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In der Welt der Eisgewalten: Die Antarktis

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Windig, kalt und lebensfeindlich – kein Ort der Erde hat ein raueres Klima als die Antarktis. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Windig, kalt und lebensfeindlich – kein Ort der Erde hat ein raueres Klima als die Antarktis.

Windig, kalt und lebensfeindlich – kein Ort der Erde hat ein raueres Klima als die Antarktis.

Mit rund 14 Millionen Quadratkilometern Fläche ...

... ist die Antarktis (hier blau) größer als Europa.

Durch das Transantarktische Gebirge wird der Kontinent am südlichen Ende der Welt ...

... in eine kleine Westantarktis und eine größere Ostantarktis geteilt.

Fast 98 Prozent des Landes sind von Eis bedeckt.

Die Eisdecke ist im Durchschnitt 2100 Meter dick, ...

... stellenweise geht sie mehr als 4000 Meter in die Tiefe.

In der Antarktis liegen 90 Prozent der gesamten Eismasse der Erde.

Etwa zwei Drittel aller Süßwasservorräte sind hier gebunden.

Über die Landmassen fegt oft der Wind. Stürme mit Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern in der Stunde sind keine Seltenheit. Auch Windgeschwindigkeiten von 300 Kilometern je Stunde wurden bereits gemessen.

Und kalt ist es in der Antarktis. Übers Jahr liegen die Temperaturen bei durchschnittlich minus 55 Grad Celsius.

1983 zeigte das Thermometer gar unvorstellbare 89,2 Grad unter Null an - ein Kälterekord.

Die Küste der Antarktis ist geprägt von Schelfeis, ...

... den in den Ozean hineinragenden Gletscherzungen.

Das dem Schelfeis vorgelagerte Meereis ist der Lebensraum der Kaiser- und Adeliepinguine, ...

... der Robben und Seeleoparden ...

... der Wale, Albatrosse, Möwen, ...

... der Flohkrebse und des Krills.

Auch wenn sich die Pinguine hin und wieder neugierig den Behausungen der Forscher nähern, ...

... leben die Tiere auf dem Kontinent selbst weitgehend frei von menschlichen Einwirkungen.

Wegen ihrer isolierten Lage, ihrer schweren Erreichbarkeit und der extremen Witterungsverhältnisse wurde die Antarktis nie dauerhaft von Menschen besiedelt.

Der englischstämmige US-amerikanische Robbenfänger John Davis gilt als erster Mensch, der den Kontinent betrat. Das war am 7. Februar 1821.

Im 19. Jahrhundert war die Antarktis vor allem Ziel von Walfängern und Robbenschlägern.

Einzelne Fangexpeditionen trugen aber auch zur Erweiterung der geografischen Kenntnisse bei, so etwa die Reise des deutschen Kapitäns Eduard Dallmann. Er befuhr die Antarktis 1873/74 erstmals mit einem Dampfer und führte dabei Vermessungen durch.

Am 14. Dezember 1911 erreichte dann der Norweger Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol.

Amundsen hatte im Juni 1910 auf seinem Schiff "Fram" mit einer dreisten Lüge die Heimat verlassen. Er wolle den Nordpol für Norwegen erobern, hatte er dem König, seinen Geldgebern, allen Norwegern und auch seinem größten Konkurrenten, ...

... dem Briten Robert Falcon Scott, vorgeflunkert. Dessen Antarktis-Reise war schon beschlossene Sache.

Doch Amundsen wollte nicht zum Nordpol. Er wollte Ruhm, einen Sieg. Und vom Nordpol kursierten Gerüchte, dass der inzwischen schon "entdeckt" war. Amundsen rechnete sich gute Chancen für einen Wettlauf gegen Scott zum Südpol aus. Tatsächlich gewann er das Rennen souverän.

Scott kam mit seinem Expeditionsteam gut vier Wochen nach Amundsen am Südpol an. Es war der 17. Januar 1912, an dem der Brite sein Ziel erreichte und ...

... dort das Zelt der Norweger vorfinden musste.

Auf dem Rückweg starben Scott und seine Mitstreiter an Hunger, Entkräftung und Kälte.

Scott (hier sein letzter Brief, adressiert an seine Witwe) hatte auf Ponys und Motorschlitten gesetzt. Doch für die rauen Bedingungen in der Antarktis war das die falsche Entscheidung.

Amundsens Expedition schaffte mit Schlittenhunden und guter Übung auf Skiern 2600 Kilometer in 99 Tagen.

