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Freitag, 16. Juni 2006

Rassismus in Deutschland: Noel Martin stirbt am 23. Juli 07

Zehn Jahre nach dem rassistischen Angriff auf den schwarzen britischen Bauarbeiter Noel Martin hat dieser seinen Freitod angekündigt. Er wolle am 23. Juli 2007, seinem Geburtstag, sterben, sagte er in einem Interview mit dem RBB-Fernsehen.

Martin ist seit einem Autounfall am 16. Juni 1996 querschnittsgelähmt. Zuvor hatten rechtsgerichtete Jugendliche in Mahlow (Brandenburg) den farbigen Briten mit rassistischen Äußerungen beleidigt. Martin floh gemeinsam mit einem Kollegen in seinem Wagen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd warf einer der jungen Neonazis einen Stein auf das Auto der Briten. Martin fuhr mit seinem Wagen gegen einen Baum und wurde dabei so schwer verletzt, dass er seit dem auf Hilfe angewiesen ist.

Jetzt hat Joel Martin nach eigenen Worten der Lebensmut verlassen. In der Schweiz wolle er im kommenden Jahr die Möglichkeit der Sterbebegleitung wahrnehmen. Im Jahr 2000 war bereits seine Frau Jacqueline gestorben, wofür er maßgeblich den Stress durch seine Behinderung verantwortlich macht.

Die beiden Straftäter aus Blankenfelde-Mahlow – damals 24 und 18 Jahre alt – wurden zu Haftstrafen von acht beziehungsweise fünf Jahren verurteilt. Sie leben heute wieder frei in ihrer Heimatgemeinde.

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