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Wirtschaft

Basis der modernen Industriegesellschaft: Erdöl ist überall

 
Erdöl ist ein Rohstoff, der immer wertvoller und teurer wird, ...

Erdöl ist ein Rohstoff, der immer wertvoller und teurer wird, ...

... Erdöl ist die Basis der modernen Industriegesellschaften.

Schon seit dem Altertum sind im Mittelmeerraum oberirdische Erdölvorkommen bekannt.

In der Antike wird Petroleum als Lampenöl verwendet.

Im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris werden um 4000 v.Chr. Hüttenwände und Boote mit Asphalt bestrichen und damit abgedichtet.

Im Zikkurat von Ur werden die Ziegeln mit Bitumen - sogenanntem Erdpech - verbunden.

Asphalt wird im Altertum in Fußböden, für die Kanalisation und für die Abdichtung von Badebecken verwendet.

Im alten Rom ist das babylonische Erdpech bereits für seine heilende Wirkung bekannt, es wirke gegen "Aussatz, Flechten und Jucken am Körper", berichten zeitgenössische Quellen.

Die Ägypter nennen es Gräberpech, weil sie damit ihre Toten einbalsamieren. Untersuchungen im Gaschromatographen ergaben, dass die bei den Mumifizierten verwendeten Salböle bis zu 30 Prozent aus Bitumen bestehen.

Mit Pflanzenöl vermischt kommt zu jener Zeit asphalthaltige Erde auch schon als Dünger zum Einsatz.

Viele antike Autoren bezeugen zudem die kriegerische Verwendung von Erdölprodukten. Geworfene Bitumenfackeln und verschossene Brandpfeile gehören bereits zu den gefürchteten Waffen. (In Barcelona wurde 1992 so die Olympische Flamme entzündet.)

Im frühen Mittelalter wird das "flüssige Feuer" zur furchterregenden Waffe.

Die planmäßige Erkundung von Vorkommen und Gewinnung von Erdöl beginnt um 1850. Dies ist der Beginn des "fossilen Zeitalters".

Erdöl ist ein natürlich vorkommendes Gemisch aus einer Vielzahl verschiedener organischer Verbindungen. Seine Zusammensetzung ist je nach Fördergebiet unterschiedlich.

Die hauptsächlichen Bestandteile sind Alkane, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe. Weitere Bestandteile sind organische Schwefelverbindungen.

Erdöl kommt in Form von Rohöl in der Natur vor. Nach der Förderung muss es verschiedene Bearbeitungsstufen durchlaufen, um seinen Einsatzzweck erfüllen zu können.

Es dient als Otto-Kraftstoff, ?

? Diesel, ?

? Schweröl ?

? und Kerosin als Treibstoff für den Transport von Menschen und Gütern.

Als Heizöl verschiedener Sorten wird es zur Raumheizung und zur Warmwasserbereitung verwendet.

Auch zur Stromerzeugung wird Erdöl verwendet.

Aus Erdöl werden zudem Schmierstoffe wie Motor- und Getriebeöl hergestellt.

Außerdem findet das bei der Raffination anfallende Bitumen Verwendung im Straßenbau.

Etwa 15 Prozent des Erdöls werden nicht einfach verfeuert, sondern dienen der chemischen Industrie als Basis für ungezählte Produkte.

Kunststoffe wie Polyethylen, Polyethylentherephtalat, Polystyrol, Polyurethan, Polypropylen, Polyvinylchlorid und Polycarbonat werden aus Erdöl hergestellt.

Ohne diese Kunststoffe ist unser Alltag inzwischen undenkbar.

PVC steckt in Fensterrahmen, ?

?Fußbodenbelägen ?

? und medizinischem Gerät, zum Beispiel in Schläuchen oder in Kunstherzen (Bild).

Polyurethan eignet sich für Schaumstoffe in Polstermöbeln ?

? und Matratzen.

Es kommt auch im Dämmmaterial von Kühlschränken vor.

Polystyrol findet sich in jeder Styropor-Verpackung und in Dämmplatten.

Ohne Polyethlyen gäbe es keine thermoplastischen Kunststoffe, also keine Gießkannen, ?

? Eimer, ?

? Fernsehgehäuse, ?

? Wasserrohre, ?

? Kabelummantelungen, ?

? Einkaufstüten, ?

?Plastikdosen, ?

?Staubsauger oder Mixer.

Polyamid ist der Stoff für Synthetikfasern - dazu gehören auch die legendären Nylons.

Aus Acrylfasern besteht bereits heute ein Großteil unserer Kleidung.

Joghurtbecher, ?

?Cremedosen, ?

? Getränkeflaschen ?

? und CDs und DVDs gäbe es ohne Erdöl nicht.

Ohne Polypropylen wird kein Auto mehr gebaut, Stoßstangen und Interieur sind inzwischen längst aus Plastik.

Vielen Dingen sieht man nicht an, dass in ihnen Erdöl steckt ?

? Waschmittel enthalten Tenside, ?

? Dünger Ammoniumsalze, ...

.. Medikamente beispielsweise Ammoniak. All diese Stoffe werden aus Erdöl gemacht.

Viele Seifen, Parfüms, Lippenstifte und Haarsprays sind Nebenprodukte der Erdölverarbeitung.

Die meisten Klebstoffe, Farben und Lacke sind ebenfalls synthetische Erdölprodukte.

Doch Erdöl ist ein fossiler Rohstoff, den man nicht einfach nachproduzieren kann. Experten sagen, die Hälfte des weltweit förderbaren Öls habe die Menschheit bereits verbraucht.

Für viele, aber nicht alle Dinge aus Öl gibt es erdölfreie Alternativen, ?

? (Baum-)Wollstrümpfe statt synthetischer Fasern, ?

? Holzspielzeug statt Plastikklötzen, ?

? Steingut- statt Plastikbecher.

Es gibt Stoffpuppen, ?

? Holzbuntstifte ?

? und Generationen von Menschen transportierten ihr Hab und Gut in Leinen- oder Ledertaschen ...

? oder Weidenkörben.

Der Haken ist, dass auch diese Dinge virtuelles Öl enthalten; für ihre Herstellung war Energie nötig, die in der Regel aus Erdöl gewonnen wurde, für ihren Transport wurde Öl eingesetzt.

Erdöl ist überall. Höchste Zeit, Alternativen zu entwickeln.

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