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"Kreuzzug gegen den Islam"Bin Laden meldet sich

23.04.2006, 15:11 Uhr

El Dschasira hat eine Tonbandbotschaft ausgestrahlt, die von Bin Laden stammen soll. Darin wirft der Terroristenchef der westlichen Welt vor, einen "Kreuzzug gegen den Islam" zu führen.

Erstmals seit mehr drei Monaten ist wieder ein Tonband mit einer angeblich von Terroristenchef Osama bin Laden stammenden Botschaft aufgetaucht. Auf dem Band, das am Sonntag vom arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira ausgestrahlt wurde, wirft ein männlicher Sprecher dem Westen einen "Kreuzzug gegen den Islam" vor. Der Boykott der radikal-islamischen Hamas-Regierung in den Palästinensergebieten durch den Westen "zeigt, dass dies ein Krieg der Kreuzfahrer und Zionisten ist". Als weitere Beispiele für die Behauptung werden die Konflikte im Irak, dem Sudan, in Pakistan und Tschetschenien genannt.

Die Bezugnahme auf die palästinensische Hamas-Regierung ist ein Hinweis darauf, dass die neue angebliche Bin-Laden-Botschaft jüngeren Datums sein muss. Der US-Geheimdienst arbeitet nach Angaben des US-Senders CNN an der Klärung der Authentizität des Bandes. Zunächst lagen keine Ergebnisse vor. Nach Analystenangaben klingt die Stimme wie die Bin Ladens. Auch die Wortwahl entspreche der des El-Kaida-Führers.

Über das Schicksal Osama bin Ladens gibt es nur Spekulationen. Zuletzt war am 19. Januar eine angeblich von Osama bin Laden stammenden Tonbandbotschaft aufgetaucht. Darin waren den USA Anschläge angedroht worden. Eine Videobotschaft des Führers der Terrororganisation El Kaida war zuletzt am 10. September 2003 bekannt geworden. Das Band zeigte ihn zusammen mit seinem Vize Eiman el Sawahiri in einer kargen Berglandschaft, wie sie in Afghanistan oder Pakistan zu finden ist. Es ist wiederholt spekuliert worden, dass Bin Laden möglicherweise schwer erkrankt sein könnte, da er seit Jahren sein Gesicht nicht mehr gezeigt hat.

Der demokratische US-Senator und frühere Präsidentschaftskandidat John Kerry forderte angesichts der neuen Tonbandbotschaft den Rücktritt von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Eine nicht ausreichende Zahl von US-Soldaten sei dafür verantwortlich, dass Bin Laden (im Dezember 2001) aus seinem Versteck in Tora Bora in Afghanistan entkommen konnte, sagte er am Sonntag in einer Talkshow des US-Fernsehsenders ABC. Dies sei eine der größten Katastrophen im Krieg gegen den Terror.