Freitag, 12. Mai 2006
Betrügerischer Klonforscher: Hwang muss vor Gericht
Nach den nachgewiesenen Fälschungen bei seinen Aufsehen erregenden Stammzellstudien muss sich der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk vor Gericht verantworten. Nach knapp fünfmonatigen Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft in Seoul am Freitag gegen den einstigen Vorzeigeforscher Anklage wegen des Vorwurfs des Betrugs und der Veruntreuung von Forschungszuschüssen.
Zudem wird dem 53-jährigen Tiermediziner Verstoß gegen das Bioethikgesetz wegen illegaler Beschaffung von Eizellen für seine Forschung vorgeworfen. Im Zusammenhang des Fälschungsskandals wurden außerdem fünf andere Forscher angeklagt.
Die Anklagebehörde bestätigte die Untersuchungsergebnisse der Nationaluniversität in Seoul, wonach es sich bei in Science"-Artikeln Hwangs aus den Jahren 2004 und 2005dargestellten Erfolgen über angeblich geklonte menschliche Stammzellen um Fälschungen gehandelt habe. "Hwang wies sein Team an, verschiedene Daten zu fälschen, inklusive Fotos und die Zahl von Stammzellen sowie die DNA-Testergebnisse." Hwang wurde außerdem des Missbrauchs oder Veruntreuung eines Betrags von 2,8 Milliarden Won (etwa 2,4 Millionen Euro) an staatlichen Zuschüssen oder privaten Zuwendungen beschuldigt.
Die Regierung hatte dem einst als Volksheld gefeierten Forscher bereits im März die Erlaubnis zur Herstellung von und die Forschung mit embryonalen Stammzellen entzogen. Die Nationaluniversität entzog ihm seine Professur. Hwang hatte zwar als Hauptautor der Artikel die Verantwortung für die Verwendung gefälschter Daten übernommen, sich jedoch als Opfer eines Komplotts beschrieben.
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