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"Viele Menschen kämpfen gegen das Meer. Ich liebe es", lautete sein Credo.
Jacques-Yves Cousteau, Marineoffizier, Meeresforscher, Umweltschützer, Dokumentarfilmer, Erfinder, Fotograf und Schriftsteller wäre am 11. Juni 2010 hundert Jahre alt geworden.
Der Mann mit der roten Wollmütze ist bekannt aus mehr als 120 Fernseh-Dokumentationen, sechs Kinofilmen und über 50 Büchern.
Er verlieh der schweigenden Unterwasserwelt eine Stimme ...
... und brachte das bizarre und bunte Meeresleben in Millionen Haushalte.
Mit seinem Forschungsschiff "Calypso" ...
... wurde Cousteau zu einer Legende.
Neben dem Österreicher Hans Hass (hier im Bild) war Cousteau einer der ersten Unterwasserfilmer.
Um in die größten Meerestiefen hinabsteigen zu können, entwickelte der Franzose immer neue Geräte und Fortbewegungsmittel. So erfand er zum Beispiel die tauchende Untertasse und immer bessere tiefseetaugliche Kameras.
Custeau war ein begnadeter Taucher. Ohne weitere Hilfsmittel gelang es ihm 1947, auf eine Tiefe von 91,5 Metern vorzudringen. Damit stellte er den Weltrekord im Freitauchen auf (hier eine Aufnahme von 1974).
Noch als Schüler war ihm das Schwimmen wegen seiner schwächlichen Konstitution untersagt worden.
Und eigentlich hatte Cousteau Flieger werden wollen. Doch ein Autounfall machte ihm einen Strich durch die Rechnung. So trat der Sohn eines Rechtsanwalts in die Kriegsmarine ein.
1950 verließ "Commandant Cousteau" die Marine im Rang eines Korvettenkapitäns. Was dann folgte - die Erforschung der Meerestiefen -, war Pionierarbeit.
Mit der "Calypso" brach er noch im selben Jahr in Richtung Rotes Meer und Antarktis auf. Das ausrangierte Minenräumboot hatte ihm der irische Bierbrauer Guinness geschenkt.
Cousteau war der erste, der die Gesänge der Buckelwale aufnahm.
Meeresbewohner, die heute stark bedroht sind, bekam Cousteau noch zu Hunderten vor die Kamera. Seine Filme zeigen eine Unterwasserwelt, wie es sie heute nicht mehr gibt.
Seine anfängliche Tauchbegeisterung wuchs zu einer Mission: Cousteau schrieb sich den Schutz der Ozeane und ihrer Lebewesen auf die Fahnen.
1956 wurde er Direktor ...
... des Ozeanographischen Museums in Monaco, ...
... 1973 gründete er die Cousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere, die heute mehr als 300.000 Mitglieder hat.
Später kritisierte er die französische Regierung öffentlich für ihre Atomtests im Südpazifik.
Cousteau stand ungern im Rampenlicht. Unter die Großen und Mächtigen der Welt mischte er sich nur, ...
... wenn es darum ging, seinen Namen in den Dienst seiner Mission zu stellen.
Allerdings wurden Stimmen laut, die dem Wissenschaftler vorwarfen, nicht immer authentische Bilder aus der Unterwasserwelt gezeigt zu haben. Die Sensationslust der Zuschauer soll Cousteau mit massakrierten Haien, einem unter Drogen gesetzten Oktupus und anderen Inszenierungen bedient haben.
Auch hieß es, Cousteau ließe sich und seine Expeditionen von Industriekonzernen finanzieren.
Doch allen Kritikern zum Trotz wurde der populäre Meeresforscher 1989 in eine der wichtigsten Institutionen des geistigen Lebens Frankreichs aufgenommen: in die renommierte Académie française.
Zwischen 1988 und 1996 kürten ihn die Franzosen 20 Mal zum beliebtesten Landsmann.
Am 25. Juni 1997 starb "Jique", wie ihn seine Mitarbeiter nannten, im Alter von 87 Jahren an einem Herzinfarkt.
Das Rotorschiff "Alcyone", mit dem der berühmteste Meeresforscher des 20. Jahrhunderts 1985 in See gestochen war, ist noch immer im Auftrag der Cousteau-Gesellschaft unterwegs.
Und nun soll auch die "Calypso", die 1996 im Hafen von Singapur gesunken war, bald wieder Fahrt aufnehmen.
Cousteaus Lebenswerk wird fortgesetzt.
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