Freitag, 06. Oktober 2006
Kein Nazi-Hotel: Stadt kauft Gebäude
Der Besitzer des "Hotels am Stadtpark" in Delmenhorst ist nach Angaben der Stadt nun doch bereit, die Immobilie an die Kommune statt an einen Neonazi-Anwalt zu verkaufen.
Ein Sprecher der Stadtverwaltung wie auch der von der Kommune eingeschaltete Vermittler Christian Glaß sagten am Freitag, der verschuldete Eigentümer Günter Mergel reagiere damit auf einen Beschluss des Stadtparlaments vom Vortag. Demnach soll eine kommunale Wohnungsgesellschaft das Gebäude für drei Millionen Euro ankaufen. Zuvor hatte Mergel noch erklärt, er wolle das Hotel an den Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger verpachten. Dieser werde ihm dafür ein zinsloses Darlehen in Höhe der auf dem Hotel lastenden Schulden gewähren.
Diese Variante verfolge Mergel nun aber nicht weiter, sagte Vermittler Glaß. Ursprünglich hatte der Hotelbesitzer geplant, das Gebäude für 3,4 Millionen Euro an Rieger zu verkaufen. Der Neonazi-Anwalt wollte dort nach eigenen Worten ein Tagungs- und Schulungszentrum einrichten. Dagegen hatte sich heftiger Widerstand in der Bevölkerung geregt.
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