aus der Alpenrepublik in der neuen Heimat wahrlich nicht.
Schwarzeneggers erfolgreichen Balanceakt zwischen finanzpolitisch konservativer aber sozial- und umweltpolitisch liberaler Strategie ...
... schreibt der Politologe Bruce Cain unter anderem Shriver zu.
"Seine Frau hat ihn fest im Griff", ....
... sagt Cain über die frühere Fernsehjournalistin ...
... und vierfache Mutter.
Als Spross des Kennedy-Clans ...
... erschließt sie ihrem Arnie die Wählergruppen, ...
... die ihm sonst vielleicht nicht so zugeneigt wären.
Dabei hat sie ihre eigene Karriere an den Nagel gehängt ...
... und fungiert als Beraterin, ...
... Allround-Unterstützung, ...
... Ur-Einwohnerin ...
... Übersetzerin ...
... oder einfach auch als Sympathieträgerin ...
... an der Seite eines manchmal etwas grobschlächtig wirkenden Mannes.
Let's face it: Das Schönste an Arnie ist Maria.
Seine demokratische Seite.
Am Anfang ist es ihr sicher nicht immer leicht gefallen, ihrem republikanischen Muskelberg zur Seite zu stehen, ...
... doch inzwischen hat sie sich daran gewöhnt ...
... und Gefallen daran gefunden.
Jetzt müsste sie nur noch das Thema Todesstrafe in den Griff bekommen - und schwupps, wäre Arnie nicht nur ökologisch, sondern auch noch menschlich wertvoll.
Auch die vier Kinder gehören zum Gerüst des "Governators": ...
... Christopher, Patrick, Katherine und Christina.
Die kalifornische First-Lady versucht so gut wie möglich, ....
... ihre Kinder aus dem Polit-Show-Zirkus rauszuhalten, ...
... und es ist ihr auch weitestgehend gelungen.
Was ganz anderes will der Arnie beschützen: "Protecting the California Dream" (Den kalifornischen Traum bewahren) war Schwarzeneggers Schlachtruf im letzten Wahlkampf.
Dreieinhalb Amtsjahre liegen noch vor ihm.
Der Frage, was danach kommt, weicht er gewöhnlich aus.
Aber vorsichtshalber hat sich der gebürtige Österreicher auch schon für eine Verfassungsänderung ausgesprochen, ...
... so dass auch im Ausland geborene US-Bürger für das höchste Amt des US-Präsidenten kandidieren können.
Dann könnte ein Österreicher den amerikanischen Traum wahrmachen: Vom Tellerwäscher zum Millionär, ...
... vom Almöhi zum amerikanischen Präsidenten.
Und Maria aus der Kennedy-Dynastie würde dann die demokratischste republikanische First-Lady der Vereinigten Staaten werden.
Ein Traum, oder?
Aber naja, in Amerika nicht ganz so unwahrscheinlich, ...
... denn wie gesagt: Wer hätte gedacht, dass aus dem österreichischen Muskelprotz mal ein ernst zu nehmender Politiker werden würde? (Fotos: ap/ dpa)
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.