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Gewalt gegen AusländerGedenken an Solingen

29.05.2003, 11:54 Uhr

Zum 10. Jahrestag des Brandanschlags von Solingen mit 5 Toten hat Bundespräsident Johannes Rau zu Freundschaft und friedlichem Miteinander aufgerufen.

Zum 10. Jahrestag des Brandanschlags von Solingen mit 5 Toten hat Bundespräsident Johannes Rau zu Freundschaft und friedlichem Miteinander aufgerufen. An der Stelle, an der am 29. Mai 1993 in dem von der türkischen Familie Genc bewohnten Haus 5 Kinder und junge Frauen in den Flammen starben, sagte Rau bei einer Gedenkveranstaltung vor etwa 2000 Menschen, die Lehre von Solingen sei, dass Hass töte, Liebe aber Leben mache.

Vier junge Männer hatten vor zehn Jahren das Haus in Solingen angezündet. Die Täter waren später rechtskräftig wegen Mordes verurteilt worden. Bis auf einen sind inzwischen alle aus dem Gefängnis entlassen. Die Tat gilt als eines der schwersten ausländerfeindlichen Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik.

Rau sagte, es gebe eine Kette, die über Fremdheit, Angst und Hass zu Gewalt führe. "Diese Kette müssen wir durchbrechen." Gewalt dürfe auf der Welt nicht das letzte Wort haben. Neben Rau nahmen an der Veranstaltung der türkische Staatsminister Mehmet Aydin, der türkische Botschafter in Deutschland, Osman Korutürk, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück, Vertreter der Stadt Solingen sowie zahlreiche Mitglieder von türkischen Gemeinden aus ganz Deutschland teil.

Das Haus war bald nach dem Feuer abgebrochen worden. An seiner Stelle wurden fünf Kastanien im Gedenken an die Opfer gepflanzt. Am 10. Jahrestag wurden dort zahlreiche Kränze niedergelegt. Am Mittag war ein Zug mit etwa 800 Demonstranten in Erinnerung an die Opfer an der Stelle vorbeigezogen.