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Nicht nur der ehemalige Postchef Klaus Zumwinkel wurde 2008 wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Er kann er sich mit einem Gedanken trösten:
Er ist nicht allein.
Immer mal wieder bekommen Prominente Probleme mit dem Fiskus.
Eines der prominentesten Beispiele ist wohl Peter Graf, Vater von Tennis-Wunderkind Steffi Graf.
1997 wurde er wegen Steuerhinterziehung von rund zwölf Milllionen Mark schuldig gesprochen.
Das Urteil: Eine Haftstrafe von 3 Jahren und neun Monaten.
Nach der Hälfte der Zeit wurde er auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen.
Das Ermittlungsverfahren gegen Steffi Graf selbst wurde gegen eine Geldauflage eingestellt.
Sie konnte glaubhaft erklären, nicht von den Finanzgeschäften ihres Vaters gewusst zu haben.
Jahre später bot Vater Graf einem anderen Wunderkind bei Finanzfragen seine Hilfe an:
Boris Becker, seit Mitte der 80er Jahre offiziell wohnhaft in Monaco.
Allerdings ließ sich Becker dann doch zu oft in München blicken, wo er angeblich nur "ein spartanisches Zimmer" hatte.
Vor Gericht gab Becker dann zu, ab 1991 in München gewohnt zu haben.
Das öffentliche Geständnis lohnte sich, Becker kam noch glimpflich davon.
Das Münchner Landgericht verurteilte ihn wegen Steuerhinterziehung in Höhe von umgerechnet 1,7 Millionen Euro zu einer Geldstrafe von 500.000 Euro und zwei Jahren Haft auf Bewährung.
Ein anderes Modell zum Steuersparen hatte Springreiter und Geschäftsmann Paul Schockemöhle gewählt.
Er hatte hohe Summen Geld über Stiftungen in Liechtenstein versteckt.
1996 wurde Schockemöhle wegen Steuerhinterziehung zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
Zudem musste er 22,6 Millionen Mark Steuern nachzahlen.
Vergleichsweise harmlos sind dagegen die Sparbemühungen von Fußballer Michael Ballack.
Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hatte bei der Rückkehr aus Dubai eine knapp 2.000 Euro teure Handtasche für seine Freundin nicht ordnungsgemäß beim Zoll angemeldet.
Nach Zahlung von 70.000 Euro wurde das Verfahren wegen Steuerhinterziehung 2006 eingestellt.
Schlagersänger Patrick Lindner wurde ein Jahr vorher, im November 2005, zu einer Geldstrafe von 150.000 Euro wegen Steuerhinterziehung verurteilt.
Nach Ansicht des Landgerichts München verschwieg er Einnahmen in Höhe von 100.000 Euro.
Den Richtern zufolge hatte Lindner Verluste aus der Vermietung seiner Villa an seinen damaligen Freund beim Finanzamt angegeben, obwohl er dort auch selbst wohnte.
Sängerkollege Freddy Quinn musste sich ebenfalls vor Gericht verantworten.
Er hatte seinen Wohnsitz in der Schweiz angegeben, obwohl er doch lieber in Hamburg lebte.
Von 1996 bis 2001 sparte er auf diese Weise rund 900.000 Euro.
Weil er mit den Behörden eng zusammenarbeitete, fiel das Urteil im November 2004 milde aus: Ein Bußgeld in Höhe von 150.000 Euro und zwei Jahre Haft auf Bewährung.
Die nach Belgien umgesiedelte Fernsehmoderatorin Margarethe Schreinemakers geriet in den 90er Jahren ebenfalls wegen Ärger mit dem Fiskus in die Schlagzeilen. (Im Bild mit Karin Waigel, der Exfrau des damaligen Bundesfinanzminsters)
Schreinemakers zufolge wurde das Steuerstrafverfahren jedoch schuldlos eingestellt.
Auch in Politik und Wirtschaft werden gelegentlich Steuersünder ertappt.
Einer der Aufsehen erregendsten Fälle war wohl die Flick-Affäre, die in den 80ern die Republik erschütterte. (Im Bild: Helmut Kohl und Rainer Barzel, der nach - letztlich unbegründeten - Vorwürfen im Zuge der Affäre als Bundestagspräsident zurücktrat.)
Nach einem Verkauf von Daimler-Benz-Aktien im Wert von fast zwei Milliarden Mark beantragte der Flick-Konzern beim Bundeswirtschaftsministerium eine Steuerbefreiung für "volkswirtschaftlich förderungwürdige" Reinvestitionen.
Die Steuerschuld hätte bei 986 Millionen Mark gelegen.
Die beiden FDP-Wirtschaftsminister Hans Friderichs (links) sowie sein Nachfolger Otto Graf Lambsdorff (Mitte) erteilten die Genehmigungen.
Das Pikante dabei: Friderichs und Lambsdorff (sowie etliche andere Politiker von CDU und SPD) hatten zuvor Geld vom Flick-Konzern erhalten.
