Und tschüss: Arbeitsplätze in Deutschland verschwinden
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Nokia dreht im Bochumer Werk das Licht aus. Der Standort wird nach Rumänien verlagert.Bild 1 von 37 Die Empörung bei den Arbeitnehmern ist groß, verständlicherweise. Hatten sie doch bis zuletzt um ihre Arbeitsplätze mit Zugeständnissen und Überstunden gekämpft.Bild 2 von 37 Angesichts eines Gewinnsprungs auf 7,2 Mrd. Euro Netto ist die Entscheidung schwer nachzuvollziehen. Aber leider sind die Finnen mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland nicht alleine.Bild 3 von 37 Im Winter 2006 gab der Mutterkonzern von AEG, die schwedische Electrolux, das Nürnberger Werk schließen zu wollen. Die Arbeitsplätze von 1700 Beschäftigten waren in Gefahr.Bild 4 von 37 Die Arbeitnehmer kämpften für den traditionsreichen Standort. 46 Tage lang streiken sie für den Erhalt ihres Werks. Die Produktion sollte nach Italien und Polen verlagert werden.Bild 5 von 37 Am Ende stimmen die Beschäftigten einem Sozialtarifplan zu. Die Schließung war nicht zu verhindern. Am 31. März 2007 wurde das Werk dicht gemacht.Bild 6 von 37 Im Sommer 2005 gab der Reifenhersteller Continental bekannt, die Reifenproduktion im Stammwerk Hannover-Stöcken schließen zu wollen. 320 Arbeitsplätze waren davon betroffen.Bild 7 von 37 Conti-Vorstand Manfred Wennemer argumentierte, es werde zu wenig und zu teuer produziert. Außerdem ginge der Absatz zurück.Bild 8 von 37 Die Betriebsvereinbarung über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich wurde von der Konzernleitung aufgehoben.Bild 9 von 37 Der Sanitärarmaturenhersteller Hans Grohe gab im Mai 2005 bekannt sein Werk im brandenburgischen Herzberg Ende des Jahres schließen zu wollen. Deutschlandweit seien weitere 1200 Stellen akut in Gefahr.Bild 10 von 37 Gerüchte hielten sich, wonach insgesamt sogar 3000 der 4500 Stellen in Deutschland verlagert werden sollten. Eine Unternehmensberatung hatte dem Konzern mitgeteilt, dass die Werke nicht wirtschaftlich zu führen seien.Bild 11 von 37 In Herzberg wurde den Beschäftigten zum 31. Dezember gekündigt. Kurz zuvor wurde ein neues Werk in Thailand eingeweiht.Bild 12 von 37 Der Elektronikkonzern Samsung produzierte in Berlin Oberschöneweide seit 1993 Bildröhren. Fördergelder von 30 Millionen Euro flossen über die Jahre. Im Herbst 2005 gab der Konzern bekannt, das Werk in Berlin schließen zu wollen.Bild 13 von 37 750 der ehemals 800 Arbeitsplätze fielen dem Rotstift zum Opfer. Samsung erklärte den Schritt mit Überkapazitäten und dem Wechsel zu Flachbildschirmen.Bild 14 von 37 Trotz Protesten und zahlreichen Aktionen der Gewerkschaft IG Metall ließen sich die Koreaner nicht umstimmen.Bild 15 von 37 Der Aluminiumproduzent Norsk Hydro ASA gab 2005 bekannt, seine Standorte in Hamburg und Stade schließen zu wollen. 870 Arbeitsplätze standen auf der Kippe.Bild 16 von 37 Im Kanzleramt gab es einen Krisengipfel mit der Führung des Konzerns - ergebnislos. Die Rettungsversuche der Politik kamen, nach Angaben des Konzerns, zu spät.Bild 17 von 37 Immerhin bauten die Norweger eine Werk zum Recycling von Aluminium in Uedesheim (Nordrhein-Westfalen). Dort fanden 800 Menschen einen Arbeitsplatz. Das Werk gehört technologisch zu den besten Standorten weltweit.Bild 18 von 37 Der Bauelementeghersteller Epcos gibt 2004 bekannt, dass er Tausende seiner Arbeitsplätze von Deutschland ins Ausland verlagern will. Die Belegschaft soll von 3700 Mitarbeiter hierzulande auf unter 2000 reduziert werden.Bild 19 von 37 Zuvor hatte die ehemalige Siemens-Tochter allerdings schwere Jahre hinter sich. Das Unternehmen begründete den Schritt auch mit betriebswirtschaftlichen Gründen. Die Arbeitskosten machten bei Epcos mehr