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Unterhaltung

Schultern frei und Spaß dabei: Die Berlinale-Frauen

 
Schultern frei und Spaß dabei: Die Berlinale-Frauen

Augen auf, Männer!

Sie sind wieder da: …

… Berlinale-Frauen!

Auch beim 60. Jubiläum der Filmfestspiele stehen sie im Mittelpunkt ...

... und beweisen erneut: …

… Sie sind das starke Geschlecht.

Und das mit den interessanteren Frisuren.

Sicher: Jungs dürfen in Filmen immer noch schön den fiesen Kerl raushängen lassen.

Sie dürfen mit den Fäusten um sich schwingen …

… und ihren neuesten Todesstoß zeigen.

Sie dürfen manchmal sogar ein Mädchen küssen.

Männer sind einfach - spitze!

Die Damenwelt ist begeistert.

Sie schaut voller Andacht auf …

… die Supermänner.

Denn die Frauen können nur nett winken, …

… müssen sich bei technischen Problemen helfen lassen - von Männern, …

… und machen ein freundliches Gesicht, wenn die Krone der Schöpfung Witze erzählt.

Das steht ihnen bis Oberkante Unterlippe.

Denn sie wissen: …

… Wichtig ist auf dem Teppich!

Da können sie ihr wahres Gesicht zeigen.

Dort machen die Frauen nicht nur die schönere, …

… sondern auch die stärkere Figur.

Vor allem im Berliner Winterwetter.

Männer sind bei Minustemperaturen schon über einen roten Schal freudig erregt, ...

… und ohne dicke Mütze lässt sie Mutti ohnehin nicht aus dem Haus.

Oder sie bringen, wie Leonardo DiCaprio, die Mama gleich mit, damit sie beim ersten Hüsteln Kamillentee ans Bett bringen kann.

Männer erkennt man daran, dass sie einen Schirm brauchen ...

... oder sich natürliche Schutzzonen aufgebaut haben.

Die Damen dagegen sehen aus, als ob sie gleich durchbrechen.

Und trotzdem: Kein Fetzen Stoff zuviel.

Sie scheuen kein Zittern, keine Gänsehaut und keine Erkältung.

Jacken sind tabu.

Wobei zur 60. Berlinale besonders ein Trend auffällig ist: …

… die nackte Schulter, …

… Rücken inklusive.

Ist ja nur der kälteste Winter seit Jahren, …

… mit Terroreis …

… und Schneechaos, ...

... Snowmaggedon …

… und Snowpocalypse, wie es in den USA heißt.

Aber die Damen geben sich keine Blöße beziehungsweise gerade diese.

Ist das noch gesund?

Was sagen eigentlich die Krankenkassen dazu?

Vielleicht sollte der Gesundheitsminister das Problem mal anpacken - bildlich gesprochen.

Dass es auch anders geht, zeigen übrigens die Gäste aus Indien, …

… Iran …

… und Japan.

Auch Tilda Swinton setzt eher auf Understatement.

Dass Hollywood dieses Jahr mit weiblichen Abordnungen in Berlin geizt, kann man bedauern - muss man aber nicht.

Denn man kann sich einfach an den zahlreichen Nachwuchstalenten erfreuen, …

… die mit ihrer Natürlichkeit für viel Spaß sorgen.

Die Kroatin Zrinka Cvitesic etwa.

Oder die im Iran geborene Maryam Zaree, die im deutschen Wettbewerbs-Beitrag "Shahada" mitspielt.

Jannike Kruse Jatog kommt aus Norwegen und spielt ebenfalls in einem Wettbewerbsbeitrag mit: "A Somewhat Gentle Man".

Greta Gerwig kann man in "Greenberg" an der Seite von Ben Stiller bewundern.

Die Rumänin Ada Condeescu ist in "If I want to whistle, I whistle" zu sehen, der den Großen Preis der Jury gewinnt.

Peng Lin spielt in "Little Big Soldier" mit.

Wegen Franziska Weisz aus Österreich muss "Der Räuber" um sein Leben laufen.

Die Britin Rebecca Hall spielt in "Please Give" an der Seite von ...

... Amanda Peet.

Ja, die kennt man schon aus Funk und Fernsehen.

Das ist doch kein Grund sich zu schämen.

Genau!

Der größte Jungstar ist allerdings erst acht Jahre alt - er spielt in dem türkischen Film "Honig" die Hauptrolle, der den Goldenen Bären gewinnt.

Die große Medienaufmerksamkeit ist Bora Altas jedenfalls sicher.

Ansonsten sind die Männer derzeit allerdings ein Schatten ihrer selbst.

Was läuft denn da eigentlich schief?

Sie sitzen lustlos in Pressekonferenzen.

Kriegen nicht mal läppische 60 Kerzen ausgepustet.

Und wo früher echte Kerle am Werk waren, …

… legen heute auch die Frauen Hand an.

Vor allem aber: Was den Frauen ihr schulterfreies Kleid, ist den Männern die Gesichtsbehaarung.

Haben die alle ihre Rasierer weggeschmissen?

Verdienen Hollywood-Schauspieler mittlerweile zu wenig für einen Barbier?

Alle Längen, …

… alle Stile, …

… alle Farben.

Manchmal auch nur im Ansatz.

Vermutlich liegt's an Berlinale-Chef Dieter Kosslick.

Der Mann ist und bleibt eine Stilikone.

Und was sagt die altgediente Filmgeneration dazu?

Nicht mal selber probieren?

Aber Herr Scorsese, wir haben da Bildmaterial.

Na, sieht doch schick aus!

So darf Mann sogar auf den roten Teppich.

Und die Damen schauen sich das kritisch, aber interessiert an.

Also, Männer: Charme rausholen.

Dann klappts auch bei den Frauen. (Text: Markus Lippold)

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