Archiv

Jubel bei AnhängernFreispruch für Zuma

08.05.2006, 17:29 Uhr

Der frühere südafrikanische Vizepräsident und Freiheitskämpfer Jacob Zuma ist vom Vorwurf der Vergewaltigung einer HIV-positiven Bekannten freigesprochen worden.

Der frühere südafrikanische Vizepräsident und Freiheitskämpfer Jacob Zuma ist vom Vorwurf der Vergewaltigung einer HIV-positiven Bekannten freigesprochen worden. Richter Willem van der Merwe begründete das Urteil am Montag mit Widersprüchen in der Beweislage. Er sei überzeugt, dass die sexuelle Beziehung zwischen Kläger und Klägerin auf gegenseitigem Einverständnis beruhte. Zuma stand im Verdacht, im vergangenen November die Tochter eines Freundes sexuell missbraucht zu haben. Zuma selbst hatte die Vorwürfe gegen ihn stets bestritten.

Der landesweit von Radio und Fernsehen übertragene Freispruch wurde von seinen zahlreichen Anhängern vorm Gerichtgebäude mit Jubel aufgenommen. Der stellvertretende Vorsitzende des Afrikanischen National-Kongresses (ANC) hielt in einer kurzen Ansprache "konspirativen Kräften" aus Politik und Medien den Versuch seiner politischen Destabilisierung und Diskreditierung vor.

Der Fall hatte wochenlang die südafrikanische Öffentlichkeit in Atem gehalten und zu einer Polarisierung von Anhängern und Gegnern Zumas geführt. Der populäre Politiker hatte durch seine Aussagen während des Verfahrens Frauenrechtlerinnen und Aids-Aktivisten gegen sich aufgebracht.

Auch Richter van der Merwe kritisierte in seiner Urteilsbegründung, dass Zuma als einstiger Vorsitzender des Aids-Beirats ungeschützten Sex mit der Klägerin hatte. Er hatte sich im Prozess mit der Bemerkung verteidigt, dass eine anschließende Dusche das Risiko einer Infektion verringert hätte.

Obwohl ihm Beobachter vor dem Freispruch ein Ende seiner politischen Zukunft vorher gesagt hatten, bescheinigten sie Zuma am Montag unverändert großen Rückhalt in weiten Teilen der Bevölkerung. Er galt bis zu seinem Prozess als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Präsident Thabo Mbeki 2009. Er war nach Korruptionsvorwürfen jedoch im vergangenen Jahr als Vizepräsident entlassen worden und wird sich wegen dieser Vorwürfe im Juli in Durban erneut vor Gericht verantworten müssen.