Sonntag, 20. März 2005
Usedom-Wollin-Fähre gestoppt: Provinzposse aus Polen
Nach nur vier Fahrten haben die polnischen Schifffahrtsbehörden den geplanten Linienbetrieb zwischen Usedom und dem Badeort Misdroj (Miedzyzdroje) auf der Nachbarinsel Wollin (Wolin) gestoppt. "Es ist eine Posse, aber wir dürfen vorerst nicht an der neuen, selbst finanzierten Seebrücke anlegen", sagte Reeder Sven Paulsen am Sonntag der dpa. Eine Begründung habe die polnische Seite bisher nicht geliefert.
Am Samstag und Sonntag fuhren erstmals nach Kriegsende wieder Touristen mit einem deutschen Ausflugsschiff nach Misdroj. Mehrere hundert Neugierige nutzten die Sondergenehmigung der Reederei Sven Paulsen. Die Firma mit Sitz in Heringsdorf hat nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro in den 395 Meter langen Brückenbau investiert. Das nach Sopot bekannteste Ostsee-Bad Polens sollte täglich drei Mal angesteuert werden.
"Jetzt dürfen wir nur von den Ostseebädern Usedoms weiter nach Swinemünde (Swinoujscie) schippern und können von dort mit dem Bus weiter bis Misdroj", sagte Paulsen. Noch am Wochenende gab es Gespräche mit dem Seegrenzschutzamt Danzig (Gdansk), die aber nicht den erhofften Durchbruch brachten.
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