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Der Gedankenmacher: Leonardo DiCaprio in "Inception"

 
Der Gedankenmacher: Leonardo DiCaprio in "Inception"

Er spielt nur noch in Filmen, auf die er richtig Lust hat.

Und die ihn herausfordern.

Das war bei seinem letzten Film "Shutter Island" so, einem Psycho-Thriller unter der Regie von Martin Scorsese, der zwar nicht den gewohnten finanziellen Erfolg brachte, ...

... aber wieder einmal zeigte, welch ein fantastischer Schauspieler für vorwiegend düstere Charaktere Leonardo DiCaprio doch ist.

Nun kehrt, zwei Jahre nach seinem Blockbuster-Hit "The Dark Knight", Christopher Nolan (r) mit einem futuristischen Thriller über den Diebstahl von Gedanken ins Kino zurück.

Mit dabei: Der Mann fürs Düstere, Hintergründige.

Leonardo DiCaprio lässt sich als Traumexperte in die Tiefen des Unterbewusstseins katapultieren.

Mit "Memento" servierte der britische Regisseur Christopher Nolan 2001 einen preiswert gedrehten, ...

... mehrfach preisgekrönten Thriller, der Wahrheit und Wahrnehmung gegeneinander ausspielt.

Vor zwei Jahren konnte Nolan Hollywood beweisen, dass er auch mit einem Budget von rund 180 Millionen Dollar umgehen kann. Mit "The Dark Knight" drehte er einen Action-Blockbuster mit Tiefgang, der Heath Ledger als Joker posthum einen Oscar einbrachte.

Der Batman-Streifen schaffte es mit einem Einspielergebnis von mehr als einer Milliarde Dollar auf Platz 6 auf der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Jetzt meldet sich Nolan mit dem weltumspannenden Science-Fiction-Thriller "Inception" zurück, der die Zuschauer in die "intime und unendliche Welt der Träume" führt.

"Inception" - das bedeutet "Anfang", "Beginn", und da soll es auch hingehen, ins Innerste eines Menschen: Seine Gedanken.

Wer "Memento" mochte, der wird von "Inception" vielleicht enttäuscht sein.

Denn nicht mit Fingerspitzengefühl, sondern mit actiongeladenen Verfolgungsjagden und Schießereien schickt Nolan sein Team von Industriespionen in die komplizierten Tiefen des Unterbewusstseins.

Und das zweieinhalb Stunden lang.

Nolan würde philosophische Fragen anreißen, "aber am Ende sei er zu taktvoll, zu ängstlich oder einfach zu beschäftigt, um darauf einzugehen", rügte die "New York Times" den mangelnden Tiefgang.

Der Kritiker des Branchenblattes "Hollywood Reporter" ließ sich dagegen von der Action mitreißen: "Eine teuflisch komplizierte, schlaue und unterhaltsame Sci-Fi-Reise durch eine Traumlandschaft, die einen völlig fesselt", so das Lob für die rund 160 Millionen Dollar teure Produktion, die sich auch bei "James Bond"-Filmen bediente.

Leonardo DiCaprio spielt Dom Cobb, einen cleveren Dieb, der mit Hilfe von Extraktion Gedankengut stiehlt.

Bis ein japanischer Auftraggeber (Ken Watanabe) das Gegenteil verlangt: Cobb und seine Spezialisten, die sich samt ihren betäubten Opfern in eine gemeinsame Traumwelt begeben, ...

... sollen einem reichen Manager (Cillian Murphy) eine Idee einpflanzen.

Cobb heuert eine junge Studentin (Ellen Page) als "Architektin" an, ...

... die gleich bei ihrem ersten Testausflug ins Unterbewusstsein ein Pariser Stadtviertel in die Luft hebt und auf den Kopf stellt.

Joseph Gordon-Levitt (2.v.l) ist ein gewiefter Forscher, Michael Caine (r) hat einen kleinen, aber feinen Auftritt, ...

... und Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard ist Cobbs tote Ehefrau, ...

... die in seinen Träumen gefährlich lebendig wird.

Fast zehn Jahre hat Nolan nach eigenem Bekunden an dem Skript geschrieben.

Träume hätten ihn schon immer fasziniert, erzählte der Brite.

Vor allem die Vorstellung, eine Traumwelt mit anderen teilen zu können.

"Ich wollte das Gefühl erzeugen, dass am Ende des Films absolut alles möglich ist. Es musste im großen Umfang passieren", sagte er über sein Traumprojekt, ...

... das unter anderem in Paris, Tokio, London, Marokko und den kanadischen Bergen gedreht wurde.

Zum dritten Mal griff Nolan auf das deutsche Filmmusik-Genie Hans Zimmer zurück. Schon bei "Batman Begins" und "The Dark Knight" fegte der Oscar-Preisträger jeden Anflug von Müdigkeit mit seinem fetzigen Soundtrack sofort weg.

Sie hätten "eine verrückte Menge Geld" ausgegeben, um etwas "in jedem Sinne äußerst Anspruchsvolles" zu liefern, sagte Nolan vor dem US-Kinostart.

Leise lachend fügte er hinzu: "Natürlich gibt es auch jede Menge äußerst anspruchsvolle Reinfälle".

Aber ganz gleich wie gut "Inception" läuft, sein nächstes Projekt hat er mit "Batman 3" schon in der Tasche.

Die Dreharbeiten sollen im kommenden Frühjahr anlaufen. Fans können sich auf den Start des Action-Spektakels im Sommer 2012 freuen.

Jetzt aber erstmal ins Kino.

Und passen Sie auf Ihre Gedanken auf! (soe/dpa)

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