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Das Ende einer virtuellen Reise: "Mars-Besucher" kehren zurück

 
Das Ende einer virtuellen Reise: "Mars-Besucher" kehren zurück

Nachdem sich diese Luke am 3. Juni 2010 in Moskau geschlossen hatte, war für sechs Auserwählte klar, dass sie in den nächsten 520 Tagen vor allem eines müssen: verzichten.

Auf Sonnenlicht und ...

... Spaziergänge, ...

... auf Partnerschaft mit allem Drum und Dran, ...

... auf Familienleben, ...

... gesellige Abende mit Freunden, ...

... jegliche Art von Luxus ...

... wie zum Beispiel tägliches Duschen und ...

... täglichen Wäschewechsel ...

... und sogar auf die Public-Viewing-Erfahrungen zur Fußball-WM 2010.

Dafür dürften die sechs Simulationsraumfahrer, die aus 300 Bewerbern ausgesucht worden waren, Extremerfahrungen machen wie kein anderer Mensch vor ihnen.

Sie dürften auf realitätsnahe Art und Weise den Flug zum Mars nachspielen und ...

... als Crew auf engstem Raum ganze 520 Tage gemeinsam verbringen.

Jeden dieser Tage verlebten sie nach genau vorgegebenem Ablauf.

In der Freizeit veranstalteten sie Spieleabende bis zum Abwinken und ...

... in einem Raumschiffgewächshaus ernteten sie frisches Gemüse.

Bei allen Aktivitäten wurden die Teilnehmer, ihr gesundheitlicher Zustand und ihre psychische Verfassung sowohl mit Kameras als auch mit anderen Geräten überwacht.

Das Ganze passierte auf insgesamt 180 Quadratmetern. Auf 72 Quadratmetern davon konnten sich die Crew-Mitglieder aufhalten.

Von außen sieht das Experimentierfeld in Moskau aus wie ein "Big Brother"-Container aus den 1970ern, ...

... von innen wie der Dachausbau eines Holzfurnierliebhabers. Im Bild das Wohnzimmer der Raumfahrer.

Trotz der kargen und eigenwilligen Einrichtung (die Küche), ...

... der beengten Arbeits- und Lebensverhältnisse ...

... sowie der extrem beschränkten Intimsphäre schlossen Experten einen Raumschiffkoller aus, ...

... denn die Crew wurde peinlich genau geprüft (Crew und Ersatzleute während des Trainings in Moskau), ...

... auf verschiedene Arten trainiert und ...

... so gut wie möglich auch auf unvorhersehbare Zwischenfälle vorbereitet.

Insgesamt wurden während des Simulationsfluges mehr als 100 Experimente durchgeführt, unter anderem zur psychophysiologischen Leistungsfähigkeit (Trainingsraum), ...

... zur Mikrobiologie und Gesundheit in geschlossenen Systemen oder ...

... zur Blutdruckregulation durch Salz- und Flüssigkeitsaufnahme.

Durch die streng kontrollierbaren Bedingungen gab es in dem Raumschiffnachbau so gute Experimentierbedingungen ...

... wie sie Wissenschaftler sonst nie vorfinden.

Nach 250 Tagen Simulationsflug erreichten die "Raumfahrer" planmäßig die Umlaufbahn des Mars.

Drei von ihnen landeten sogar auf dem Roten Planeten.

Der Russe Alexander Smolejewski und der Italiener Diego Urbina stiegen in Weltraumanzügen aus der künstlichen Raumfähre aus und betraten für 50 Minuten die Marsoberfläche in Moskau.

Smolejewski und Urbina sowie der Chinese Wang Yue stellten für einige Tage mehrere Ausflüge auf dem Himmelskörper nach.

Diese wurden in der Leitzentrale in Moskau genau beobachtet und dokumentiert.

Insgesamt dauerte der Aufenthalt in der Umlaufbahn des Roten Planeten 30 Tage.

Danach machten sich die sechs Simulations-Raumfahrer auf ihre 240 Tage lange Rückreise zur Erde.

Alle Crewmitglieder sind in guter körperlicher Verfassung, sehnten sich zuletzt aber sehr nach der Rückkehr ins irdische Leben.

Die beteiligten Wissenschaftler sind begeistert und beurteilen die zehn Millionen Euro teure Mission als erfolgreich. Die Ergebnisse des Isolationsexperiments sollen künftig unter anderem dazu dienen, mit den Mars500-Menüplänen den Blutdruck auch unter Alltagsbedingungen zu senken.

Nun öffnete sich die Luke für die "Raumfahrer" wieder zur Außenwelt - zur realen, nicht simulierten. Der Langzeitstresstest für die sechs Männer hat ein Ende.

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