| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
So großartig wie simpel gibt sich die neueste Location der laufenden Pariser Prêt-a-porter-Woche: ...
Ein weißes Zelt, direkt am Fuße des Eiffelturms, in der etwa Karl Lagerfeld am Mittwoch seine eigene Linie präsentierte.
Großartig und schlicht zugleich wirken viele der französischen Damenkollektionen für Herbst/Winter 2008/09.
Allen voran die von Nicolas Ghesquière für Balenciaga, der am Dienstag mit strenger Eleganz den Ton für die kommende Wintersaison vorgegeben hatte.
Klassik verband er mit Moderne - tadellos geschnittene Kleider, Röcke und Hosen aus feinen Wollstoffen mit futuristischen Teilen aus Latex.
Auch Lagerfeld setzte auf "zart und hart", ...
... schneiderte aus Herrenstoffen in dunklen Farben und teils mit Nadelstreifen den Damen einen mädchenhaften Look auf den Leib.
Schmale Jacken mit präzisen Details wie Pattentaschen kombinierte er zu kelchförmig sich öffnenden Röcken.
Abend-Boleros aus Metallplättchen lieferten Glamour.
Einfach hinreißend war die Schau der Schweizer Luxusmarke Akris im Carrousel du Louvre.
Designer Albert Kriemler schien die klare Konstruktion seiner Entwürfe mit einer Art Weichzeichner überarbeitet zu haben.
Vertikale Linien verwandelte er in sanfte Wellen, ob bei Strickteilen oder in traumhaften Kaschmir-Ensembles.
Stoffstäbe umtanzten die Körper der Models, zarte Muster schimmerten durch Seidenlagen hindurch.
Die Silhouette war langgezogen mit schmalen, nach unten weiter werdenden Hosen, ...
... taillierten Tunika-Oberteilen über Rollkragenpullovern und Röcken aus butterweichem Leder, die in A-Form das Knie bedeckten.
Soft wirkte auch die Farbpalette mit Camel, Graphit, Blaugrau und warmen Ziegeltönen.
In die Tiefen des Waldes und der Wildnis entführte Jean Paul Gaultier schon am Dienstagabend.
Wölfe und Füchse, ...
... Schlangen und Kröten, ...
... Amazonen und Elfen, ...
... aber auch Tiger und Zebras spukten durch die Kollektion, die zu den Klängen von "Peter und der Wolf" über den Laufsteg rauschte.
Passend hierzu erinnerten die nach unten sich öffnenden, schmalen Jerseyhosen in ihren Rotbrauntönen an dünne Baumstämme.
Zu schwarzen Lederkostümen und feinen Samtkleidern trugen die Models Fuchsumhänge oder Wolfskappen, auch die schönen, in lange Streifen geschnittenen Pelzmäntel erinnerten an das Fell von Wölfen.
Allerdings stehen die in den meisten Ländern unter Naturschutz - die Entwürfe waren also wahrscheinlich nicht "wolfsecht".
Dennoch kann man sich vorstellen, dass Tierschützer bei dieser Kollektion voll Pelz und Leder Gaultier in der kommenden Saison auf ihre schwarze Liste setzen.
Zudem wirkten einige der meisterhaft geschnittenen Wollkostüme in Lodengrün oder Glutrot wie eine Hommage an die Künste der Jagd.
Softe - und politisch korrekte - Romantik gab es bei Issey Miyake: ...
... Designer Dai Fujiwara peppte Batik-Kleider in hellem Blau mit Smok- Einsätzen auf, ...
... schneiderte lange Roben aus Romben und Dreiecken zu anziehenden Gebilden ...
... und mischte gekonnt mit Zeichnungen bedruckte Stoffe zu Patchwork-Hosen.
Allerdings nicht unbedingt immer tragbar ... ;-)
Marithé und François Girbaud zeigten Variationen ihrer typischen Silhouette, die Körperbetonung mit voluminösen Formen, etwa im Rock, kontrastiert.
Neu waren Pelzjacken mit Kapuze sowie überweite, in Falten gelegte Nadelstreifen-Hosen mit Trägern, die zu viktorianischen weißen Blusen kombiniert wurden.
Was Juniya Watanabe sich bei diesen Kreationen gedacht haben mag, ...
... wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.
Tsumori Chisati aus Japan setzt jedenfalls auf Rot. Am ganzen Bein.
Aber auch Blümchen und Jaguargrün gehen gut.
Vor allem, wenn der Rest auch so schön farbenfroh ist.
Der Designer Andrew Gn ist zwar in Singapur geboren, ...
... sein Leben in Paris spiegelt sich in seiner klassischen ...
... und an Coco Chanel erinnernden Kollektion jedoch unverkennbar wieder.
Voller Spitze, ...
... klassisch ...
... und unkompliziert wirkt die Mode des hier noch relativ unbekannten Designers.
Kurz, ...
... kürzer, ...
... sündhaft rot: Balmain zeigt, dass es immer noch angesagt ist, zu zeigen, was frau hat.
Bruno Pieters, der junge Belgier, sieht die Frau klassisch.
Vielleicht ein bisschen zu klassisch: Marie Antoinette lässt grüßen.
Gegensätze ziehen an. Das wissen die Pariser Modemacher längst, und so setzen sie in den ersten Tagen der Prêt-à- Porter-Woche der Damenkollektionen für Herbst/Winter 2008/2009 auf sehr eigenständige kontrastreiche Kollektionen.
