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Golden Globes voller Überraschungen: Viele Preise und ein Steinzeit-Outing

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Langeweile oder Einsamkeit muss Jodie Foster aber nicht fürchten - denn nach dem Single-Outing verabschiedet sich das Moderator-Duo Fey und Poehler vom Publikum - sie wollen nach der Show schnurstracks zu Jodie gehen. Darauf einen Drink! (Text: Samira Lazarovic) (Foto: AP)

Langeweile oder Einsamkeit muss Jodie Foster aber nicht fürchten - denn nach dem Single-Outing verabschiedet sich das Moderator-Duo Fey und Poehler vom Publikum - sie wollen nach der Show schnurstracks zu Jodie gehen. Darauf einen Drink! (Text: Samira Lazarovic)

Hollywood ist wahrlich kein einfacher Ort.

Kaum ist Weihnachten mit all der Gänsebraten- und Plätzchenseligkeit vorbei, ...

... müssen sich die Damen schon wieder in Topform auf dem roten Teppichen drehen und wenden, denn...

... die Award-Season hat begonnen. Und zwar mit dem "Klassentreffen" der Schauspieler, den beliebten Golden Globe Awards.

Doch obwohl es hier nicht so steif zugeht wie bei den Oscars und man einfach fröhlich in die Kameras winken kann, wie Debra Messing, ...

... ja, auch wenn der Charakter der Veranstaltung ein betont familiärer ist (Michael J. Fox mit Ehefrau Tracy Pollan und Sohn Sam Fox, der dieses Jahr Mr. Golden Globe ist ), ...

... kann man wirklich nicht im nächstbesten Fummel erscheinen ... nein, es muss schon mindestens ein Kleid Marke Märchenbraut (hier an Julianne Hough) sein.

Findet Clint-Tochter Francesca Eastwood, heuer Miss Golden Globe, auch.

Man kann auch - trotz ungewöhnlich kalten Wetters - aussehen wie der Frühling persönlich ... wie Halle Berry ...

... und Lucy Liu.

Oder sich in verruchte Spitze hüllen, wie Julianna Margulies, ...

... Eva Longoria ...

... oder the Real-Bond-Girl Rachel Weisz. Ok, kleine Pünktchen sind nicht wirklich Vamp-mäßig ...

... aber ansonsten sehen Sie ganz reizend aus, Mrs Weisz!

Hinter dem blendenden Aussehen steckt natürlich harte Arbeit. (Megan Fox mit Hollywood-After-Baby-Body)

Sie habe sechs Wochen gebraucht, um in das Kleid hineinzukommen, witzelte Golden-Globe-Moderatorin Tina Fey.

"Ich werde mindestens sechs Wochen brauchen, um wieder rauszukommen", hielt Co-Moderatorin Amy Poehler gegen.

Doch auch wenn man sich stundenlang Meerjungfrauen wie Amy Adams ...

... und Glenn Close oder ...

... toughe Ladies wie Heidi Klum und ...

... Kate Hudson anschauen könnte: ...

... Zerbrechliche Taillen à la Kidman ...

... oder rasante Kurven à la Hayek ...

... sind hier nicht das Thema, sorry!

Darum geht es!

Also, husch, husch, schnell hinein zur 70. Verleihung der Goldenen Weltkugeln, die vom Verband der Auslandspresse verliehen werden.

Und, was soll man sagen? Gleich der erste verliehene Preis ein Treffer! Unser Christoph Waltz ergattert den ersten Golden Globe des Abends.

Die Jury würdigt ihn als besten männlichen Nebendarsteller für seine Rolle als Kopfgeldjäger im Western "Django Unchained" von Quentin Tarantino.

Sichtlich gerührt nimmt Waltz den Preis entgegen. Es ist bereits der zweite Globe, den sich der deutsch-österreichische Schauspieler ins Regal stellen darf.

Den ersten gab es 2010 für seine Rolle als SS-Mann Hans Landa in "Inglourious Basterds". Und der gemeinsame Nenner dieser Erfolge?

Regisseur Quentin Tarantino. "Du bist der Nordstern", ruft Waltz ihm in Anspielung auf ein Filmzitat zu.

Und er ist der beste Drehbuchautor des Abends: Für das "Django Unchained"-Skript konnte Tarantino auch gleich einen Globe mitnehmen.

Und noch ein Österreicher kann eine der kleinen Hanteln mit nach Hause nehmen: Michael Haneke gewinnt mit seinem Altersdrama "Liebe" in der Sparte "Fremdsprachiger Film".

