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In jedem Jahr kommen Vogelliebhaber zusammen, um sich ein Naturschauspiel der besonderen Art anzusehen.
Sie lassen sich von Tausenden Zugvögeln in der Luft ...
... oder auf dem Land beeindrucken. (Kraniche und Wildgänse)
Weltweit treten rund 50 Milliarden Vögel jährlich die Reise in ein Winterquartier oder zum Brutplatz an.
Die Routen der gefiederten Tiere erstrecken sich über den gesamten Erdball.
Von Europa aus starten rund fünf Milliarden Tiere.
Alle ziehen in Richtung Süden.
Die meisten, vor allem kleine Vögel, können wir bei ihrem Zug gar nicht genau beobachten, ...
... denn sie starten nachts und manche machen sich sogar ganz allein auf den langen Weg.
Andere wiederum, zumeist große Tiere, sammeln sich oder rasten gemeinsam, um die Strecke als Schwarm oder ...
... in kraftsparender Keilform zu schaffen.
Wildgänse und Kraniche beispielsweise fliegen in Keilform. Bei der Führung, also der kraftaufwendigsten Arbeit, wechseln sich die Vögel regelmäßig ab.
Ungefähr drei Viertel aller Vögel weltweit sind Zugvögel.
Die anderen Tiere werden als Standvögel bezeichnet. Sie bleiben das ganze Jahr über in einem Gebiet. In Deutschland gehören Kohl- und Blaumeisen dazu.
Standvögel sind gut an die Bedingungen in ihrer Region angepasst.
Zugvögel werden nach der Länge der zurückgelegten Strecke noch einmal unterschieden. Es gibt Langstreckenzieher, die auf ihrem Flug in der Regel mehr als 4000 Kilometer zurücklegen. Kuckucke und Nachtigallen gehören dazu.
Kormorane ...
... und Rotkehlchen werden zu den Kurzstreckenziehern gezählt. Sie legen nicht mehr als 2000 Kilometer zurück, um in ihre Winterquartiere zu gelangen.
Außerdem kennen die Vogelforscher Tiere, die als Mittelstreckenzieher bezeichnet werden. Ein typischer Vertreter ist der Zilpzalp.
Zilpzalps, die zu den zehn häufigsten Vogelarten in Deutschland gehören, haben ihr Winterquartier im Mittelmeerraum.
Die Grenzen zwischen den Kategorien sind jedoch schwammig. Einige der Tiere überwinden bei ihrem Zug sogar mehr als 6000 Kilometer, allerdings mit vielen Pausen. Sie sind physiologisch anders ausgestattet als Langstreckenzieher und werden aus diesem Grund zu den Mittel- oder Kurzstreckenziehern gezählt.
Auch innerhalb einer Art kann sich das Zugverhalten unterscheiden. Bei Staren zum Beispiel, gibt es Populationen, die jedes Jahr ziehen und andere, die an ihrem Brutplatz bleiben.
Diese Arten werden dann als Teilzieher bezeichnet.
Außerdem kennen die Vogelforscher Tiere, die als Strichvögel bezeichnet werden. Diese Tiere verlassen im Winter zwar ihr Brutgebiet, bleiben jedoch in denselben Breiten und suchen lediglich etwas wärmere Gefilde auf. Die Goldammer gehört dazu.
Ob Vögel ziehen oder nicht, ist weniger von den sinkenden Temperaturen, sondern viel mehr vom sinkenden Nahrungsangebot abhängig.
Der Vogelzug ist mit großen körperlichen Strapazen und ...
... reichlich Gefahren für die Tiere verbunden.
Von den 50 Milliarden Zugvögeln jährlich sterben etwas 80 Millionen Tiere, noch bevor sie ihr Ziel erreichen.
Trotz aller Unwägbarkeiten scheint es sich doch als Überlebensstrategie für die Mehrzahl der Vögel zu lohnen, im Herbst das Quartier zu wechseln und im Frühling zum Brutplatz zurückzukehren.
Dreh- und Angelpunkt für die Vögel bleibt das Futterangebot. Vor den unglaublichen Anstrengungen müssen sich alle Zugvögel gute Fettpolster anfressen.
Diese werden dann während des Zuges vollständig aufgebraucht.
Obwohl die Vögel aufgrund ihrer Gene wissen, wann sie ziehen müssen, wie weit und sogar in welche Richtung, ...
... kann es passieren, dass typische Zugvögel sich nicht mehr auf den Weg in ihr Winterquartier machen, sondern an ihrem Brutplatz bleiben.
Oftmals hat der Mensch dann seine Hände bewusst oder ...
... unbewusst im Spiel.
Müllkippen beispielsweise stellen für Vögel weltweit einen reich gedeckten Tisch dar, allerdings nicht ohne Gefahren.
Jährlich sterben tausende Tiere, weil sie unverdauliche Plastikteile verschlucken.
Ornithologen sind am Zug der Tiere sehr interessiert. Die meisten setzen sich mit ihren Forschungen dafür ein, dass die Vögel ihrer natürlichen Bestimmung folgen und ziehen.
Sie helfen manchen Vögeln, die aus Handaufzuchten oder Schutzstationen stammen, mit Leichtflugzeugen, ihren Weg in Richtung Süden zu finden.
Übrigens: Begeisterte Ornithologen reisen den Tieren nicht nur hinterher, um sie zu beobachten, sondern verschenken zu Weihnachten gern auch mal eine Kranichpatenschaft.
Paten können beim Kranich-Informationszentrum einem Vogel einen Namen geben. Dieser wird dann mit einem datensammelnden Sender ausgestattet und der oder die Beschenkte kann dann seinen Kranich im Netz verfolgen.
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