Der Vorwurf der Bestechlichkeit lag nahe. Verurteilt wurden Friderichs und Lambsdorff letztlich jedoch nur wegen Steuerhinterziehung sowie Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
Otto Graf Lambsdorff musste 180.000 Mark Strafe zahlen. Außerdem kostete ihn die Affäre sein Ministeramt.
Sein Amtsvorgänger Friderichs kam günstiger davon: Er wurde zu einer Geldstrafe von 61.500 Mark verurteilt.
Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch, der sich für den Konzern um die "Pflege der politischen Landschaft" gekümmert hatte, ...
... musste 550.000 Mark wegen Steuerhinterziehung zahlen.
Glimpflich ging die Affäre dagegen für den Unternehmer Friedrich Karl Flick aus.
Er wurde nie verurteilt ...
... und konnte tatsächlich 1,5 Milliarden des Verkaufserlöses aus den Daimler-Benz-Aktien steuerbegünstigt wieder anlegen.
Mehr Pech hatte der bayerische Bäderkönig Eduard Zwick, der über beste Verbindung zu Politikergrößen des Freistaates verfügte. (Rechts im Bild zusammen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß)
1993 kam heraus, dass Bayern dem Thermalbad-Unternehmer rund 70 Millionen Mark Steuerschulden erlassen hatte. Zwick musste hierfür 8,3 Millionen Mark Abstandszahlungen leisten.
Gegen die Rückzahlung der gesamten Steuerschuld wehrte sich Zwick, der sich sicherheitshalber bereits 1982 in die Schweiz abgesetzt hatte. Erst nach seinem Tod 1998 gingen 65 weitere Millionen aus seinem Nachlass in Bayern ein.
Zwicks Sohn Johannes wurde dagegen in einem Steuerverfahren freigesprochen.
Im Zusammenhang mit dem Zwick-Skandal kam es auch zu einem Verfahren gegen den ehemaligen CSU-Minster Gerold Tandler.
Dieser hatte sich von Zwick 700.000 Mark geliehen und stand im Verdacht, dem Unternehmer bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.
Gegen eine Geldauflage von 150.000 Mark wurde das Verfahren schließlich eingestellt.
Der gute Draht zu Strauß ...
... lohnte sich auch für Waffenhändler Karlheinz Schreiber, gegen den in Deutschland ein Haftbefehl vorliegt.
Dem Rüstungslobbyisten wird nicht nur Bestechung von Politikern in großem Stil vorgeworfen.
Er soll auch in diesem Zusammenhang mindestens 20 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben.
Der ehemalige Staatssekretär im Verteidigungsministerium und Ex-Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Ludwig-Holger Pfahls, wurde dagegen zur Rechenschaft gezogen.
Nach fünfjähriger Flucht wurde er 2004 in Paris gefasst und wenig später vor Gericht gestellt.
Pfahls zeigte sich geständig und gab zu, ...
... dass er von Schreiber für Rüstungsgeschäfte umgerechnet an die zwei Millionen Euro Schmiergeld angenommen und nicht versteuert hatte.
Das Urteil: 27 Monate Gefängnis.
Im September 2005 wurde er nach der Hälfte seiner Haftstrafe entlassen.
Im Zusammenhang mit Schreibers Waffengeschäften und damit verbundener Steuerhinterziehung wurden auch die ehemaligen Thyssen-Manager Winfried Haastert (l) und Jürgen Maßmann (r) im Januar 2007 verurteilt.
Ihnen wird vorgeworfen, Schreiber bei der falschen Abrechnung eines Panzer-Geschäfts mit Saudi-Arabien geholfen zu haben.
Mindestens 2,7 Millionen Mark wurden auf diese Weise hinterzogen.
2007 ging auch das größte Steuerverfahren gegen eine Einzelperson in Deutschland zu Ende.
Angeklagt war der Gründer des VIP Medienfonds, Andreas Schmid, Mitproduzent von Filmen wie "Das Parfüm". In dem Verfahren ging es um die Hinterziehung von 55 Millionen Euro.
Der Fondsmanager wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Auch muss er Steuern in Millionenhöhe nachzahlen.
Sein Kompagnon Andreas Grosch erhielt zwei Jahre auf Bewährung sowie die Auflage einer Geldbuße von 30.000 Euro.
Im Vergleich zu Schmidt kam Fonds-Manager Christian Lauritzen noch glimpflich davon.
Lauritzen, der für die Berliner Bankengesellschaft Immobiliengeschäfte verwaltete, wurde 2006 wegen Steuerhinterziehung zu elf Monaten auf Bewährung und 200.000 Euro Strafzahlung verurteilt.
Ein weiteres Steuerverfahren läuft gegen den Betriebsrat der Gewerkschaft AUB bei Siemens, Wilhelm Schelsky.
Schelsky soll mehr als 15 Millionen Euro nicht versteuert haben.
Seit dem Herbst vergangenen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft.
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