Samstag, 29. Oktober 2005
NPD-Demo in Göttingen
Autonome zünden Barrikaden an
Ein Aufmarsch der rechtsextremen NPD in Göttingen ist wegen des gewaltsamen Protestes von rund 1000 Autonomen vorzeitig zu Ende gegangen. Die teils vermummten Demonstranten bauten gut 30 Barrikaden, zündeten Müllcontainer an und warfen Steine auf die Einsatzkräfte. Insgesamt wurden mehr als 60 Menschen leicht verletzt, darunter 14 Polizeibeamte. Eine Passantin habe einen Armbruch erlitten, sagte ein Polizeisprecher am Abend.
Weitere 5000 Menschen demonstrierten friedlich unter dem Motto "Nazi-Aufmarsch stoppen" gegen den NPD-Aufzug. Sie folgten einem Aufruf von rund 60 Organisationen, Verbänden und Kirchen. Die Teilnehmer schwenkten Plakate mit Aufschriften wie "Nazis raus" oder "Kein Platz für Faschisten". Auch an Häusern hingen große Protestschilder.
Die Autonomen hatten sich abseits des Zugweges versammelt und waren aus dem ganzen Bundesgebiet angereist. Die Polizei nahm 41 von ihnen in Gewahrsam, die meisten waren bis zum Abend wieder auf freiem Fuß. Die gewalttätigen Demonstranten richteten einen Sachschaden von etwa 150000 Euro an. "Wir haben mit Auseinandersetzungen gerechnet, aber nicht in so aggressiver Form", sagte Polizeipräsident Hans Wargel. Rund 3800 Beamten aus acht Bundesländern waren im Einsatz.
Wegen der Ausschreitungen beendete die Polizei den Aufmarsch der etwa 230 NPD-Anhänger vorzeitig. Ursprünglich sollte ihre Route sieben Kilometer lang sein, doch bereits nach wenigen hundert Metern leiteten starke Polizeikräfte sie zum Bahnhof zurück.
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