Als Amundsen ein halbes Jahr später nach Bergen zurückkam, feierten ihn die Norweger als Volksheld. Dass er das ganze Land belogen hatte, wurde ihm verziehen. Allerdings hätte er den Wettlauf zum Pol nicht verlieren dürfen ... - Nach Amundsen und Scott dauerte es Jahrzehnte, bis wieder einmal ein Mensch seinen Fuß auf den südlichen Pol der Erde setzte.

Doch die Erforschung des Kontinents nahm ihren Lauf.

Basislager - hier die noch erhaltenen, 1911 gebauten Hütten von dem australischen Antarktisreisenden Douglas Mawson - ...

... dienten als Ausgangspunkt für weitere Erkundungen.

Nach dem Ersten Weltkrieg erleichterten Flugzeuge und Raupenschlepper die Antarktis-Expeditionen.

Die moderne wissenschaftliche Antarktisforschung ...

... begann nach dem Zweiten Weltkrieg als internationales Gemeinschaftsprojekt - trotz der politischen Spannungen im Kalten Krieg. 1957/58 richteten zwölf Staaten mehr als 50 Forschungsstationen ein. 1959 unterzeichneten sie den Antarktisvertrag, der 1961 in Kraft trat.

Seither sind mehr als 30 weitere Staaten dem Vertrag beigetreten.

Er regelt die friedliche Nutzung der Antarktis, ihre internationale Erforschung und ihren ökologischen Schutz. Aktuell gilt er bis 2041.

Inzwischen gibt es etwa 80 Forschungsstationen auf dem Südkontinent - im Bild die indische, die noch nicht fertiggestellt ist. Nur etwa die Hälfte der Stationen ist ganzjährig besetzt.

So kommt es, dass im antarktischen Sommer rund 4000 Menschen auf dem Kontinent leben, im Winterhalbjahr dagegen nur etwa 1000.

Die Forschung widmet sich vor allem dem Wetter und der Umwelt. Das Ökosystem der Antarktis ist einzigartig ...

... und besonders sensibel.

Gerät hier etwas aus dem Gleichgewicht, ist das ein deutliches Warnzeichen für den gesamten Globus.

Die Forscher haben das riesige Ozonloch über der Antarktis im Visier ...

... und erleben vor Ort, wie in Folge der Klimaerwärmung immer mehr Eisschelfe abbrechen.

Das Schelfeis stützt das dahinterliegende Gletschereis. Bricht es weg, beschleunigt sich die Gletscherschmelze.

Das erhöht dann den Meeresspiegel. Der stiege um 60 Meter, sollte die Antarktis irgendwann einmal komplett abschmelzen. Köln wäre eine Hafenstadt.

Auch antarktische Bohrkerne sind aufschlussreich, wenn es um das Weltklima geht: Eine Analyse der unterschiedlichen Schichten ergab, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in den vergangenen 700.000 Jahren nie so hoch war wie heute.

Der Schutz der Antarktis ist im Interesse der ganzen Welt. Völkerrechtlich ist der Kontinent Niemandsland. Politische und wirtschaftliche Ambitionen einzelner Staaten kommen bisher nicht zum Zuge. Bergbau ist auf dem Gebiet der Antarktis untersagt.

Am Südpol - um auf diesen zurückzukommen - steht seit 1957 eine US-amerikanische Forschungsstation. Zur Vorbereitung dieses Baus betrat fast 45 Jahre nach Amundsen und Scott erstmalig wieder ein Mensch den Pol. Die Station wurde nach beiden Pionieren benannt: Amundsen-Scott-Südpolstation.

Südpol-Entdecker Amundsen ist unterdessen zur Legende geworden. Am 18. Juli 1928 verschwand er unter mysteriösen Umständen.

Als der Italiener Umberto Nobile mit seinem Luftschiff über dem Nordpol abstürzte, beteiligte sich Amundsen an einer Suchaktion.

Nobile und seine Mannschaft wurden schließlich unversehrt geborgen.

Amundsens Flugzeug jedoch - hier vor dem Start - verunglückte.

Bis heute gelten Flugzeug und Besatzung als verschollen. Nur ein Schwimmfuß des Flugzeugs wurde vier Monate nach dem Unfall an die Küste geschwemmt.

2009 ging man letztmalig auf die Suche nach Teilen des Flugzeug-Wracks. Erfolglos. Nun soll es keine weiteren Suchaktionen mehr geben. Amundsens Tod bleibt ein Rätsel. Doch der Mythos lebt.

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