Dienstag, 20. September 2005
Schwere Explosion in Höxter: Bekennerschreiben gefunden
Einen Tag nach der verheerenden Explosion eines Wohn- und Geschäftshauses in Höxter (Nordrhein-Westfalen) haben die Rettungskräfte am Abend unter den Trümmern einen dritten Leichnam gefunden. Ob es sich dabei um den 64 Jahre alten Miteigentümer handelt, soll am Mittwoch die Obduktion der Leiche klären.
Am Dienstag hatten die Polizei in Höxter und die Staatsanwaltschaft in Paderborn erklärt, der 64-Jährige habe in mehreren Bekennerschreiben zugegeben, die Explosion vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Damit wollte er sich für Prozesse im Zusammenhang mit einem Familienstreit mit seinem Bruder um das Haus rächen. Bei der Explosion starben eine 81 Jahre alte Frau aus dem niedersächsischen Holzminden und ein 79 Jahre alter Mann aus Höxter. Die Polizei geht davon aus, dass keine weiteren Todesopfer zu beklagen sind, hieß es am Abend weiter.
Die Gasexplosion in Höxter war dem Schreiben zufolge kein Unglück, sondern war gezielt durch Lösen der Gasrohrverschraubungen ausgelöst worden. Zudem will der 64-Jährige mehr als 900 Liter Brandbeschleuniger eingesetzt haben. Ob tatsächlich eine so große Menge in das Haus geschafft wurde, sei unklar, sagte ein Polizeisprecher. Zeugen hatten gesehen, wie der Hauseigentümer vom Balkon seiner Wohnung mit Benzin gefüllte Flaschen in den Innenhof und an die Außenwände warf. In den Bekennerschreiben hieß es: "Dies ist die Bestrafung im Namen der Gerechtigkeit für all das Unrecht, das ich in den letzten Jahren erlitten habe."
Bei der Explosion wurden zudem 36 Menschen verletzt, 16 davon schwer. Die Verletzten waren vor allem von umher fliegenden Trümmern und Glassplittern der zerstörten Fenster von Geschäften und Wohnhäusern getroffen worden.
Die Brüder hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Vergangenheit zahlreiche juristische Auseinandersetzungen geliefert. Nun sollte das Haus versteigert und der Erlös geteilt werden.
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