Montag, 10. Juli 2006
Kampf gegen Schleuserbanden: EU will mit Afrika kooperieren
Zur Eindämmung der Flüchtlingsströme nach Europa hat die EU zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit Afrika aufgerufen. Beim Kampf gegen Schleuserbanden, bei der Überwachung der Grenzen oder der Rückführung illegaler Zuwanderer müsse die Kooperation intensiviert werden, forderte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero- Waldner bei der Eröffnung einer euro-afrikanischen Ministerkonferenz über Migration und Entwicklung in Rabat. Bei dem zweitägigen Treffen in der marokkanischen Hauptstadt sitzen erstmals Vertreter der EU und der wichtigsten Herkunfts- und Transitländer an einem Tisch. Fast 60 Staaten Europas und Afrikas sowie 15 internationale Organisationen sind auf der Konferenz vertreten.
In der Debatte um die Flüchtlingsproblematik dürften die Ursachen nicht aus dem Auge verloren werden, betonten Redner in Rabat. Dazu zählten Armut, Unterentwicklung und die unsichere Lage in vielen Herkunftsländern. Dies treibe die Menschen dazu, für eine bessere Zukunft in Europa ihr Leben aufs Spiel zu setzen. So sind nach Schätzungen des mauretanischen Roten Halbmonds seit Ende 2005 mehr als 1300 Afrikaner bei dem Versuch ertrunken, an Bord von kleinen Holzbooten die Kanarischen Inseln zu erreichen. Entwicklungshilfe und Menschenrechtsfragen stehen daher auch auf der Tagesordnung der Konferenz.
"Wir wollen einerseits mittels einer Entwicklungspartnerschaft die Migrationsursachen bekämpfen. Andererseits wollen wir die Migration so zu steuern versuchen, dass sie für uns alle möglichst vorteilhaft verläuft und gleichzeitig negative Auswirkungen minimiert werden", sagte der deutsche Staatsminister für Europa, Günter Gloser.
Zu der Konferenz hatten Spanien und Marokko nach dem Massenansturm tausender Armutsflüchtlinge auf die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla im vergangenen Herbst aufgerufen. 14 Immigranten kamen damals ums Leben. Algerien als eines der Haupttransitländer blieb dem Treffen allerdings fern. Das Land beharrt darauf, das Thema müsse auf den üblichen Gipfeln zwischen der EU und der Afrikanischen Union behandelt werden.
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