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Dienstag, 19. April 2005

Festtagsdiät in Tel Aviv: Affen müssen koscher essen

Von n-tv Korrespondent Ulrich W. Sahm, Jerusalem

Auch den Tieren im Safari Tiefpark bei Tel Aviv gebührt ein koscheres Passahfest nach allen Regeln dieses "Festes des ungesäuerten Brote". Alle Käfige wurden einem gründlichen Frühlingsputz unterzogen, um auch den letzten Brotkrümel zu entfernen. Da ein Teil der Nahrungsmittel für die Tiere unter Aufsicht der Rabbiner angeliefert werden, mussten auch die Tiere auf eine achttägige Periode ohne "Gesäuertes" umgestellt werden, sagte Sagit Horowitz, Sprecherin des beliebten Parks.

Anstelle von Brot erhalten sie die knäckebrotartigen "Matzot", die traditionellen "ungesäuerten Brote". Entsprechend biblischer Regeln wird auf israelischen Märkten ein "zehnter Teil" aller Früchte abgezweigt. Vor zweitausend Jahren war dieser "zehnte Teil" den Priestern im Tempel gewidmet. Heute werden diese Früchte an die Zoos in Israel geliefert, damit sie nicht von Menschen genossen werden.

So wie manche Menschen darunter leiden, acht tage lang nur diese trocknen nach Pappe schmeckenden "Mazzes" essen zu dürfen, wie man sie auch nennt, werden nach Angaben der Sprecherin vor allem die Affen und Elefanten unter der Festtagsdiät leiden, zumal sie am liebsten duftendes frisches Brot genießen. "Niemand wird sich die Mühe machen, den Tieren den Sinn der kulinarischen Verbote zu erklären," sagte die Sprecherin. Weil während des Passahfestes viele fromme Familien den Safari-Park besuchen, sei es "unpassend", wenn die Affen vor ihren Augen einen Hefekuchen und die Elefanten frische Brote verspeisen.

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