Ein Troubadour wie Reinhard Mey geht nicht in den Ruhestand, auch wenn der "ewig etwas verträumte große Junge" mit dem immer noch jungenhaft anmutenden Gesang am 21. Dezember 65 Jahre alt wird. "Was, jetzt schon?!", heißt es auf seiner Internetseite.Bild 1 von 28 Der große Einzelgänger unter den Liedermachern und "Bunte Hund", wie Mey sein im vergangenen Frühjahr erschienenes Album (sein 24. deutschsprachiges Studioalbum und sein 60. insgesamt) genannt hat, will den Geburtstag nicht mehr besonders feiern.Bild 2 von 28 "Wir haben uns vorgenommen, ab sofort die Geburtstage nicht mehr zu zählen, sie nicht wichtig zu nehmen, sondern im Hier und Jetzt zu leben", sagte dazu Meys Ehefrau Hella. Sie feierte zwei Tage vor ihrem Mann ihren 60. Geburtstag.Bild 3 von 28 Das "Hier und Jetzt" heißt in diesem Fall Thailand und Kambodscha, wo schon seit längerem einer ihrer Söhne lebt. Der 1982 geborene Maximilian hat sich dort niedergelassen und seine Liebe zu den Menschen und ihrer Kultur entdeckt.Bild 4 von 28 Und da sein Vater ein ausgesprochener Familienmensch ist, kommt eben "der Berg zum Propheten", und Geburtstag und Weihnachten werden bei etwas anderen Temperaturen als in Deutschland zusammengelegt.Bild 5 von 28 Zumal das elterliche Wohnhaus am Stadtrand von Berlin (hier Mey auf der Terrasse) schon lange nicht mehr "Stammsitz" der drei Kinder ist - der gelernte Zimmermann Frederik ist gerade 31 geworden, das "Nesthäkchen" Victoria-Luise 22, sie studiert Design in London.Bild 6 von 28 Sein eigenes Alter ist für Mey kein Einschnitt in seinem Leben: "Das ist mir völlig schnurzpiepe, es gibt viel einschneidendere Dinge, zum Beispiel, wenn ein Kind aus dem Haus geht."Bild 7 von 28 So liegen denn auch "drei Kisten Kindheit" im Keller seines Hauses, die er natürlich auch in einem seiner Lieder besingt. So ein Kinder-Keller konfrontiert einen nach Meys Worten "auch immer mit Unaufgeräumtem im Leben überhaupt".Bild 8 von 28 Es ist also alles etwas ruhiger geworden und ein bisschen zollt der am 21. Dezember 1942 in Berlin geborene Reinhard Mey dem Alter doch Respekt, wenn er nur noch alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei auf große Tournee geht.Bild 9 von 28 Der Liedermacher, der mit "Über den Wolken" wohl eines der bekanntesten deutschen Lieder schrieb, füllt noch immer mit Leichtigkeit die größten Hallen, die stets lange im Voraus ohne besondere Werbung ausverkauft sind.Bild 10 von 28 Seit über vier Jahrzehnten hat Mey ein treues Fanpublikum, das die Meinung von Götz Alsmann über den Liedermacher teilt: ...Bild 11 von 28 "Er ist kein Mozart und ...Bild 12 von 28 ... kein Goethe, aber ...Bild 13 von 28 ... er ist ein Charles Trenet ...Bild 14 von 28 ... und ein Johnny Mercer, ...Bild 15 von 28 ... ein Fred Buscaglione und ein Paul McCartney.Bild 16 von 28 Wie sie ist er ein Poet für das Hier und Jetzt. Diese Stimme ist ein Teil unseres Lebens geworden."Bild 17 von 28 Der "Einhandsegler" Mey träumt mal vom weiten Horizont und vom Abhauen oder beleuchtet musikalisch-kritisch das deutsche "Narrenschiff" der Politszene.Bild 18 von 28 Mit den Berliner Philharmonikern nahm der Liedermacher mit Pilotenschein "Lilienthals Traum" auf, mit der Sehnsuchtszeile "Du kannst fliegen, ja, du kannst!"Bild 19 von 28 Oder er besteigt mit Reinhold Messner musikalisch den "Nanga Parbat", womit Mey wieder "über den Wolken" wäre.Bild 20 von 28 2005 nahm er nach 23 Jahren wieder ein französisches Album auf, womit Frédérik Mey, wie er sich am Anfang seiner Karriere in Frankreich nannte, zu seinen frankophilen Wurzeln zurückkehrte.Bild 21 von 28 Und der "alte Wolf", wie er sich in einem seiner früheren Lieder mal selber nannte, kann sich auch immer noch aufregen im Alltag.Bild 22 von 28 Ob über die Dudelmusik aus dem Radio oder ...Bild 23 von 28 ... die "große Politik", ...Bild 24 von 28 ... wie zum Beispiel die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr.Bild 25 von 28 Ein "Sänger der heilen Welt" ist er schon lange nicht mehr.Bild 26 von 28 Vor allem wächst in Mey seit längerem schon das Bedürfnis, "das Kostbarste, was man hat, die Zeit, bewusster zu genießen, den Moment zu leben".Bild 27 von 28 So sitzt er auch schon mal am Kamin oder auch am Meer mit einer Flasche Wein, sechs Stunden lang allein, in Gedanken versunken. (Alle Bilder: dpa, AP)Bild 28 von 28