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"Wanted, dead or alive"Bush und Blair sehen Fehler

26.05.2006, 05:58 Uhr

US-Präsident Bush und der britische Premierminister Blair haben Missstände in der Irak-Politik eingeräumt. Bush nannte in erster Linie die symbolträchtigen Bilder aus Abu Ghraib.

US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair haben Missstände und Fehleinschätzungen in ihrer Irak-Politik eingeräumt.

Den Skandal um die Misshandlung von Insassen im Gefängnis Abu Ghraib bezeichnete Bush als "den größten Fehler, der bisher passiert ist". Die USA würden noch lange dafür bezahlen müssen. Bush sagte weiter, er habe sich in der Vergangenheit bei Äußerungen im Zusammenhang mit dem Irak wiederholt im Ton vergriffen. Er bezog sich unter anderem auf Aussagen über das Vorgehen gegen Aufständische. "Ich habe meine Lektion darüber gelernt, wie ich mich etwas vornehmer ausdrücke", sagte Bush nach einem Treffen mit Blair. "'Wanted, dead or alive' - diese Art Äußerungen - ich denke, in bestimmten Teilen der Welt wurde dies falsch verstanden."

Blair sagte, die Anstrengungen, Gefolgsleute des irakischen Präsidenten Saddam Hussein aus der irakischen Armee zu entfernen, seien nicht ausreichend gewesen. Es sei leicht, über die Fehler zu sprechen, die gemacht worden seien, ergänzte der Premierminister. "Aber der Hauptgrund, warum der Irak so schwierig ist, ist die Entschlossenheit unserer Gegner, uns zu bezwingen."

Kein Termin für Truppenabzug

Die beiden Politiker nannten keinen Zeitplan für einen Abzug ihrer Truppen aus dem Golfstaat. "Zuallererst werden wir mit unseren Partnern im Irak, der neuen Regierung, zusammenarbeiten, um den besten Weg zum Ziel zu ermitteln, dass der Irak sich selbst regieren und verteidigen kann", sagte Bush.

Iraks neuer Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat am Mittwoch erklärt, dass die irakische Polizei und Armee bis Dezember selbst für Sicherheit sorgen könnten. Allerdings seien weitere Rekruten, mehr Training und mehr Ausrüstung notwendig. Die USA und Großbritannien haben zur Bedingung für den Abzug ihrer zusammen 140.000 Soldaten gemacht, dass der Irak selbst Ruhe im Land sorgen kann. Experten bezweifeln allerdings, ob die noch unerfahrenen irakischen Sicherheitskräfte in den Konflikten zwischen verschiedenen politischen und religiösen Gruppen des Landes, das sich am Rande eines Bürgerkriegs bewegt, die Oberhand behalten können.

Bush und Blair stehen wegen ihrer Irak-Politik innenpolitisch stark unter Druck. Die Zustimmung in der Bevölkerung zur Amtsführung der beiden Politiker ist zuletzt erheblich gesunken. Blair wird in Großbritannien vor allem der Vorwurf gemacht, sich beim Thema Irak als "Erfüllungsgehilfe" Bushs präsentiert zu haben.