Panorama

Polizei nimmt Drohnenbesitzer festBeinahe-Crash mit Lufthansa-Maschine

22.07.2015, 11:28 Uhr

Beim Landeanflug auf Warschau kommt einer Lufthansa-Maschine die Drohne eines Freizeitfliegers in die Quere. Ein Zusammenstoß kann gerade noch vermieden werden, danach sucht die Polizei nach dem Übeltäter. Nun werden die Beamten offenbar fündig.

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Die Drohne kam dem Flugzeug bedenklich nahe. (Foto: dpa-tmn)

Nach dem Fast-Zusammenstoß einer Lufthansa-Maschine mit einer Freizeitdrohne in Warschau ist ein 39-Jähriger vorübergehend festgenommen worden. Der Mann aus Piaseczno bei Warschau wird verdächtigt, den Flugverkehr am Warschauer Flughafen mit seiner Drohne gefährdet zu haben. Auch das Gerät wurde Medienberichten zufolge am Dienstagabend beschlagnahmt. Mit einer Untersuchung der gespeicherten Daten soll nun festgestellt werden, ob es sich tatsächlich um die Drohne handelt, die am Montag den Flugverkehr gestört hatte.

Die Besatzung einer aus München kommenden Embraer 195 hatte das unbemannte Flugobjekt in rund hundert Metern Entfernung entdeckt, als sie sich in einer Höhe von 700 Metern zehn Kilometer vor dem Warschauer Flughafen Okecie befand. Es bestand die Gefahr eines Zusammenstoßes. Die Präsenz einer Drohne in der Einflugschneise des Flughafens sei unzulässig, erklärte die polnische Luftfahrtbehörde daraufhin. Die Landung der Lufthansa-Maschine verlief aber normal.

Vorsichtshalber wurden jedoch rund 20 Flugzeuge beim Anflug auf Warschau auf andere Einflugschneisen umgeleitet. Polizei- und Militärhubschrauber versuchten, die Drohen ausfindig zu machen. Dem Drohnenpiloten droht eine Strafe wegen Gefährdung des Flugverkehrs.

Wachsende Gefahr

Experten warnen seit Längerem davor, dass Drohnen den Luftverkehr gefährden können. Dabei halten Experten auch terroristische Attacken für möglich, bei denen die Bordtechnik mit einem Hackerangriff oder mit von Drohnen ausgesandten Signalen manipuliert wird. Bisher sind es zumeist die Drohnen von Hobby-Fliegern, die den gleichen Luftraum beanspruchen wie die zivile oder militärische Luftfahrt.

Vergangenes Jahr hatte sich ein ähnlicher Vorfall in Krakau ereignet. Eine Untersuchung führte bisher aber zu keinem Ergebnis. Auch international sorgen die unbemannten Flugzeuge zunehmend für Probleme. In Frankreich meldeten Piloten wiederholt Drohnen in der Einflugschneise der Flughäfen Orly und Roissy bei Paris. Am Samstag klagte die kalifornische Feuerwehr, dass fünf Drohnen ihre Löschhelikopter bei der Bekämpfung eines Feuers auf einer Autobahn behindert hätten.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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