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Iraker beschuldigt Briten"Gelächter begleitete Schläge"

08.05.2004, 09:24 Uhr

Die Foltervorwürfe auch gegen britische Soldaten im Irak häufen sich. Nun erklärte ein irakischer Ingenieur, er sei in seiner Gefangenschaft brutal misshandelt worden.

Im Zusammenhang mit den Misshandlungen von Gefangenen im Irak sind erneut auch britische Soldaten belastet worden. Eine entsprechende Zeugenaussage eines Irakers wurde von der britischen Zeitung "Independent" veröffentlicht.

Darin erklärt der Ingenieur Kifah Talah, Soldaten hätten ihn im September 2003 drei Tage lang geschlagen. Daraufhin habe er an Nierenversagen gelitten. "Die Soldaten haben uns umzingelt und darin gewetteifert, wer von ihnen uns am weitesten treten konnte", zitierte der "Independent". "Die Idee war, uns an die Wand krachen zu lassen. Die Soldaten schienen sich köstlich zu amüsieren, denn die Schläge waren von lautem Gelächter begleitet."

Fälle vor Gericht

Einer der Männer, der mit ihm gefangen genommen worden sei, der Empfangschef eines Hotels, sei an seinen Verletzungen gestorben, berichtete Talah. Der Vater des Toten erklärte, sein Sohn sei zu Tode gefoltert worden.

Beide Fälle sollen in der kommenden Woche dem High Court, dem obersten Zivilgericht, vorgelegt werden. Dort ist gegen Großbritannien eine Entschädigungsklage irakischer Familien anhängig, deren Angehörige unrechtmäßig von britischen Soldaten getötet worden sein sollen.

Neues Foto veröffentlicht

Der "Daily Mirror" veröffentlichte unterdessen ein Foto, das einen britischen Soldaten zeigte, wie er einen Iraker mit blutendem Mund in einem Militärfahrzeug fotografierte. Das abgedruckte Foto habe ein anderer Soldat im vergangenen Jahr gemacht, der gesehen habe, wie der Iraker in Basra geschlagen worden sei. Dieser zweite Soldat habe es nicht gewagt, seine Beobachtung der Militärpolizei zu melden, berichtete das Blatt.

Ein Soldat wird mit den Worten zitiert: "Es gibt keine Regeln dort. Ich sah, wie der Mann in das Fahrzeug gezerrt und geschlagen und gestoßen wurde. Es dauerte etwa eine Minute."

Der "Daily Mirror" hatte zuvor bereits Fotos von angeblichen Misshandlungen irakischer Gefangener durch britische Soldaten abgedruckt, deren Echtheit jedoch weiterhin umstritten ist.