Dienstag, 02. Mai 2006
Heroin auf Rezept: Drogenbeauftragte dafür
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), will die Vergabe von Heroin auf Rezept für Schwerstabhängige noch dieses Jahr gesetzlich verankern. "Ich gehe davon aus, dass wir bis zur Sommerpause einen entsprechenden Gesetzentwurf diskutieren können", sagte Bätzing der Zeitung "Die Welt". Bis Ende des Jahres könne das Gesetz verabschiedet werden. In der Union gibt es jedoch Bedenken.
Ein Modellprojekt in sieben deutschen Städten zeige, dass die kontrollierte Heroin-Abgabe für Langzeitabhängige deutlich bessere Ergebnisse bringe als der Einsatz von Methadon, sagte Bätzing. "Für einen Teil der Drogenabhängigen ist eine Heroin-Therapie letzte Rettung und Hilfe zum Überleben." Dies würden auch die Kollegen der Union einsehen.
Die Drogenbeauftragte stellt an diesem Mittwoch den Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vor. Die Zahl der Drogentoten sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen, sagte Bätzing. Im Bericht 2005 war die Zahl auf den niedrigsten Stand seit 1989 gesunken.
Sorge bereite ihr der steigende Konsum von Cannabis, sagte die Drogenbeauftragte. Sie kündigte auch an, Nichtraucher besser zu schützen. Wenn Hotels und Gaststätten nicht die vereinbarten Nichtraucherzonen einrichteten, behalte sie sich eine gesetzliche Regelung vor.
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