Dax5.663-0,7%TDax762+0,2%Dow10.318-0,1%NAS1.764-0,5%N2259.498-0,5%Öl77,76+0,4%
DB-Dax5.676-0,5%ESX2.833-1,0%S&P1.091-0,3%NasF1.764EUR1,4862-0,4%Gold1.151,20+0,7%
Politik

Sonntag, 07. Mai 2006

Nein zum Irak-Krieg

Bush versteht die Deutschen

US-Präsident George W. Bush hat in einem Zeitungsinterview Verständnis für die Weigerung Deutschlands gezeigt, den Irak-Krieg zu unterstützen.

In einem Interview der "Bild am Sonntag" sagte Bush auf die Frage, ob die USA sich von den Deutschen im Krieg gegen Saddam Hussein im Stich gelassen fühlten: "Ich habe langsam erkannt, dass es in der Natur der deutschen Bevölkerung ist, dass sie Krieg verabscheuen." Die Deutschen würden einfach keinen Krieg mögen, egal, wo sie sich auf dem politischen Spektrum befänden. "Und das kann ich auch verstehen", sagte der Präsident. Es gebe eine Generation von Menschen, deren Leben wegen eines schrecklichen Krieges völlig aus den Fugen geraten sei.

Mit Blick auf den Irak-Krieg sagte er der Zeitung, er habe seine Entscheidung damals in dem vollen Bewusstsein getroffen, dass man Bedrohungen begegnen müsse, bevor sie Realität würden. Er zeigte sich dankbar für die Unterstützung der Bundesregierung bei der Hilfe beim Wiederaufbau sowie für den vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder erwirkten Schuldenerlass. "Alle diese Gesten sind bedeutend", sagte Bush. Er zeigte sich überzeugt, dass der Krieg sich noch als Erfolg herausstellen wird. "Oh ja, das wird absolut ein Erfolg", sagte er. 12 Millionen Menschen, die unter einem brutalen Tyrannen gelebt hätten, gingen nun wählen, ergänzte er.

Krieg bleibt Option

In der Iran-Politik bekräftige Bush gegenüber dem Blatt, dass für ihn auch weiterhin ein militärisches Eingreifen gegen die Islamische Republik eine Option bleibe, zeigte sich aber zuversichtlich, den Atom-Konflikt diplomatisch lösen zu können. "Aber alle Optionen müssen auf dem Tisch liegen", sagte er. An die Staatengemeinschaft appellierte er, die Drohungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad gegenüber Israel "sehr ernst zu nehmen".

"Partner in Leadership"

Im Kampf gegen den Terror sieht Bush Deutschland in einer führenden Rolle: "Deutschland spielt im Krieg gegen den Terror eine entscheidende Rolle. Deutschland befindet sich im Herzen Europas. Wir pflegen mit Deutschland ganz gleich, ob unter dieser oder der vorigen Regierung, eine enge Zusammenarbeit und einen intensiven Austausch zwischen unseren Nachrichtendiensten und unserer Polizei."

Bush fügte hinzu: "Wichtig ist der Wille Deutschlands. Wenn sich die Bundeskanzlerin hinstellt und sagt, dass der Krieg gegen den Terror gewonnen werden muss oder wichtig für die Sicherheit unserer Völker ist, dann hören die Menschen auf der ganzen Welt zu." Ausdrücklich übernahm Bush den von seinem Vater für die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland geprägten Begriff "Partner in Leadership".

Auf die Frage, ob diese Bezeichnung noch heute zutreffe, sagte er: "Absolut, absolut! Das sehen wir doch in der Iran-Frage." Bundeskanzlerin Angela Merkel sei bisher stark gewesen. "Es ist sehr wichtig, dass die Iraner wissen, dass Deutschland mit anderen zusammenarbeitet, um eine klare Botschaft nach Teheran zu senden. Sie lautet: Das Streben nach einem Nuklearprogramm, nach Atomwaffen wird sie in der Welt isolieren."

Artikel versenden

Nein zum Irak-Krieg: Bush versteht die Deutschen

Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bookmarking

Nein zum Irak-Krieg: Bush versteht die Deutschen

Lesezeichen im Browser setzen

Social Bookmarking bei