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Unterhaltung

Dark Knight: Heath Ledgers Vermächtnis

 
"Dark Knight" hätte auch unter normalen Umständen für großen Wirbel gesorgt.

"Dark Knight" hätte auch unter normalen Umständen für großen Wirbel gesorgt.

Das sechste Batman-Abenteuer zählt schließlich zu den mit Spannung erwarteten Sommer-Blockbustern, die Millionen Fans ins Kino locken.

Der unerwartete Tod von Heath Ledger, der in "Dark Knight" als Joker einen der besten Bösewichte spielt - so schwärmten vorab die amerikanischen Kritiker -, hat das Batman-Fieber in die Höhe getrieben.

Der Australier, der als wortkarger schwuler Cowboy in "Brokeback Mountain" seinen größten Erfolg feierte, war im Januar 2008 in seiner New Yorker Wohnung tot gefunden worden.

Der 28-Jährige starb an einer Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente.

Schon Wochen bevor der Film in den USA anlief (deutscher Kinostart: 21. August 2008) waren die meisten Vorstellungen um Mitternacht und 3.00 Uhr morgens ausverkauft.

Der erwartete Ansturm der Fans ist so groß, dass einige Kinos den Streifen nun auch um 6.00 Uhr früh zeigen.

"Das ist wirklich nicht normal", so der Kinomarkt-Experte Chad Hartigan.

"'Dark Knight' ist der Bestseller des Jahres", versicherte Ted Hong vom Kartenvorverkaufsservice Fandango. "Er übertrumpft im Vorverkauf "Iron Man", "Sex and the City", "Indiana Jones" und "WALL-E"."

Heath Ledgers weißes Gesicht mit rotverschmiertem Mund und schwarzen Augenhöhlen grinst von riesigen Plakaten.

Nicht mit dem Batman-Superhelden im Fledermauskostüm, gespielt von Christian Bale, ...

... sondern mit der unheimlichen Grimasse des Jokers wirbt Warner Bros. für das 180 Millionen Dollar (113 Millionen Euro) teure Leinwandspektakel.

Mit seinem grotesk-gewalttätigen Auftritt spielt Ledger ...

... sogar den diabolischen Joker von Jack Nicholson ("Batman", 1989) glatt an die Wand. Treuen Ledger-Fans mag dieser Anblick einen Schauer über den Rücken jagen.

Ledgers "Dark Knight"-Kollegen preisen dessen letzte Rolle. "Er ist ohne Frage der beste Bösewicht, den ich je auf der Leinwand gesehen habe", schwärmte Oscar-Preisträger Michael Caine, der in "Dark Knight" Batmans loyalen Diener und Freund spielt.

"Mit Heath zu arbeiten war fantastisch", sagte Bale in dieser Woche bei der Filmpremiere in New York.

Bale weiter: "Er reißt den Film an sich, und darüber bin ich recht froh. Er hat so verdammt viel Talent und schafft damit einen ironischen Joker, der als klassische Figur Geschichte machen wird."

Ledgers Eltern waren aus Australien zu der US-Premiere eingeflogen.

"Wir sind so stolz auf unseren Jungen", sagte Vater Kim. Der Film habe ihre Erwartungen weit übertroffen - das denken übrigens auch die Kollegen (v.l.n.r.: Gary Oldman, Michael Caine, Christian Bale, Maggie Gyllenhaal).

Erst in einem halben Jahr werden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben, aber schon jetzt redet Hollywood von einer posthumen Ehrung für Ledger.

Als Ennis Del Mar in "Brokeback Mountain" war er 2006 für den Schauspielerpreis nominiert, doch der Oscar ging an "Capote"- Darsteller Philip Seymour Hoffman.

"Viele Leute reden ständig über Preise, es ist noch zu früh dafür. Aber wenn es einer verdient hat, dann ist es Heath mit diesem Auftritt", sagte Bale kürzlich über Ledgers Oscar-Chancen.

"Es würde mich echt wundern, wenn er keinen Oscar erhält", attestiert Co-Star Gary Oldman. Sollte Ledger im Februar 2009 tatsächlich gewinnen, so wäre er der zweite Schauspieler nach Peter Finch (1976 für "Network"), dem posthum diese Ehre zuteil wird.

Ironischerweise dürfte Ledgers letzter Film sein kassenmäßig größter Erfolg werden.

Und tatsächlich: "Dark Knight", das sechste Abenteuer des Superhelden, hat innerhalb von zehn Tagen alle Rekorde gebrochen ...

... und spielte schon über 300 Millionen Dollar in die Kinokassen.

Damit überflügelten Christian Bale im Fledermauskostüm und Heath Ledger als Bösewicht sämtliche Konkurrenz haushoch.

Schon am Premierentag spielte "Dark Knight" mit Einnahmen von 66,4 Millionen Dollar mehr ein als die dritte Folge seines Spinnen-Kollegen "Spidey" (59,8 Millionen Dollar).

Bei den ersten Mitternachtsvorstellungen brach die Batman- Episode mit 18,5 Millionen Dollar den bestehenden Mitternachtsrekord von "Star Wars - Episode 3" (17 Millionen Dollar).

"Dark Knight" unter der Regie von Christopher Nolan (2.v.l.) hatte schon vor dem Kinostart ein Batman-Fieber ausgelöst. Die Kritiker waren vor allem vom Auftritt Ledgers begeistert, das heizte das Geschäft zusätzlich an.

Die Nachfrage war so groß, dass im Internet Kinokarten bis zu 150 Dollar gehandelt wurden. (Fotos: AP)

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