Freitag, 24. Februar 2006
Handel mit Leichenteilen: In alle Welt verkauft
Ein früherer Zahnarzt soll sich zusammen mit drei Kumpanen unerlaubt an Leichenteilen von mehr als tausend Toten bereichert haben. Das Quartett wurde jetzt an einem US-Bundesgericht in New York angeklagt, berichtete die "New York Times" am Freitag. Die Männer sollen mit Beerdigungsunternehmen unter einer Decke gesteckt haben. Sie sezierten die Leichen von Männern und Frauen, die sich nicht zu Organspendern erklärt hatten.
Die Knochen, Organe und Gewebe wurden zur Transplantation und zu Forschungszwecken in alle Welt verkauft und brachten den Männern laut Anklageschrift 4,6 Millionen Dollar (3,8 Millionen Euro) ein. Den Ermittlern zufolge sorgen sich die Käufer jetzt um die Empfänger der transplantierten Gewebe, die ein hohes Infektionsrisiko tragen.
"HIV, Hepatitis C und viele andere Infektionskrankheiten brauchen lange, bis sie sich bemerkbar machen", erklärte ein Rechtsanwalt in South Carolina, der 85 Empfänger dieser Transplantate vertritt. Zu den Opfern gehörte auch der vor zwei Jahren in New York gestorbene britische BBC-Moderator Alistair Cooke. Er war im Alter von 95 Jahren einem Lungentumor erlegen. Um Abnehmer für seine Organe zu finden, fälschte das Quartett einen Totenschein, demzufolge Cooke 85-jährig gesund an Herzversagen starb.
Der Anklageschrift nach stopften die Täter ihre Handschuhe und Kittel in die aufgeschnittenen Leichen, um Beweismittel zu vernichten. Die vier Männer erklärten sich in allen Punkten der Anklage -Korruption, Leichendiebstahl, unerlaubte Sektion und Grabschändung - für unschuldig.
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