Allen voran John Galliano, der bei seiner Schau für Dior die subtile Sexyness der 60er Jahre wiederaufleben ließ, ...
... die Katzenaugen und hochtoupierten Haare einer Ursula Andress oder Raquel Welch ...
... mit der mädchenhaften Grazie von Jackie Kennedy oder Jane Fonda verband.
Perfekt passte da der Soundtrack mit Simon & Garfunkels spöttischem "Mrs. Robinson"-Song aus dem Film "Die Reifeprüfung", ...
... der die sexuellen Gelüste einer gutbürgerlichen Ehefrau offen legt.
Schicke schmale Etuikleider in kräftigen Rot- und Orangetönen mit feiner Stickerei in Form von Metallplättchen und Glassteinen waren ladylike aufgemacht mit farblich passenden Plateau-Pumps ...
.... kleinen Lederhandschuhen und großen Handtaschen.
Es gab kurze Nerzmäntelchen ...
... oder Jackenkleider aus kupferfarbenem Satin mit kokettem weiten Röckchen und kleiner Schleife an der Jacke.
In fließenden Entwürfen mit geometrischen Kreismustern und einem Cowboyhut aus Leder wirkten die Mädchen manchmal wie Barbiepuppen.
Für den Abend gaben sie die reiche Reedersgattin im silberglänzenden Steppmantel oder gleich im bodenlangen Pelz.
Logisch, dass John Galliano selbst auch glänzte.
Extravagant wie immer: Die Kreationen der Vivienne Westwood.
Ob das Gesicht bemalt wird ...
... oder die Handtasche: ...
... Hauptsache, nicht langweilig.
Ganz anders ging es dann am Abend bei Yohji Yamamoto weiter.
Gedeckte Farben, bedeckte Körper, so sieht der intellektuelle japanische Designer die Frau im kommenden Winter.
Die Silhouette mit langen taillierten Jacken, gerundeten Säumen und weiten Röcken sowie verschiedenen Barett-Formen auf dem Kopf schien von flämischer Malerei inspiriert zu sein.
Weiches Leder verarbeitete Yamamoto wie Stoff, die Materialien verschmolzen regelrecht ineinander. Neben Schwarz und Grau gab es Braunrot, Laubgrün und einen schönen Cognac- Ton.
Neu waren große Umhängetaschen, schlicht wie die von Kurieren, die Yamamoto zusammen mit dem Luxushaus Hermès fertigt.
Auch Martin Margiela gilt als Denker unter den Designern. "Unterschiedliche, ja gegensätzliche Welten zu vermischen, um eine neue zu kreieren", gab er in der Pressemappe seiner Schau als Motto der Kollektion aus.
Margiela experimentierte wie schon in den beiden vergangenen Saisons mit geometrischen Formen, fast mathematisch wirken seine Versuche, Figur und Stoff diesen anzupassen.
Konische Formen dominierten bei den Entwürfen, etwa in Form von Mänteln oder Kleidern mit sich nach oben öffnendem voluminösem Kragen.
Manchmal ließ der Antwerpener Designer diese "Trichter" oben auf einen vertikalen Balken, etwa einen großen fremdartig anmutenden Schal treffen.
Und damit es nicht gar zu kopflastig wird, gibt es verführerische Stiefel mit metallischem Bleistiftabsatz dazu.
Isabel Marant setzte auf einen entspannten Look.
Ihre kleinen Felljacken zu bäuerlichen Leinenblusen, ....
... lockeren Hosen und Jagdstiefeln aus Hirschleder ...
... oder ihre mädchenhaften Tunikakleider mit exotischen Stickereien wirkten cool und charmant zugleich.
Der amerikanische Designer Jeremy Scott weiß, was Sache ist: ...
Money makes the world go around.
Ob nun bar oder in Kreditkartenform - who cares?
So lange alles im Rahmen bleibt ...
Ein Traum?
Wow!
Oder doch nicht?
Das niederländische Designer-Duo Victor & Rolf finden es sexy, ...
... auch mal nein sagen zu können.
Die Dame hier sieht jedoch eher so aus, als würde ihr ein "Nein" nicht so richtig gut gefallen.
Diese schicken Schuhe gehören zur Kollektion des spanischen Designers ...
... Jose Enrique Ona Selfa für Loewes Herbst-Kollektion.
Christian Lacroix, längst ein Altmeister im Couture-Handwerk, machte mal wieder vor: ...
Zum Kuppelrock kombiniert er ...
.... eine bestickte Jacke mit Tapisserie-Muster, ...
... dann wieder fiel ein korallenfarbenes Kleid in Kaskaden am Körper hinab, ...
... oder ein schwarzer Entwurf öffnete sich unten zum Reifrock und oben zum Fächer.
Prachtvoll wirkten bunte Mäntel mit Pompons, Federn ...
.... oder Seesternen aus Stoff und ornamentalen Mustern.
Der Kolumbianer Esteban Cortazar kombiniert, was sich keine Frau, die über ein wenig Stilbewusstein verfügt, trauen würde: Schulterfrei zu transparent zu Nylonstrumpf. Nun ja, bei Ungaro kostet das sicher dennoch 'ne Stange Geld ...
Durchsichtig auch Riccardo Tisci, wenn er ...
... seine Models nicht hochgeschlossen ...
... und mit der in Fashion-Kreisen umstrittenen Frontrüsche zeigt.
Alles in allem muss man sagen: Recht gemäßigt, die Mode aus Frankreich, und in weiten Teilen sogar tragbar. (Fotos: ap)
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.