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Rätselraten nach WaffenfundBlix will klare Beweise

17.01.2003, 09:11 Uhr

Die UN-Waffeninspektoren sind nicht sicher, ob der Irak tatsächlich alle Massenvernichtungswaffen zerstört hat. Chef-Inspekteur Blix sprach angesichts des Waffenfundes von einer "sehr gespannten Situation". Saddam Hussein schwor seine Landsleute unterdessen auf einen neuen Krieg gegen die USA ein.

Die UN-Waffeninspektoren sind nicht sicher, ob der Irak tatsächlich alle Massenvernichtungswaffen zerstört hat. Das sagte UN-Chefwaffeninspekteur Hans Blix am Freitag in Paris. Von der Bagdader Führung verlangte Blix angesichts einer "sehr gespannten Situation" klare Beweise und eine deutlich verstärkte Zusammenarbeit bei den Waffenkontrollen.

"Wir haben noch keine Beweise, dass im Irak chemische oder biologische Waffen vollständig zerstört wurden", sagte Blix. Zu den in Bagdad gefundenen leeren Chemiewaffen-Sprengköpfen forderte Blix vom Irak "ausführlichere Erklärungen".

Schlappe vor UN-Sicherheitsrat

Die USA waren gestern Abend im Weltsicherheitsrat mit der Forderung nach einer zeitlichen Begrenzung für die Waffeninspektionen im Irak auf Ablehnung gestoßen. Großbritanniens UN-Botschafter Sir Jeremy Greenstock sagte, die Führung der Kontrollen liege weiterhin bei Chefinspektor Hans Blix. Ähnlich äußerte sich der russische Vizeaußenminister Juri Saltanow. Es sei sehr wichtig, den 27. Januar nicht als Frist anzusehen, nach der eine Beilegung der Irak-Krise ausgeschlossen sei. An dem Tag müssen die Inspektoren dem UN-Sicherheitsrat einen Bericht vorlegen. Die USA hatten zuvor auf ein baldiges Ende der Untersuchungen gedrängt. Sie befürchten, dass der "Zeitplan für eine militärische Konfrontation durcheinander geraten" könnte.

Irak ist bereit zum Krieg

Der irakische Präsident Saddam Hussein hat sein Volk auf einen neuen Krieg gegen die USA eingeschworen. Das Land befinde sich in voller Kriegsbereitschaft und werde die Truppen der Feinde an den Toren der Hauptstadt Bagdad schlagen, sagte Saddam in einer Rede zum 12. Jahrestag des Golfkrieges.

1991 hatten die USA gemeinsam mit internationalen Verbündeten die Truppen Iraks aus dessen Nachbarland Kuwait zurückgeschlagen. Seither fordern die UN die Abrüstung des ölreichen Landes, das Massenvernichtungswaffen besitzen soll.

Werben für Umsturzpläne

Saudi-Arabien wirbt derzeit für Pläne zu einem Sturz Saddams, um einen Krieg zu vermeiden. Unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtet das Magazin "Time", Saddam sollte durch seine Generäle gestürzt werden. Für einen solchen Plan strebe das Königreich eine Zustimmung des UN-Sicherheitsrates an. Außer für die 100 bis 120 engsten Mitarbeiter Saddams sollte nach den Plänen eine Amnestie gelten. Ein solche Zusicherung könnte genügend Generäle gegen Saddam aufbringen, berichtete das Magazin unter Berufung auf die Kreise weiter. Bei den UN in New York hieß es in diplomatischen Kreisen, es gebe keine Anzeichen, dass im Sicherheitsrat ein derartiger Umsturzplan diskutiert würde.