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Privatinsolvenz angemeldetKindermörder Gäfgen ist pleite

15.09.2006, 15:16 Uhr

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder von Jakob von Metzler, Magnus Gäfgen, hat aus der Haft heraus Privatinsolvenz angemeldet.

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Kindermörder Magnus Gäfgen ist pleite. Sein Anwalt Michael Heuchemer bestätigte einen Bericht der "Wetzlarer Neuen Zeitung" (WNZ), wonach der 31-Jährige beim Amtsgericht Marburg Privatinsolvenz angemeldet hat. Es handele sich allerdings um einen rein formalen Akt und sei bei langjährigen Haftstrafen absolut üblich. "Das macht jeder Gefangene" meinte Heuchemer. Das Gericht hat das Verfahren nach Angaben einer Sprecherin bereits eröffnet.

Gäfgen sitzt in der nordhessischen Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt eine lebenslange Haftstrafe wegen der Entführung und Ermordung des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler im Jahr 2002 ab. Das Landgericht Frankfurt hat bei ihm eine besonders schwere Schuld erkannt, so dass er nicht bereits nach 15 Jahren auf Bewährung entlassen wird. Zum Zeitpunkt der Entführung des elfjährigen Jakob hatte er nach Polizeiermittlungen nur rund 2.500 Euro Schulden, obwohl er seine angebliche Geldnot als alleiniges Motiv genannt hatte.

Der Frankfurter Gerichtsvollzieher Walter Horz bestätigte die Darstellung des Rechtsanwalts. Für einen Gefangenen mit einer langen Haftstrafen biete das Insolvenzrecht beste Voraussetzungen, schuldenfrei zu werden. Nach rund sieben Jahren sei er komplett schuldenfrei. "Die Zeit läuft für ihn", meinte Horz zum Fall Gäfgen. In der Freiheit scheiterten viele Privatleute im Insolvenzverfahren an der Auflage, keine neue Schulden zu machen.