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Grünzeug auf Beutefang: Pflanze frisst Tier

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Wer kennt sie nicht, die Venusfliegenfalle? Auffällige Röte, süßer Saft: Für Insekten und Spinnen ist das Verlockung pur. Doch einmal auf den Fangblättern der Venusfliegenfalle angekommen, gibt es für die Tiere kein Entrinnen mehr. Diese Verlockung war ihre letzte. (Foto: Wikipedia/Noah Elhardt/CC BY-SA 3.0)

Wer kennt sie nicht, die Venusfliegenfalle? Auffällige Röte, süßer Saft: Für Insekten und Spinnen ist das Verlockung pur. Doch einmal auf den Fangblättern der Venusfliegenfalle angekommen, gibt es für die Tiere kein Entrinnen mehr. Diese Verlockung war ihre letzte.

Wer kennt sie nicht, die Venusfliegenfalle? Auffällige Röte, süßer Saft: Für Insekten und Spinnen ist das Verlockung pur. Doch einmal auf den Fangblättern der Venusfliegenfalle angekommen, gibt es für die Tiere kein Entrinnen mehr. Diese Verlockung war ihre letzte.

Wie Fangeisen schlagen die Klappen der Pflanze über ihrer Beute zusammen – rasend schnell. In Sekundenbruchteilen sitzen Fliege, Ameise & Co unrettbar in der Falle. Der Fangmechanismus der Venusfliegenfallen ist eine der schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich.

Nur Tiere, die so winzig sind, dass die Venusfliegenfalle kaum einen Nutzen aus ihnen ziehen könnte, haben die Chance, zwischen den langen Randborsten der Pflanze hindurch ins Freie zu gelangen.

Auch öffnet sich die Falle nach einigen Stunden wieder, wenn die Pflanze mithilfe entsprechender Rezeptoren feststellt, dass die Beute nicht verwertbar ist.

Andernfalls aber wird die Falle nach dem Fang vollständig versiegelt und die Verdauung setzt ein. Dabei sind verschiedene Sekrete im Spiel, die das Insekt nach und nach zersetzen. Ist die Beute groß, kann das zehn Tage dauern. Die Pflanze nimmt die gelösten Nährstoffe durch Zellen auf.

Unverdaute Reste wie Panzer und Beine bleiben übrig. Sie werden, nachdem sich die Falle wieder geöffnet hat, von Wind und Regen entfernt.

Bis zu sieben Mal schließt sich eine Falle. Dann stirbt das Blatt ab.

Die Fangtechnik der Venusfliegenfalle ist die bekannteste "Jagd-Methode" der fleischfressenden Pflanzen. Dabei ist es der Fallentyp, der am seltensten vorkommt.

Weitaus verbreiteter ist die Klebefalle, wie sie zum Beispiel Sonnentau und ...

... Fettkraut nutzen.

Ein duftender, klebriger Schleim zieht die Insekten bei dieser Fangmethode an - und hält sie fest.

Versucht das Tier, sich zu befreien, kommt es dabei mit weiteren klebrigen Tentakeln in Berührung und haftet umso mehr.

Bei einigen Arten tragen zusätzlich Fangblätter dazu bei, die Beute zu halten.

Dann setzt - wie bei der Venusfliegenfalle - mithilfe von Enzymen die Verdauung ein.

Es sind nicht immer Insekten, mit denen sich die Karnivoren begnügen.

Größere Kannenpflanzen haben so viel Verdauungssaft, dass sie es gar mit kleinen Säugetieren aufnehmen können. So stehen bei ihnen auch Nager oder ...

... Fledermäuse auf dem Speiseplan.

Kannenpflanzen fangen ihre Beute mit Fallgruben. Bei diesem Prinzip bilden die Blätter einen Hohlraum, in den die Beute hineinrutscht.

Die Innenwände sind so glatt, dass es dem Tier kaum gelingen kann, wieder zu entkommen.

Eine Weiterentwicklung dieser Technik sind die Schlauchfallen. Hier verhindern Härchen, dass die Tiere - einmal im Schlauch gelandet - den Rückweg antreten können.

Die sogenannten Wasserschläuche schließlich fangen ihre Beute in Saugfallen. Die Pflanze baut einen Unterdruck auf. Gleicht sie diesen plötzlich aus, saugt sie damit ihre Mahlzeit ein. Die besteht zum Beispiel aus Pantoffeltierchen oder Wasserflöhen.

Mehr als 1000 verschiedene Arten fleischfressender Pflanzen sind bekannt. Sie wachsen sehr langsam, denn ihre Fangblätter betreiben viel schlechter Photosynthese als normale Laubblätter.

Gegenüber anderen Pflanzenarten sind die Karnivoren daher oft im Nachteil.

Konkurrenzfähig sind sie nur dort, wo andere Pflanzen aus Nährstoffmangel nicht gedeihen.

Sie kommen in Mooren vor, auf tropischen Tafelbergen, in Sand oder auf Felsen. Sonnig und feucht muss die Umgebung im Allgemeinen sein, sonst klappt es mit der Photosynthese nicht.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kommen karnivore Pflanzen mit den ungünstigsten Bedingungen zurecht. Selbst auf schwermetallbelasteten Böden können sie wachsen.

Wasserschläuche fühlen sich sogar in radioaktiver Umgebung, im Abklingbecken eines stillgelegten Atomkraftwerks, wohl.

Ihre Fallen machen die fleischfressenden Pflanzen eigentlich erstaunlich unabhängig. Und dennoch sind sie weltweit vom Aussterben bedroht. Zu viele Feuchtgebiete und Moore wurden trockengelegt und sind verschwunden.

Viele Arten stehen unter Naturschutz, auch im Washingtoner Artenschutzabkommen sind die fleischfressenden Pflanzen berücksichtigt. Für den Menschen sind sie nicht nur als lebendige Fallen faszinierend, er ...

... kann auch von ihnen lernen. Die Bionik hat ein waches Auge auf die Pflanzen: Wände, die so glatt sind, das nichts haften bleibt? Das klingt ideal für schmutzabweisende Beschichtungen. Karnivoren machen vor, wie's geht.

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