Sonntag, 29. Oktober 2006
Allen Gerüchten zum Trotz: Fidel Castro lebt
Das kubanische Fernsehen hat am Samstag erstmals seit sechs Wochen Bilder von Präsident Fidel Castro gezeigt, der damit Gerüchten über seinen Tod entgegentrat.
In den Filmaufnahmen ist zu sehen, wie der 80-Jährige Altkommunist die Parteizeitung vom Samstag liest, telefoniert und vorsichtig auf und ab geht. Castro ging in den Film auch direkt auf die Gerüchte über seinen Tod ein und sagte, die Aufnahmen straften seine Feinde Lügen: "Sie müssen mich wohl oder übel wieder zum Leben erwecken", fügte er scherzhaft hinzu. In US-Medien waren in diesem Monat Berichte aufgekommen, Castro leide an Krebs im Endstadium. In Kreisen von Exilkubanern in den USA hatte es geheißen, Castro sei bereits tot. Offizielle Stellen auf Kuba haben mehrfach dementiert, Castro leide an Magenkrebs. Allerdings wird seine Krankheit in dem kommunistischen Staat wie ein Staatsgeheimnis gehütet.
Castro zeigte sich in den Fernsehaufnahmen in einem Trainingsanzug und sprach mit fester Stimme. Der früher für seine robuste Natur bekannte Politiker wirkte jedoch hager und abgemagert. Er betonte, dass er sich wieder an den Regierungsgeschäften beteilige, regelmäßig die Nachrichtenlage verfolge und auch telefoniere. Zum Schluss des kurzen Films wiederholte Castro seinen auf Kuba allseits bekannten sozialistischen Kampfruf: "Vaterland oder Tod, auf zum Sieg!"
Ein Moderator des kubanischen Staatsfernsehens sagte, die Aufnahmen seien am Samstagnachmittag gemacht worden. Der kommunistische Staatschef hatte sich Ende Juli einer Operation unterzogen. Die Amtsgeschäfte hat daraufhin vorübergehend Raul Castro, der 75-jährige Bruder des Staatschefs, übernommen.
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