Je teurer das Öl wird, desto teurer wird für die Deutschen auch das Erdgas. Aber warum ist das so?Bild 1 von 19 Der Gaspreis ist in den Lieferverträgen (zeitverzögert) an den Ölpreis gekoppelt. Deshalb lassen sich auch bereits jetzt Musterrechnungen aufstellen, wonach die Gasrechnungen im Herbst erneut explodieren werden.Bild 2 von 19 Die Preisbindung ist eine Vereinbarung zwischen den großen deutschen Gasimporteuren wie Eon Ruhrgas und den Lieferanten wie Gazprom oder die norwegische Statoil.Bild 3 von 19 Eingeführt wurde die Preisbindung von Öl und Gas in den 60er Jahren.Bild 4 von 19 Die Gasproduzenten wollten ihre hohen Investitionen zum Bau von Förderanlagen und Pipelines absichern.Bild 5 von 19 Die Verbraucher fürchteten ihrerseits ohne die Preiskoppelung überzogene Preiserhöhungen, sobald sie sich einmal für Erdgas entschieden hätten.Bild 6 von 19 Anders als beim Erdöl gibt es beim Erdgas keinen echten Weltmarkt, auf dem Anbieter und Nachfrager miteinander handeln.Bild 7 von 19 Das meiste Gas wird über teure Pipelineverbindungen von A nach B transportiert.Bild 8 von 19 Deutschland und Russland etwa - an den Enden einer Röhre - sind dadurch eng aneinander gebunden.Bild 9 von 19 Ein aktueller Marktpreis ist kaum zu ermitteln. Die Orientierung am Ölpreis verhindert gegenseitige Erpressungsversuche. Außerdem haben die Länder an den Röhrenenden Investitionssicherheit.Bild 10 von 19 Das Kartellamt hat die Koppelung bereits unter die Lupe genommen, allerdings keinen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht festgestellt.Bild 11 von 19 Ob eine Entkoppelung der Preise Abhilfe bei den explodierenden Gaspreisen schaffen würde, darüber sind die Experten geteilter Auffassung.Bild 12 von 19 Nach Einschätzung von Verbraucherschützern, Ökonomen und Wirtschaftspolitikern würde sie eher zu höheren als zu niedrigeren Gaspreisen führen.Bild 13 von 19 Dem widerspricht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.Bild 14 von 19 Gegenüber n-tv sagte die DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert: "Das ist keine Garantie für sinkende Preise, aber immerhin, denke ich, wäre der Gaspreis deutlich niedriger als im Moment."Bild 15 von 19 Fakt ist, die Entkoppelung wäre nur schwer realisierbar, denn die Lieferverträge sind langfristig.Bild 16 von 19 Die Vereinbarungen von Eon Ruhrgas mit den Hauptlieferländern Russland und Norwegen laufen erst 2029 und 2030, teilweise sogar erst 2036 aus.Bild 17 von 19 Experten folgern, wer mehr Markt und Preiswettbewerb beim Gas will, der muss die Bezugsquellen breiter streuen.Bild 18 von 19 Dazu könnte vor allem die Verflüssigung von Erdgas beitragen. Verflüssigtes Erdgas (LNG) kann per Schiff transportiert werden und wird daher ähnlich wie auf einem Weltmarkt gehandelt. Diese Form des Gas-Transports ist allerdings sehr teuer. (Alle Bilder: AP / dpa)Bild 19 von 19