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Ein Knall, ein Regen aus rotem Konfetti, und da ist sie: Marie Bäumer, die lebenslustige, temperamentvolle Buhlschaft des Salzburger Jedermann.
Sie schlägt Rad auf dem Festtisch und bringt im Tanz ihren Liebhaber ganz außer Atem mit ungestümer Lebenslust: ...
... Die deutsche Schauspielerin hat bei der Premiere des Salzburger Traditionsstückes nicht nur ihren Partner Peter Simonischek, sondern auch das Publikum für sich eingenommen.
Mit Schwung, starker Präsenz und Pflaster am Knie bereichert Bäumer Christian Stückls lebendige Inszenierung des Mysterienspiels am Salzburger Domplatz.
Das Wetter spielt seinen eigenen Part bei der Premiere Ende Juli 2007: Drohend ziehen schwarze Gewitterwolken auf hinter dem Dom, als Hugo von Hofmannsthals Traditionsspiel vom Sterben des reichen Mannes unter freiem Himmel beginnt.
Immer wieder wehen starke Böen über den Platz. Doch der Regen bleibt aus, das barocke Spiel kann ungehindert im Freien über die Bühne gehen.
Auch nach fünf Jahren hat Stückls (rechts neben Bäumer) neue, immer wieder überarbeitete Fassung nichts an Reiz verloren: Die Riederinger Kinderschar, die zu Beginn ihre eigene Kurzfassung des Mysterienspiels zum Besten gibt, ...
... verleiht dem schwierigen, sprachlich kunstvoll gedrechselten Stück Frische und Direktheit.
Zu den kräftigen Trommel- und Trompetentönen der jungen Musiker am Beginn klettert Sven-Eric Bechtolf lasziv züngelnd an einer Heiligenstatue empor: Er ist erstmals in der Doppelrolle des Teufels und des Guten Gesellen zu sehen.
Auch Clemens Schick (2.v.l.) als neuer Tod, der in steingrauer Körperbemalung die Stufen des Doms herabsteigt und dem feiernden Jedermann sowie seiner Festgesellschaft mit drohender Stimme die Feierlaune austreibt, setzt starke Akzente.
Ebenso wie Bäumer als neue Buhlschaft in weich fließendem, pfirsichfarbenen Kleid. Sie tanzt ihrem Jedermann herausfordernd entgegen, ...
... steckt ihn an mit ihrem Lachen und ihrer Laune, geht zornig ab, als er sie, irritiert von den lauten Rufen, die nur er selbst hört, zurückstößt: eine leidenschaftlich Liebende, die sich dann aber für ihr eigenes Leben entscheidet, als Jedermann sie bittet, ihn in den Tod zu begleiten.
Das ist es auch, worauf sie es angelegt hatte: Sie kündigte bereits an, dass sie eine "junge, wilde Buhlschaft" geben wolle.
"Die Buhlschaft ist die Verkörperung der Natur und des schieren Lebens", so Bäumer Anfang Juli.
Sie hat auch kein ganz so leichtes Erbe anzutreten, denn sie hat viele prominente Vorgängerinnen.
"Jederfrau" - das war bisher fast schon jede Frau: Veronica Ferres beispielsweise.
An ihrer Seite: der österreichische Schauspieler Peter Simonischek.
Auch Nina Hoss ("Das Mädchen Rosemarie") gab ihre Buhlschaft in Salzburg.
Ebenfalls an ihrer schmalen Seite: Jedermann Simonischek.
Und auch Sunnyi Melles gab bereit 1990 ihr Bestes, den Liebsten zu betören.
Nicht alle spielten in Salzburg. Und wurden dennoch ganz genau unter die Lupe genommen. Zum Beispiel Barbara Becker.
Um sich von ihrer Vorgängerin abzugrenzen, lernte sie sogar Geige spielen.
Ihre Vorgängerin, in diesem Fall im Berliner Dom, war Jenny Elvers-Elbertzhagen.
Auch hier dürfte der Jedermann durchaus entzückt gewesen sein.
Und ebenso das Publikum: Es war freudig überrascht.
Weitere Darstellerinnen der Buhlschaft: Dennenesch Zoudé, ...
... Isabell Varell ...
... Sonja Kirchberger, ....
... Sophie Rois, ....
... Marion Kracht und zu guter Letzt, wenn auch nicht als Buhlschaft, jedoch aber im "Jedermann": ...
... Die stets für einen guten Schwank zu habende Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. (Fotos: dpa)
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