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Panorama

Freitag, 21. Oktober 2005

400.000 in Sicherheit gebracht: "Wilma" über Yukatan

Der als extrem gefährlich eingestufte Hurrikan "Wilma" wütet über den Küstengebieten der mexikanischen Halbinsel Yukatan und treibt riesige Wellen gegen die Strände. Wegen der Größe des Monstersturms waren dessen Ausläufer schon in der Nacht im gesamten Nordosten der Halbinsel zu spüren gewesen. Die Strände wurden schwer beschädigt und teilweise weggespült.

400.000 Kubaner in Sicherheit gebracht

Wegen der schweren Regenfälle ließ die kubanische Regierung fast 400.000 Menschen in Sicherheit bringen. Von den Maßnahmen sind die westlichen Provinzen Pinar del Rio, das Gebiet und die Stadt Havanna und die Isla de la Juventud betroffen, berichtete der kubanische Zivilschutz. Die Maßnahme sei vorsorglich getroffen worden, um wegen möglicher Überschwemmungen und Erdrutsche Todesopfer zu vermeiden, teilte der Zivilschutz am Freitag in Havanna mit.

"Es ist möglich, dass wir länger andauernde Regenfälle haben werden", sagte der Chef des des Meteorologischen Instituts von Kuba, Jos Rubiera,. Er wird befürchtet, dass "Wilma" auf seinem Weg nach Florida von mexikanischen Yukatan nördlich an Kuba vorbeiziehen und mehrere Tage Sturm und Regen auf die Insel bringen wird.

In Havanna wurden nach Angaben des Zivilschutzes mittlerweile 250.000 Menschen in Sicherheit gebracht. "Die Hauptstadt bereitet sich auf einen sehr komplizierten Hurrikan vor" sagte Ileana Ezquerro, vom Zivilschutz. 2,2 Millionen Einwohner von Havanna und die Menschen in den westlichen Provinzen träfen Vorbereitungen, um sich vor dem Hurrikan zu schützen.

Hotelzone in Cancun abgeriegelt

Die Hotelzone, auf dem Cancun vorgelagerten Dünengürtel war geräumt und vollkommen abgeriegelt worden. Die Straßen nach Süden waren gesperrt und die Menschen aufgefordert worden, nicht mehr ins Freie zu gehen. Der Strom wurde abgeschaltet. Die Armee bewacht die Straßen. Bautrupps aus dem ganzen Land stehen bereit, nach dem Sturm die möglicherweise beschädigte Infrastruktur zu reparieren.

Es war zunächst nicht klar, welchen Weg das Auge des Hurrikans bei dessen Zug über die Nordspitze der Halbinsel nehmen würde. "Das Schlimmste ist, dass er sich so langsam fortbewegt, und wir nicht wissen, wie lange er auf uns herummahlen wird", sagte ein Cancuner. "Wir sind durch die Berichte über die Stärke von Wilma vorher verunsichert worden."

Rund 24.000 Touristen, darunter rund 6.000 Deutsche, wurden in Gemeinschaftsunterkünften in Cancn, das nicht direkt am Meer liegt, und andere Orten der Küste und weiter im Landesinneren untergebracht. Cancn hat mehr als 600.000 Einwohner. Hier könnte es wegen der starken Regenfälle vor allem zu Überschwemmungen kommen. Bedrohlicher als die Sturmwinde selbst ist die langsame Geschwindigkeit, mit der sich der Hurrikan von der Stelle bewegt, da er dadurch sehr lange seine zerstörerische Kraft auf die Regionen wirken lassen kann.

Leben von Kindern schützen

Der Flughafen von Cancun ist bis auf weiteres geschlossen. Die Reiseveranstalter sagten alle Reisen nach Yukatan bis Anfang der kommenden Woche ab. Insgesamt hatten sich nach Angaben des Tourismusverbandes von Quintana Roo rund 34.800 Touristen an der mexikanischen Karibikküste aufgehalten, von denen vor allem die nordamerikanischen Veranstalter ihre Gäste vorzeitig nach Hause schickte. Mehr als 50.000 Behälter mit Nahrungsmitteln seien in den Bundesstaat geschickt worden, hieß es. Mexikos Präsident Vicente Fox betonte, jetzt gelte es, Leben zu schützen, vor allem das von Kindern.

Anfang kommender Woche könnte der Wirbelsturm den US-Bundesstaat Florida erreichen. Gouverneur Jeb Bush sagte, zwischen Tampa und Key West könne keine Kommune vor dem Hurrikan sicher sein. Deshalb sei es besser, sich vorzeitig in Sicherheit zu bringen. "Ich bitte alle Bewohner, sich auf diesen Sturm zu konzentrieren", sagte er. Tausende haben sich inzwischen auf den Weg nach Norden gemacht.

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