Er habe niemals gedacht, ausgerechnet in Hollywood einen Preis von einem Mit-Österreicher überreicht zu kriegen, witzelt Haneke, nachdem ihm Arnold Schwarzenegger die goldene Kugel gibt. Österreicher heute (fast) unter sich.

Grammys hat sie schon einen ganzen Schrank voll zu Hause, aber der Golden Globe fehlte Adele noch: Sie macht den Bond-Titel "Skyfall" zum besten Filmsong.

Beste Hauptdarstellerin in einer Komödie ist für die Jury Jennifer Lawrence. Die 22-Jährige wird für ihre Rolle in der Tragikomödie "Silver Linings" ausgezeichnet und setzt sich gegen Emily Blunt, Judi Dench, Maggie Smith und Meryl Streep durch. Besonders letzteres machte die Schauspielerin sprachlos - aber nur kurz!

Ein wenig verschüchtert blickt Anne Hathaway - obwohl sie doch versprochen hatte, den gerade für ihre Rolle in "Les Misérables" überreichten Golden Globe künftig als Medizin gegen Selbstzweifel einsetzen zu wollen.

Na also, schon viel besser! Schultern zurück, Award hoch und lächeln!

Und mit dem stattlichen Hugh Jackman an der Seite wird das Lächeln gleich noch breiter.

Der freut sich auch über einen Globe für "Les Miserables" und darüber, dass er auf seine Frau, sein "Baby" gehört hat, das ihm dringend zu der Rolle geraten hatte.

Und dann darf sich gleich die ganze "miserable" Truppe freuen - denn das Filmmusical setzt sich in der Sparte "Musical/Komödie" gegen "The Best Exotic Marigold Hotel", "Moonrise Kingdom", "Silver Linings" und "Lachsfischen im Jemen" durch.

Auch für Jessica Chastain wird ein Traum wahr - sie wird für ihre Rolle als CIA-Agentin in "Zero Dark Thirty" ausgezeichnet. Jahrelang habe sie kämpfen müssen, um in der Branche Fuß zu fassen, sagt die 35-Jährige, die immer noch als Newcomerin gehandelt wird, unter Tränen.

Auch Ben Affleck könnte die Welt umarmen: Er gewinnt den Regie-Globe für seinen Politthriller "Argo" und wirft damit Steven Spielberg ("Lincoln"), Kathryn Bigelow ("Zero Dark Thirty"), Ang Lee ("Life of Pi") und Quentin Tarantino ("Django Unchained") aus dem Rennen.

Herz, was willst du mehr? Nun, wie wäre es mit dem Globe-Hauptpreis für das beste Filmdrama?

"Argo", die Geschichte einer aberwitzige aber wahren CIA-Befreiungsaktion von US-Geiseln im Iran setzt sich tatsächlich gegen den Favoriten "Lincoln" durch.

Steven Spielbergs Historiendrama hatte sieben Gewinnchancen, holte am Ende aber nur eine Trophäe.

Und die geht an den Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis.

Doch sie ist die Ballkönigin der Golden Globe Awards und fühlt sich auch so: Jodie Foster wird für ihr Lebenswerk und ihre Verdienste um die Filmkunst mit dem Cecil B. De Mille Ehrenpreis ausgezeichnet.

"50!", ruft die Schauspielerin. Sie sei jetzt 50 Jahre alt, das bedeute 47 Jahre im Filmgeschäft. Zeit, um endlich ein Geheimnis öffentlich zu machen: ...

... "Ich bin Single!" Wer da anderes erwartet habe, dem sei gesagt: Sie habe sich schon in der Steinzeit geoutet. Und so dankt Foster im nächsten Atemzug ihrer Ex-Freundin, ihren beiden Söhnen und ihrer Mutter für ihre Unterstützung und Liebe. Und Mel Gibson für seine Freundschaft.

Und dann nimmt die Schauspielerin, Regisseurin, Produzentin und zweifache Oscarpreisträgerin Abschied von der großen Bühne: Sie werde weiter Geschichten erzählen, verspricht Foster. Doch die werden ganz leise sein.

Langeweile oder Einsamkeit muss Jodie Foster aber nicht fürchten - denn nach dem Single-Outing verabschiedet sich das Moderator-Duo Fey und Poehler vom Publikum - sie wollen nach der Show schnurstracks zu Jodie gehen. Darauf einen Drink! (Text: Samira Lazarovic)

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