als 40 Prozent an den Gesamtkosten aus.Bild 20 von 37 Der Autozulieferer Siemens VDO verlagerte Anfang 2005 1600 Arbeitsplätze über die Grenze ins tschechische Ostrava. Bis Ende 2007 sollte das Werk in Würzburg komplett geschlossen werden.Bild 21 von 37 Doch die Beschäftigten kämpften erfolgreich für ihr Werk. Es wurde eine Beschäftigungsicherung bis 2010 ausgehandelt.Bild 22 von 37 Nach der Übernahme von Siemens VDO durch Continental ist die Zukunft des Werkes weiter ungewiss. Continental hatte vor dem Kauf des Unternehmens mit Standortargumenten geworben. Man will für den Erhalt des Werks kämpfen, so die Geschäftsleitung.Bild 23 von 37 Im Sommer 2007 gibt Motorola bekannt, die Logistik-Abteilung in Flensburg mit 700 Beschäftigten auslagern zu wollen. Die Sparte soll bis Sommer 2008 zu dem kanadischen Logistiker Cinram nach Aachen verlegt werden.Bild 24 von 37 Immerhin bleiben die Arbeitsplätze in Deutschland. Die Mitarbeiter bekamen alle ein Angebot mit nach Aachen zu gehen.Bild 25 von 37 Giesecke & Devrient stellt Chipkarten her und druckt fälschungssichere Geldscheine. Teile der Produktion wurden 2006 vom Standort Tegernsee in die Slowakei verlagert.Bild 26 von 37 Da das Unternehmen Geldscheine für Indien druckt wurden dort zehn Millionen Euro in den letzten Jahren investiert. Auch in Mexiko weihte der damalige Ministerpräsident Stoiber ein Werk ein. Der bayerische Standort Luisenthal wurde bis Ende 2006 geschlossen.Bild 27 von 37 Schon lange produzieren deutsche Autobauer im Ausland, wie BMW hier in Spartanburg in den USA. Die Industrie will sich durch die Werke unabhängiger von Wechselkursen machen und natürlich vor Ort Autos verkaufen.Bild 28 von 37 Dabei werden mittlerweile ganze Modellreihen im Ausland gefertigt. Aus Spartanburg (South Carolina) kommt der Z3 und der Nachfolger Z4. Außerdem wird der X5 produziert. Auch der neue BMW X6 wird in dem Werk gebaut werden.Bild 29 von 37 Volkswagen ist schon lange in Mexiko aktiv. Die Produktion begann bereits 1966 mit dem VW Käfer. Erst 2003 lief der weltweit letzte Käfer vom Band.Bild 30 von 37 Seitdem wird im Werk Puebla der Nachfolger Beetle, Jetta und der Golf Variant gebaut. In Mittel- und Südamerika ist VW an acht Standorten vertreten. Außerdem gibt es zwei Werke in China, eines in Südafrika und acht Werke in Europa außerhalb von Deutschland.Bild 31 von 37 Aber ganz ohne Ärger lief das Werk in Mexiko nicht. 2004 gingen die 10.000 Beschäftigten zum wiederholten Male in den Ausstand und forderten 8,5 Prozent mehr Gehalt. Bereits in den Jahren 2000, 2001 und auch 2006 gab es langwierige Arbeitskämpfe.Bild 32 von 37 Der Daimler-Konzern feierte gerade das zehnjährige Bestehen seiner Fertigung in Tuscaloosa (Alabama). Die deutschen Autokonzerne haben sich mehrheitlich im Südosten der USA niedergelassen.Bild 33 von 37 Dort sind im Gegensatz zu der Autostadt Detroit die Gewerkschaften nicht ganz so stark und es ist deutlich wärmer. Mercedes produziert in Alabama die M-, R- und GK-Klasse. Demnächst wird hier auch der neue GLK vom Band laufen.Bild 34 von 37 Der Sportartikelhersteller Adidas hat in Europa noch einen Standort in Scheinfeld bei Herzogenaurach.Bild 35 von 37 Ansonsten wird vornehmlich in Asien produziert. 2005 verlagerte Adidas einen Teil seiner Produktion von China nach Indonesien, weil die EU im Streit mit China Einfuhrquoten für Textilien etablierte.Bild 36 von 37 Ein Gegenbeispiel ist Trigema, die viel Wert darauf legen und Werbung damit machen, ausschließlich in Deutschland zu produzieren. Auch andere hochwertige Fasern konnte sich mit der Produktion teilweise wieder etablieren. Doch insgesamt ist der Trend eher gegenläufig.Bild 37 von 37
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