Mittwoch, 05. Oktober 2005
Verheerende Naturkatastrophen: 250.000 Tote allein 2004
Rund 250.000 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Naturkatastrophen getötet worden. Erdbeben, Hurrikans oder Tsunamis forderten seit 1995 über 900.000 Todesopfer. "97 Prozent aller Toten kommen aus Entwicklungsländern", sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) bei der Vorstellung des Weltkatastrophenberichts 2005.
Wieczorek-Zeul forderte auf Grund der steigenden Zahl von Naturkatastrophen den Ausbau von Frühwarnsystemen. Ferner müsse mehr Geld für Entwicklungshilfe aufgebracht werden, um Menschen in ärmeren Ländern besser zu schützen. "Wer nicht in bitterer Armut lebt, hat bessere Chancen, Katastrophen zu entfliehen", sagte die Ministerin.
Rechtzeitige Warnung rettet Tausende Leben
Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, sagte: "Entwicklungsländer sind zehn Mal so stark von Katastrophen betroffen wie andere Länder." Jedes Mal werde die Entwicklung dieser Staaten zurückgeworfen. Viele Menschen hätten durch effektivere Information gerettet werden können.
Die rechtzeitige Warnung vor Naturkatastrophen wird nach Einschätzung der Internationalen Föderation des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes (IFRC) immer wichtiger. In ihrem in Genf veröffentlichten Weltkatastrophenbericht 2005 heißt es, zwar stehe moderne Überwachungs- und Kommunikationstechnik zur Verfügung, doch würden nicht immer die wirklich Gefährdeten erreicht. Wo rechtzeitig gewarnt werde, würden meist Tausende Leben gerettet.
121 Mrd. Euro Schaden
Nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean, bei dem im Dezember vorigen Jahres 220.000 Menschen starben, hat das Rote Kreuz umgerechnet 1,3 Mrd. Euro Spenden für die Katastrophenregion erhalten. Der Asien-Chef des IFRC, Bekele Geleta, sagte in Bangkok zu den Spenden für die Region: "Haben wir genug Geld bekommen? Die Antwort ist ja". In der indonesischen Provinz Aceh verzögere sich aber das geplante Hausbauprogramm, da es unter anderem zu wenig Bauarbeiter gebe und noch nicht alle Straßen repariert seien, sagte der Delegationsleiter für Indonesien, Peter Cameron.
Insgesamt waren im vergangenen Jahr 146 Mio. Menschen von Naturkatastrophen betroffen. Den weltweiten finanziellen Schaden schätzt die IFRC auf bis zu 145 Mrd. US-Dollar (121 Mrd. Euro). Der Weltkatastrophenbericht wird jährlich von der IFRC herausgegeben. In seinem 13. Erscheinungsjahr stehen die bessere Information und Kommunikation bei Katastrophen im Mittelpunkt.
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