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Ahmadinedschads HasstiradeBerlin bestellt Botschafter ein

09.12.2005, 08:11 Uhr

Als Reaktion auf die neuerlichen Angriffe auf Israel durch den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat das Auswärtige Amt in Berlin den iranischen Botschafter einbestellt.

Als Reaktion auf die neuerlichen israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad hat das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt. Sprecher Martin Jäger teilte in Berlin mit, die Äußerung, wonach Israel nach Europa verlegt werden solle, sei "in keiner Weise hinnehmbar".

Bei der Einbestellung wird dem Iran den Angaben zufolge einerseits die Missbilligung der Bundesrepublik für diese Äußerung mitgeteilt. Andererseits sei die Einbestellung selbst im Umgang zwischen Staaten, die diplomatische Beziehungen unterhielten, ein ernster Vorgang. Er mache deutlich, dass gravierende Dinge zu erörtern seien, erklärte Jäger.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sprach von einer "schlimmen Äußerung". Er verwies auf eine Stellungnahme von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Äußerung am Vorabend im Beisein des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac in Berlin als "vollkommen inakzeptabel" zurückgewiesen hatte. Gerade für eine deutsche Bundeskanzlerin und angesichts der historischen Verantwortung Deutschlands für den Holocaust sei eine solche Äußerung "auf das schärfste zurückzuweisen". Eine Gefährdung des Existenzrechts Israels dürfe es unter keinen Umständen geben. Chirac erklärte, die Äußerungen Ahmadinedschads hätten Entsetzen und Empörung in der gesamten EU ausgelöst.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, verwies darauf, dass Ahmadinedschad erst vor Kurzem die Auslöschung Israels gefordert habe. Er sagte im ZDF, dessen Äußerungen seien "das Schlimmste, was ich in dieser Hinsicht von einem Staatsmann gehört habe seit Adolf Hitler". Er habe mit Merkel telefoniert und klar gemacht, dass die Zeit der verbalen Empörung vorbei sei und dass jetzt Taten folgen sollten. Über Konsequenzen für die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen müsse nachgedacht werden.

Die Weltunion für progressives Judentum forderte den Ausschluss Irans aus den Vereinten Nationen. Das Entwicklungsministerium erklärte zu Forderungen, die Entwicklungshilfe für Iran einzustellen, eine solche Hilfe gebe es nicht. "Als einziges Projekt fördern wir nur den Wiederaufbau einer Mädchenschule in der Stadt Bam, die im Dezember 2003 von einem heftigen Erdbeben stark zerstört wurde", teilte Staatssekretär Erich Stather mit.