Esel haben ein ganz seltsames Image. Sie gelten als dumm, starrköpfig und faul, zugleich als geduldig, gelassen und genügsam.Bild 1 von 26 Die Anrede "Du Esel!" ist nur selten als Kompliment gemeint.Bild 2 von 26 Im Gleichnis von "Buridans Esel" etwa verhungert ein Esel, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen von zwei Heuhaufen er zuerst fressen soll.Bild 3 von 26 Auch im Neuen Testament taucht ein Esel auf, allerdings nicht in der Weihnachtsgeschichte (das ist eine spätere Erfindung des Volksglaubens), ?Bild 4 von 26 ? sondern wenige Tage vor der Kreuzigung Jesu: Auf einem Esel ritt der Messias in Jerusalem ein. Seither trägt der Esel den Ehrentitel "Haustier Gottes".Bild 5 von 26 Den Auftritt in Jerusalem hatte der Esel seinem Ruf als einfaches Tier zu verdanken: Ein Heiland hoch zu Ross? Niemals!Bild 6 von 26 In vielen Märchen und Kinderbüchern hat der Esel seinen schlechten Ruf überwunden.Bild 7 von 26 Unter den Bremer Stadtmusikanten ist der Esel der Vordenker einer Gruppe von Aussteigern, ?Bild 8 von 26 ? das Eselchen Grisella ist alles andere als dumm oder starrköpfig, sondern kümmert sich äußerst liebevoll um den kleinen Tino, ...Bild 9 von 26 ... und auch n-tv Nahost-Korrespondent Ulrich W. Sahm schätzt zuweilen den Esel als zuverlässiges Verkehrsmittel (hier nahe Jericho).Bild 10 von 26 Der französische Naturforscher Georges-Louis Leclerc de Buffon schrieb im 18. Jahrhundert, der Esel wäre das vornehmste aller Tiere - wenn es das Pferd nicht gäbe.Bild 11 von 26 Tatsächlich steht das "Pferd des kleinen Mannes" zumeist im Schatten seines angeblich edleren Cousins.Bild 12 von 26 In allem muss sich der Esel mit dem Pferd vergleichen lassen: Geschwindigkeit, Körpertemperatur, Zahl der Lendenwirbel.Bild 13 von 26 Dabei ähnelt er vielleicht stärker der Katze. Darauf weist das Buch hin, dem die Abbildungen zu dieser Bilderserie entnommen sind: "Esel Europas" von Mary-Gérard Vaude, erschienen im RvR Verlag (ISBN 3-938265-10-8).Bild 14 von 26 Das Buch ist ein Bildband mit zahllosen Fotos dieses faszinierenden Tieres.Bild 15 von 26 Schon beim ersten Durchblättern wird klar, dass dieses Tier hier den Respekt bekommt, den es verdient.Bild 16 von 26 Denn Esel sind alles andere als dumm.Bild 17 von 26 Ein wenig erinnert der Esel auch an den Elefanten, der als Arbeitstier ebenfalls nicht selten unter Hieben zu leiden hatte. Dumm sind dabei nur jene, welche die Hiebe austeilen.Bild 18 von 26 "Von allen Haustieren wurde der Esel am schlechtesten behandelt", schreibt Mary-Gérard Vaude. Vielleicht lag es auch daran, dass Esel als schamlose Gesellen galten.Bild 19 von 26 "Was Eseleien angeht, hat er enorm viel Konkurrenz", fasst Vaude zusammen, "aber als Lüstling ist er unübertroffen."Bild 20 von 26 "Der in Freiheit lebende Esel verbringt seine Zeit ausschließlich mit Fressen und Schlafen", heißt in dem Buch.Bild 21 von 26 "Der Pferdehengst dagegen erschöpft sich darin, einen Harem von Stuten aufzutreiben, den er unablässig decken und gegen andere Hengste verteidigen muss."Bild 22 von 26 Mit anderen Worten: Der Esel ist nicht sexbesessen, aber auch kein Freund trauter Zweisamkeit. "Wenn sein Fortpflanzungstrieb gestillt ist, kehrt er wie der Kater in die Einsamkeit zurück".Bild 23 von 26 Zuhause ist der Esel in den trockenen Gefilden rund ums Mittelmeer. "Der Esel trägt Wein und trinkt Wasser", sagt ein französisches Sprichwort, eines von wenigen, die ausdrücken, wie dankbar der Mensch diesem Tier sein müsste.Bild 24 von 26 Doch von Dankbarkeit keine Spur. In England schnitt man den Eseln vor Zeiten gar die Ohren ab, weil diese als Sitz seiner Sturheit angesehen wurden.Bild 25 von 26 Nietzsches Zarathustra war klüger. An einen Esel gewandt sagte er: "Du liebst Eselinnen und frische Feigen, du bist kein Kostverächter. Eine Distel kitzelt dir das Herz, wenn du gerade Hunger hast. Darin liegt eines Gottes Weisheit."Bild 26 von 26