Samstag, 01. Februar 2003
Parteienpoker um Präsidentenamt: CDU will Rau ablösen
Die CDU hat sich vorgenommen, Bundespräsident Johannes Rau nach seiner ersten Amtszeit abzulösen. "Es ist unser Ziel, den nächsten Bundespräsidenten zu stellen", sagte CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer der "Berliner Zeitung".
Siege bei den Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am Sonntag würden die Union diesem Ziel einen Schritt näher bringen, erklärte Meyer. Fiele das SPD-regierte Niedersachsen an die CDU, kämen CDU und CSU in der Bundesversammlung, die den Präsidenten bestimmt, auf einen deutlichen Vorsprung. Der Rspekt vor dem Amtsinhaber Rau verbiete es jedoch Namen von potenziellen Kandidaten zu nennen, sagte Meyer.
CDU-Vorstandsmitglied Katherina Reiche kündigte gegenüber dem Blatt an, zur Mitte des Jahres solle ein von der Union unterstützer Bewerber oder eine Bewerberin präsentiert werden. "Mein Herz schlägt für eine Frau", sagte Reiche. Forderungen, beim nächsten Mal solle eine Frau in das höchste Staatsamt einrücken, gibt es auch bei den anderen Parteien.
Raus erste Amtszeit endet im kommenden Jahr. In jüngster Zeit hat es wiederholt Spekulationen darüber gegeben, Rau, der, bevor er Bundespräsident wurde, lange für die SPD Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen war, könne ein zweites mal kandidieren.
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