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Das Atomium: Brüssels Wahrzeichen wird 50

 
In 102 Metern Höhe wird geschrubbt ...

In 102 Metern Höhe wird geschrubbt ...

... und poliert, ...

... gewachst ...

... und gebohnert.

Zu seinem 50. Geburtstag soll das wohl berühmteste Gebäude Belgiens ...

... glänzen und strahlen.

Das Atomium war der Mittelpunkt der Weltausstellung 1958: "Ein Ereignis und ein Jahr, die sich in das kollektive Gedächtnis aller Belgier gebrannt haben", schreibt "La Libre Belgique".

"Das Paradies - hier war es ", meint "Le Soir". Und deshalb sollen die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag auch bis zum 19. Oktober andauern - so lange, wie die "Expo 58" währte.

Das Atomium in Brüssel zeigt ein Eisenmolekül in 165-milliardenfacher Vergrößerung. 20 Rohre verbinden neun Kugeln von jeweils 18 Metern Durchmesser.

Der Bau dauerte 18 Monate.

Bei seiner Eröffnung feierte die Presse das Gebäude als "kristallisierte Hoffnung" auf die friedliche Nutzung der Kernenergie.

25 Sekunden brauchte der Aufzug 1958 bis in die oberste Kugel, eine Geschwindigkeit, ...

... die "einzigartig in Europa" sei, bejubelten die Medien den technischen Fortschritt.

Heute geht es noch einen Tick schneller.

Wie schon das Symbol der Weltausstellung 1889, der Pariser Eiffelturm, sollte auch das Atomium ursprünglich nur einige Jahre an seinem Platz bleiben. Doch die Genehmigung, eigentlich nur für 10 Jahre gültig, wurde bald auf 25 Jahre verlängert.

Heute ist das Atomium längst ein Wahrzeichen Brüssels. Kein Wunder also, dass die Stadt alle Kaufangebote ablehnt - so auch das eines Scheichs, der das Atomium in die arabische Wüste verpflanzen wollte.

Errichtet wurde das Atomium nach den Plänen des 1917 geborenen belgischen Ingenieurs André Waterkeyn. Der Legende nach habe er mit Stricknadeln und Gummibällen aus dem Supermarkt das erste Modell gebastelt.

Stets betonte er, er selbst habe dem Atomium seinen Namen gegeben.

Noch bis zu seinem Tod 2005 besuchte Waterkeyn regelmäßig sein berühmtestes Bauwerk.

Die Rechte für die öffentliche Reproduktion seines geschützten Entwurfs brachten ihm ein Vermögen ein.

Das erste Lifting erhielt das Atomium zu seinem 40. Geburtstag.

Die rund 6000 gammeligen Leichtmetallteile der Kugelkörper ...

... wurden durch 48 Elemente aus rostfreiem Stahl ersetzt.

Auch das Kugel-Innere wurde vollkommen überholt.

Das Gebäude sollte zwar erneuert werden, sein Charakter jedoch wollte man erhalten.

Etwa 27 Millionen Euro kosteten die Bauarbeiten.

Doch das Ergebnis zeigte Wirkung.

Anderthalb Jahre nach der Wiedereröffnung im Februar 2006 ...

... konnte der millionste Besucher begrüßt werden.

2007 kamen rund 750.000 Besucher zum Brüsseler Wahrzeichen.

Vor der Renovierung waren es nur etwa 400.000 Schaulustige jährlich.

Im Jubiläumsjahr 2008 sollen noch mehr Interessierte angelockt werden: Alle Menschen, die während der Weltausstellung geboren wurden, haben bis Oktober 2008 freien Eintritt.

Für den Atomium-Direktor Henri Simmons ist das Geburtstagskind noch immer ein "großes Symbol des zeitgenössischen Fortschritts", mehr noch: "ein beispielhaftes Gebäude".

Und auch 50 Jahre nach seinem Bau ist es immer noch einzigartig. (Text: Benedikt von Imhoff, dpa)

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