Donnerstag, 06. Juli 2006
Wie 1950: Auswanderung auf Rekordhoch
Rund 145.000 Deutsche haben im vergangenen Jahr ihre Heimat verlassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden ist das die höchste registrierte Abwanderung von Deutschen seit 1950.
Ins Ausland zieht es vor allem Deutsche aus den alten Bundesländern oder aus Berlin, das die Statistiker offenbar als Westdeutschland betrachten (134.000). Aus den neuen Bundesländern zogen nur 10.000 Deutsche ins Ausland.
Das Bundesamt betont, dass die Zahlen keine Aussagen zum Hintergrund der Fortzüge zulassen. So sei keine Differenzierung möglich, ob der Fortzug eine dauerhafte Auswanderung oder eine befristete Ausreise sei. Zudem könne nicht unterschieden werden, ob es sich bei den Ausreisenden um Spätaussiedler, Eingebürgerte oder Deutsche ohne Migrationshintergrund handele.
Weniger Spätaussiedler, weniger Ausländer
Der Zuzug von Deutschen nach Deutschland hat sich 2005 gegenüber den Vorjahren mit 128.000 deutlich verringert. Diese Zahl enthält sowohl die Zuzüge von Spätaussiedlern und von Rückkehrern. Ein Grund für den Rückgang der Zuzüge sei darin zu sehen, dass in den letzten Jahren immer weniger Spätaussiedler nach Deutschland zugewandert seien.
Mit rund 579.000 Ausländern zogen im vergangenen Jahr vier Prozent weniger nach Deutschland als im Vorjahr. Damit wurde zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung die 600.000 Personen-Grenze unterschritten. Rund 483.600 Ausländer haben Deutschland 2005 verlassen, zwölf Prozent weniger als 2004.
Insgesamt kamen 707.000 Menschen nach Deutschland, 628.000 verließen das Land. Daraus ergibt sich ein so genannter Wanderungsüberschuss von 79.000 Menschen.
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