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Unterhaltung

Die Grandes Dames Hollywoods: Mirren & Streep mal wieder Oscar-reif

 

Die eine hält sich nicht für so ausgeglichen wie alle denken.

Die andere sagt, sie sei immer viel zu brav gewesen.

Die eine sagt: "Eigentlich bin ich ziemlich mürrisch, ...

... fragen Sie mal meinen Mann", so die mehrfache Oscar-Preisträgerin in der "Zeit".

Die andere sagt: "Ich war nie sehr wild."

"Ich war immer sehr bürgerlich und verklemmt, aber ich fand das nicht gut", erzählte Mirren der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Eines steht jedoch fest: Die Königinnen des roten Teppichs ...

... sind mal wieder für einen Oscar nominiert.

Helen Mirren ist für ihre Rolle der Tolstoi-Gattin in "Ein russischer Sommer" nominiert.

An der Deutschlandpremiere der Geschichte um Leo Tolstoi nahmen sogar zwei Ururenkel und zwei Urururenkel des großen russischen Schriftstellers teil.

Der amerikanische Regisseur Michael Hoffman, der das aufwendig inszenierte Drama ausschließlich in Deutschland gedreht hat, bedankte sich bei Familie Tolstoi für ihre Unterstützung.

"Sie haben uns machen lassen, was wir wollten, auch wenn sie manchmal gedacht haben, wir sind verrückt."

Helen Mirren, die selbst russische Wurzeln hat, spielt an der Seite von Hollywood-Legende Christopher Plummer die Hauptrolle als Tolstois liebende und wütende Ehefrau.

"Sie ist ein sehr explosiver Charakter. ...

... Das Schwierigste an der Rolle war, sie geerdet zu halten, damit es nicht zu theatralisch wirkt", so Mirren über ihre Rolle.

Die Dreharbeiten in Brandenburg, Thüringen und vor allem Sachsen-Anhalt nannte sie eine schöne Erfahrung.

Wegen der schwierigen deutschen Aussprache hat sich die Britin angewöhnt, "Sexy-Anhalt" statt Sachsen-Anhalt zu sagen.

"Ich finde das Land wirklich sehr sexy. ...

... Es war wunderbar, Ostdeutschland, die Landschaft und die Menschen kennenzulernen."

Sachsen-Anhalts Staatsminister Rainer Robra bedankte sich bei Mirren. "Dieses charmante Missverständnis ist seitdem zu einem Markenzeichen für unser Land geworden", sagte er. "Wir selber hätten uns sicher nicht getraut, es so zu sagen."

Der mit internationalen Stars wie Paul Giamatti, Anne-Marie Duff und James McAvoy besetzte Film wird auch für die Oscars gehandelt.

"Ein russischer Sommer" läuft bereits in den deutschen Kinos.

Auch Meryl Streep in "Julie & Julia" war bereits zu sehen.

Meryl Streep hat für die Verkörperung der Starköchin Julia Child in "Julie & Julia" bereits den Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie gewonnen.

Es ist die siebente Golden-Globe-Trophäe für die 60-jährige Schauspielerin, ...

... die zuletzt für "Der Teufel trägt Prada" geehrt wurde ...

... und im Musical-Film "Mamma Mia" durch einwandfreies Singen von Abba-Songs gefeiert wurde.

Streep stach sich quasi selbst aus, ...

... denn sie war gleichzeitig in der Komödien-Kategorie auch für den Streifen "Wenn Liebe so einfach wäre" nominiert gewesen.

Der Film über eine Frau, die eine Affäre mit ihrem Ex-Mann beginnt, läuft bereits in den Kinos.

Ihre Mitstreiterinnen waren die Schauspielerinnen Sandra Bullock (Foto, "Selbst ist die Braut"), Marion Cotillard ("Nine"), und Julia Roberts ("Gemeinsame Geheimsache").

Meryl Streep, ...

... von Kollegen bewundert ...

... und umschwärmt, ...

... von der Presse ...

... und den Fans geliebt, ...

... seit Jahren stilsicher, ....

... klug ...

... und sich selbst treu bleibend, ...

... kann mit dem Hype, der um sie veranstaltet wird, eigentlich gar nichts anfangen.

"Um ehrlich zu sein, haben all die Superlative, mit denen ich gerne beschrieben werde, für mich privat gar keine Bedeutung. ...

... Ich bin mir meiner eigenen Fehler und Makel sehr bewusst, ...

... und zwar als Mutter (sie hat vier Kinder, rechts ihre jüngste Tochter Louisa Gummer), ...

... Ehefrau (mit Ehemann, Bildhauer Don Gummer) ...

... und Schauspielerin.

Die Warmherzigkeit, die ihr oft entgegengebracht werde, ...

... sei auf intellektueller Ebene schwer zu begreifen, sagte Streep weiter, ...

... aber "tief in meinem Herzen macht sie mich sehr glücklich".

"Neulich war ich in China und wurde von Leuten belagert, die immer wieder 'Kramer gegen Kramer' vor sich hinmurmelten. ...

... Da dachte ich mir nur: Dieser Film ist schon so alt und trotzdem hat er auch in diesem Teil der Erde offenbar starken Eindruck hinterlassen."

Wahrscheinlich auch wegen dieser Ehrlichkeit ...

... und eher bescheidenen Art ...

... sind sowohl Helen Mirren ...

... als auch Meryl Streep, die sich über jeden Preis so freut, als wäre es ihr erster, ...

... so geschätzte Kolleginnen.

Ein Star, der erzählt: "Ich habe dagegen angekämpft, gegen meine Natur, weil ich nun mal bürgerlich und verklemmt bin."

Und: "Ich war nicht sehr erfolgreich bei dem Versuch, anders zu sein," ...

... ist schon allein aufgrund dieser Bekenntnisse überaus beliebt.

Im US-Fernsehen hatte Mirren vor kurzem in "Good Morning America" bekannt, ...

... dass sie einen ihrer Rebellionsversuche sehr bereut.

Sie sei "äußerst angewidert" vom Mini-Tattoo an ihrem linken Daumen.

"Ich finde es abstoßend, weil es mittlerweile so Massen-Geschmack geworden ist, ...

... was ich nur schwer mit mir vereinbaren kann."

Als sie es machen ließ, sei sie "sehr, sehr betrunken" gewesen.

Ihren Mann, Taylor Hackford, scheint das nicht weiter zu stören.

Und Frauen, die so lässige Auftritte haben wie diese beiden Oscar-Preisträgerinnen und Anwärterinnen, ...

... gönnen alle einen weiteren Oscar!

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