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Unterhaltung

Erfolge und Provokationen einer Pop-Diva: Madonna

 
Madonna - ein Phänomen. Der Spruch: "Entweder man mag sie oder man mag sie nicht!" gilt sicher für viele.

Madonna - ein Phänomen. Der Spruch: "Entweder man mag sie oder man mag sie nicht!" gilt sicher für viele.

Für mich gilt er nicht.

Ich mochte Madonna.

Ich mochte Madonna, als sie noch so richtig daneben aussah, ...

... dafür aber coole Musik machte.

Als ihre Shows diese Art von Provokation boten, ...

... genauso übrigens wie ihre Filme ...

... oder auch ihre Bücher ...

... die das Wort "Provokation" noch verdienten.

Damals war sie so erfolgreich, dass sie Provokation gar nicht nötig hatte.

Aber deswegen war sie, die Provokation, auch so besonders gut.

Sie hatte es nicht nötig und machte doch Dinge, ...

... wie zum Beispiel, sich wie Michael Jackson ...

... in den Schritt zu fassen, ...

... oder gymnastische Verrenkungen, die man bis dahin nur aus dem Zirkus kannte.

Inzwischen wirkt das alles ein wenig bemüht.

Ihre Kostüme sind toll.

Ihr kühler Blick unnachahmlich.

Die Schenkel straff wie nie.

Und dennoch: Wenn sie bei der Show mehr dadurch besticht, ...

... sich 20 Mal umzuziehen, ....

... als durch ihren Gesang, ...

... dann stimmt da doch was nicht.

Sie ist 48.

Hut ab.

Sie sieht toll aus.

Sie sieht besser aus als früher.

In ihren Lieder erweist sie Pop-Titanen wie Abba Reminiszenzen und die Kritiker sind voll des Lobes.

Aber irgendwie war sie so witziger.

Überhaupt - witzig: Ist Madonna witzig?

Können wir ihre Werbung für H&M ernstnehmen?

Sollen wir ihr die Trainingsjackennummer echt abnehmen, wo wir doch alle Nase lang lesen und sehen, dass sie täglich eine neue Hermès-Krokohandtasche spazieren trägt?

Was ist passiert? Diese Pose mit der Außenwelle und auch ihre Auftritte im Aerobic-Anzug wirken irgendwie bemüht.

Damals, wie hier im Jahr 1994, war sie auch mal unperfekt. Das war schön.

Heute ist Madonna immer schön.

Selbst wenn sie reitet, oder zum Sport geht, immer ist sie gestylt.

Gatte Guy Ritchie soll davon auch schon ein wenig angenervt sein.

Ständig will sie zeigen, wie toll sie sich verbiegen kann.

Guy liebt es, wenn sie sich edel gibt.

Oder wenn sie was mit den Kindern unternehmen.

Er wirkt in der Öffentlichkeit immer etwas gequält an der Seite seiner bisher so erfolgreichen Frau.

Sie hat aber wirklich jeden Grund, stolz auf sich zu sein. Sie ist zwar älter geworden, ...

... aber auch schöner.

Sie hat unendlich viele Facetten: Sie ist eine Dame, ...

... und ein (kalkuliertes) Luder, ...

... sie hat die Männer in der Hand, ...

... doch wenn sie der Queen selbige geben muss, wirkt sie schüchtern und ein wenig verlegen. Das macht sie sympathisch.

Ihre Freunde sind im Showbiz anzutreffen: Modedesignerin Stella McCartney ist ihre Freundin ...

... deren Vater Paul bewundert sie.

Rupert Everett ist ihr Freund und war immer dabei, wenn kein anderer Mann da war.

Musikerkollegen wie Lenny Kravitz und ...

... Hollywood-Urgesteine wie Jack Nicholson begleiten sie auf ihrem Weg.

Wie gesagt, Madonna hat tausend Gesichter, auch nicht ganz so günstige, wie hier 1993 bei einer Versace-Show.

Und auch ernste Töne kommen von ihr: Immer wieder tut sie Gutes.

Wie hier bei "Live 8" mit der Äthiopierin Birhan Woldou, die dank "Live Aid" 1984 ein normales Leben führen kann.

Ihre Kabbala-Attitüden allerdings weiß man nicht so recht einzuordnen.

Sie ist begeistert von der jüdischen Mystik, ....

... trinkt nur noch geweihtes Wasser, ...

... doch ihre Umgebung will sich nicht länger von ihr bekehren lassen.

Schade, aber auch sie kann nicht alles haben.

Wenn sie gerade mal nicht religiös ist oder auf der Bühne steht, schreibt sie gerne Bücher.

Die Kleinen lieben Madonna und ihre Sicht der Dinge, wenn sie zum Beispiel von den "English Roses" erzählt.

Ab nicht nur die Kleinen lieben Madonna, auch die Großen. Meistens so sehr, dass sie Bodyguards braucht.

Normalerweise gibt sie sich ganz volksnah.

Das dürfte in Moskau, wenn sie ihren Auftritt am 11. September 2006 hat, schwer werden.

Die Organisatoren des Madonna-Konzerts in Moskau wollen jede Gefahr für den US-Popstar ausschließen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt.

"Die geheimnisvollen kriminellen Strukturen werden keine Chance bekommen, der Sängerin Schaden zuzufügen", sagte ein Sprecher der Veranstalter in Moskau.

Die britische Presse hatte von angeblichen Drohungen der russischen Mafia berichtet: Madonna solle ihr Konzert in Moskau absagen, sonst würden sie und ihre Kinder entführt.

Zuvor hatte sich die russisch-orthodoxe Kirche gegen das erste Konzert Madonnas in Russland ausgesprochen, weil die Bühnenshow gotteslästerlich sei.

Auch in Deutschland hatten die christlichen Kirchen gegen die Show protestiert, in der Madonna an einem Kreuz hängend in die Luft gehoben wird. Vergeblich: Madonna verbucht einen Erfolg!

Das ist sicher kein schöner Anblick, wie die arme Madonna da am Kreuz hängt, (hier als Marlene Dietrich)...

... aber wir wollen die Kirche mal im Dorf lassen: Sie ist eine Sängerin.

Eine Entertainerin.

Und deswegen mag ich sie irgendwann bestimmt auch mal wieder mehr. (Text: Sabine Oelmann, Fotos: AP)

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