Donnerstag, 21. September 2006
Auf nach Pakistan?: Bush sucht Bin Laden
Die USA würden nach den Worten von Präsident George W. Bush nach Pakistan eindringen, wenn sie eine konkrete Chance sähen, El Kaida-Chef Osama bin Laden dort zu fassen. Wenn es solide geheimdienstliche Hinweise auf den Aufenthaltsort des Terroristenführers in Pakistan gäbe, würden die USA das "absolut" tun, antwortete Bush in einem Interview des Senders CNN auf eine entsprechende Frage. Er ergänzte: "Wir würden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihnen den Prozess zu machen."
Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf, der in den nächsten Tagen gleich zwei Mal mit Bush in Washington zusammentreffen wird, reagierte auf einer Pressekonferenz am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit Unwillen auf die Bemerkung. Pakistan würde ein solches US-Vorgehen nicht erlauben und kümmere sich selbst darum, sagte er. Ein Einmischen in den Kampf seines Landes gegen Terroristen ist ein heikles Thema. Pakistan hat wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, nicht genug gegen Terroristen vorzugehen.
Erst kurz zuvor hatte der afghanische Präsident Hamid Karsai in New York vor der UN-Vollversammlung das Nachbarland Pakistan indirekt für dessen Anti-Terror-Kampf kritisiert. Die ausländischen Truppen könnten der Angriffe militanter Taliban-Rebellen mit militärischen Mitteln nur dann Herr werden, wenn "terroristische Schutzgebiete" außerhalb Afghanistans zerstört würden, sagte Karsai - ein klarer Vorwurf in Richtung Pakistan.
Musharraf wies die Anschuldigungen Afghanistans verärgert zurück und warf dem Nachbarland seinerseits vor, nicht genügend gegen Terroristen zu unternehmen. Kabul verstehe offenbar nicht so ganz, was in der Region vor sich gehe, sagte Musharraf. "Ich mache schon viel in Pakistan. Sie müssen in Afghanistan mehr tun", sagte er. Das Problem liege in Afghanistan und dies habe in den vergangenen 27 Jahren Probleme in Pakistan verursacht, sagte er.
Osama bin Laden, der in den fünf Jahren seit den Anschlägen vom 11. September den USA nicht ins Netz gegangen ist, soll sich im bergigen und kaum zugänglichen Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt halten.
Nato-Truppen kämpfen derzeit vor allem im Süden Afghanistans gegen die schlimmste Welle der Gewalt seit dem Ende der Herrschaft der radikal-islamischen Taliban 2001. Damals hatten US-geführte Truppen die Taliban von der Macht vertrieben. Im Rahmen einer Nato-Friedenstruppe ist auch die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Die deutschen Soldaten sind vorwiegend im ruhigeren Norden des Landes stationiert.
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