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Der "wunderbare Neger" wird 80: Roberto Blanco - Spaßmacher und Weltbürger

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Was fällt Ihnen beim Namen Robert Blanco zuerst ein? Wetten, dass es ... (Foto: imago/Weckelmann)

Was fällt Ihnen beim Namen Robert Blanco zuerst ein? Wetten, dass es ...

Was fällt Ihnen beim Namen Robert Blanco zuerst ein? Wetten, dass es ...

... "Ein bisschen Spaß muss sein" ist? Dieser Gute-Laune-Schlager ist untrennbar mit ihm verbunden und sein bekanntester Hit.

Ganz oben war er nie und in die Feuilleton hat er es auch kaum geschafft. Doch er war schon immer da, der Mann mit den farbenfrohen Sakkos, ...

... der schillernden Bühnenkleidung, dem gekonnten Hüftschwung und dem unverwüstlichen Ballermann-Charme. Kaum zu glauben: am 7. Juni 2017 ...

... feiert Roberto Blanco seinen 80. Geburtstag - und zwar mit einer Megaparty mit 400 Gästen in seiner Wahlheimat München.

Wie kaum ein anderer Künstler gehört Blanco zum Inventar der Bonner Republik. Er war ...

... ein Aushängeschild gelungener Integration, schon lange bevor man darüber zu diskutieren begann, ob Deutschland ein Einwanderungsland sei oder sein sollte.

Als ihn Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (3.v.l.) unlängst als "wunderbaren Neger" titulierte, nahm es Blanco sportlich und meinte versöhnlich, der CSU-Politiker hätte besser "Farbiger" sagen sollen, dann hätte er sich viel Ärger erspart.

Blanco ist sowohl Weltbürger, der mehrere Sprachen beherrscht, als auch bodenständiger Volkskünstler, der durch die Provinz tingelt und sich offen zu seiner Sympathie für die CSU bekennt. (im Bild: 1982 mit CSU-Chef Franz-Josef Strauß)

Er kam am 7. Juni 1937 in Tunis (Tunesien) zur Welt. Zusammen mit seinem Vater Alfonso Zerquera (r., 1989), einem kubanischen Folklore- und Varieté-Künstler, ...

... und seiner Stiefmutter - die leibliche Mutter starb zwei Jahre nach seiner Geburt - kam er viel in der Welt herum, lernte Ägypten, Griechenland, Italien und die Türkei kennen.

Ein Medizinstudium in Madrid brach er nach zwei Semestern ab. Zu seiner eigentlichen Berufung als Sänger kam er erst in Deutschland, wo er sich 1957 beim ARD-Wettbewerb "Dem Nachwuchs eine Chance" gegen die Konkurrenten durchsetzte.

Seither ist er aus Deutschlands Schlagerszene nicht mehr wegzudenken. Schon ein Jahr nach seinem Überraschungssieg war er Teil des Tour-Ensembles der berühmten Sängerin Josephine Baker (hier 1957 in München bei einer Autogrammstunde) ...

... und brachte die erste seiner zahllosen Schallplatten heraus.

Er trat im Fernsehen auf, hier in den 70ern unter anderem mit Rex Gildo und Vicky Leandros, ...

... war in Kinofilmen zu sehen, wie hier in "Drei Männer im Schnee" von 1974, ...

... war Dauergast in der ZDF-"Hitparade" und sang Schlager-Klassiker wie den erwähnten "Ein bisschen Spaß muss sein", "Heute so, morgen so" oder die Schnulze "Der Puppenspieler von Mexiko".

Blancos offensive Fröhlichkeit, mit der er, sicher ungewollt, das rassistische Klischee des ewig singenden und tanzenden Afrikaners bedient, überdeckte manche privaten Eskapaden.

Als er sich 2012 von seiner langjährigen Frau Mireille trennte, mit der er die Töchter Mercedes und Patricia hat, ...

... kam es zu einem Rosenkrieg, in dessen Verlauf ihm sogar die Verhaftung drohte. (hier beide 2005)

2013 heiratete der dreifache Vater (er hat neben den Töchtern noch einen unehelichen Sohn) die deutlich jüngere Luzandra Strassburg, eine gebürtige Kubanerin.

Politisch hält sich das CSU-Ehrenmitglied Blanco weitgehend raus. Gerne hätte man ihn gefragt, was er vom Aufstieg populistischer Bewegungen hält, von der AfD und der von der CSU propagierten Einwanderungs-Obergrenze. Interviewanfragen blieben jedoch unbeantwortet. (im Bild: 2014 mit Horst Seehofer und Edmund Stoiber)

Wenn sich Blanco bisher zu politischen Fragen äußerte oder zu der Rolle als "Vorzeige-Schwarzer", die ihm immer wieder angetragen wurde, blieb er meist seinem Spaß-Motto treu.

Als Kommentar zu Herrmanns "Neger"-Fauxpas präsentierte er sich in Jan Böhmermanns Satire-Sendung "Neo Magazin Royal" neben ein paar Schokoküssen.

Sein Nachname Blanco (spanisch für "weiß") ist freilich keine ironische Anspielung auf seine Hautfarbe. Roberto Blancos leibliche Mutter, eine kubanische Tänzerin und Sängerin, hieß ganz einfach: Mercedes Blanco. (abe/dpa)

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