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"Wie im Paradies": Serengeti - Die endlose Ebene

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Als der US-amerikanische Jäger Stewart Edward White im Jahr 1913, als weite Teile Afrikas noch unerforscht waren, die Serengeti entdeckte, ... (Foto: REUTERS)

Als der US-amerikanische Jäger Stewart Edward White im Jahr 1913, als weite Teile Afrikas noch unerforscht waren, die Serengeti entdeckte, ...

Als der US-amerikanische Jäger Stewart Edward White im Jahr 1913, als weite Teile Afrikas noch unerforscht waren, die Serengeti entdeckte, ...

... beschrieb er seine Eindrücke so: "Ich befand mich plötzlich im Paradies."

Die Massai, die ihre Rinder seit Jahrtausenden auf den riesigen Ebenen weiden, ...

... nannten diese Gegend Siringitu - die endlose Ebene, das endlose Land. Davon ist der Name "Serengeti" abgeleitet. (Ein Topi - eine Antilopenart -, wachsam beobachtet von einer Hyäne im Masai-Mara-Reservat in Südkenia.)

Zur Serengeti zählt man heute den Serengeti-Nationalpark, das Ngorongoro-Reservat, die Schutzgebiete Maswa, Loliondo, Grumeti, Ikorongo und das Masai-Mara-Tierreservat in Kenia.

Der Serengeti-Nationalpark gehört mit seinen 14.763 Quadratkilometern zu den größten Nationalparks der Welt und ist eins der letzten noch intakten Migrationssysteme.

Zudem ist er seit 1981 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes und Biosphärenreservat.

Die Serengeti ist das "Kronjuwel" der Schutzgebiete Tansanias, die insgesamt etwa 14 Prozent der Oberfläche des Landes ausmachen. (Löwe mit fehlendem Hinterlauf im Serengeti-Nationalpark)

Dort leben mehr als 1,5 Millionen Pflanzenfresser ...

... und tausende von Raubtieren.

Besonders Gnus, Zebras, Gazellen und Büffel laufen einem dort in großer Anzahl über den Weg.

Jedes Jahr besuchen zehntausende Touristen die Serengeti.

Ihr einzigartiges Ökosystem hat Schriftsteller und Filmemacher, aber auch viele Fotografen und Wissenschaftler inspiriert.

Das Ökosystem der Serengeti gehört zu den ältesten der Erde. Klima, Vegetation und Fauna haben sich in den letzten Millionen Jahren nur wenig verändert.

Aber auch Menschen gibt es hier schon sehr lange. So fand man ...

... in der Olduvai-Schlucht, die im Süden des Serengeti-Ökosystems liegt und als die "Wiege der Menschheit" gilt, zwei Millionen Jahre alte Nachweise menschlicher Besiedlung. (Hillary Clinton und ihre Tochter Chelsea 1997 beim Besuch der Olduvai-Schlucht)

Berühmt geworden ist die Serengeti durch die "Great Migration", die jahreszeitliche Wanderung der Tierherden.

So machen sich während der "kleinen Regenzeit" im Oktober und November über eine Million Gnus und etwa 200.000 Zebras von den Hügeln im Norden zu den Ebenen im Süden auf, um dann nach der "großen Regenzeit" im April, Mai und Juni nach Norden zurückzuziehen.

Dieser uralte Trieb ist so stark, dass sich die Tiere weder durch verdorrte Landstriche noch durch Schluchten oder die in den Flüssen lauernden Krokodile aufhalten lassen. (Ertrunkene Tiere im Fluss Mara)

Große Bekanntheit erlangte die Serengeti zudem durch den Dokumentarfilm "Serengeti darf nicht sterben" von Bernhard Grzimek. Dafür erhielt der Tierforscher 1960 einen Oscar.

Er wurde im Mai 1987 am Rand des Ngorongoro-Kraters im Serengeti Nationalpark in Tansania beigesetzt, ...

... neben seinem Sohn Michael, der bei den Dreharbeiten 1959, erst 24-jährig, durch einen Flugzeugunfall umgekommen war.

Die Dreharbeiten zu "Serengeti darf nicht sterben" waren mit umfangreichen wissenschaftlichen Erhebungen über die Zahl der Wildtiere in Ostafrika und über deren Wanderungen verbunden.

Grund dazu waren Pläne, einen Teil des Naturparks abzutrennen und den Verlust durch Angliederung anderer Gebiete auszugleichen. Mit ihrer Methode der Tierzählung vom Flugzeug aus legte Grzimek den Grundstein für den modernen Natur- und Artenschutz.

Bis zur Kolonialisierung Tansanias war Tier- und Naturschutz dort nicht notwendig, da die Einheimischen im Einklang mit der Natur lebten und nur für den Eigenbedarf jagten.

Das änderte sich, als im 19. Jahrhundert weiße Siedler eintrafen, die Gefallen an der Großwildjagd fanden und Tiere in großer Anzahl schossen. (Theodore Roosevelt 1909 in Afrika, nachdem er einen Elefanten erlegt hatte.)

Durch dieses willkürliche Töten von Wildtieren wurde die Einrichtung von Naturreservaten nötig.

Der Lebensraum Savanne und die dort beheimatete Tierwelt sollten geschützt werden.

Die andere Seite der Medaille: Im 19. Jahrhundert war das Gebiet noch Weideland der nomadisch lebenden Massai. Durch die Naturreservate ...

... ... wurden sie in ihrer eigenen Heimat sehr in ihrer Freiheit eingeschränkt, obwohl sie selbst keinerlei Schuld an der Naturzerstörung hatten.

1929 wurde die Serengeti teilweise zum Wildreservat erklärt. 1951 gründete Tansanias Regierung den Nationalpark Serengeti.

1959 wurden die Regenzeitweiden der Gnus im Südosten der Serengeti vom Nationalpark abgetrennt ...

... und zu einem Wildschutzgebiet erklärt, in dem auch Massai ihr Vieh weiden dürfen.

Aus diesem Anlass entstand ebenfalls im Jahr 1959 Grzimeks Film "Serengeti darf nicht sterben". (Michael Grzimek, links mit Kopfverband, 1958 mit dem legendären Serengeti-Zebraflugzeug. Was von der Dornier Do 27 übrig ist, ist im Technikmuseum Berlin ausgestellt.)

Der Konflikt zwischen dem notwenigen Schutz des Lebensraums der Tiere ...

... und den Rechten der Bevölkerung besteht heute immer noch. (Wohnhütte der Waarusha, einer Untergruppe der Massai, in Kimunyak, Tansania.)

Hinzu kommt der Tourismus, der die Pflanzen- und Tierwelt zusatzlich belastet, aber dem Staat auch nicht unbeträchtliche Einnahmen bringt. (Touristen auf der Terrasse des "Mara Safari Club" in Kenia.

In letzter Zeit wird daher auf eine neue Strategie gesetzt.

Die einheimische Bevölkerung soll Teile der geschützten Gebiete selbst übernehmen - und im Gegenzug auch die Verantwortung dafür.

Durch den Tourismus können sie selbst davon profitieren ...

... und müssen das geschützte Land dafür - auch im eigenen Interesse - schützen.

Ob die Strategie erfolgreich sein wird, muss sich erst noch zeigen. Ein Anfang ist gemacht. (Andrea Beu)

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