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Hunderte ToteKämpfe in Afghanistan

24.05.2006, 15:57 Uhr

In Afghanistan setzt sich die heftigste Gewaltwelle seit der Entmachtung der Taliban fort. Eine Serie von Kämpfen, Anschlägen und Bombardements hat damit allein in den vergangenen sieben Tagen rund 300 Menschen das Leben gekostet.

In Afghanistan setzt sich die heftigste Gewaltwelle seit der Entmachtung der Taliban fort. Bei jüngsten Kämpfen zwischen den Truppen und Aufständischen wurden nach US-Angaben vom Mittwoch zufolge mindestens 24 Taliban-Kämpfer und fünf afghanische Sicherheitskräfte getötet. Die Serie von Kämpfen, Anschlägen und Bombardements hat damit allein in den vergangenen sieben Tagen rund 300 Menschen das Leben gekostet. In einigen Teilen des vom Krieg gezeichneten Landes haben die Anhänger der radikal-islamischen Gruppe nach Einschätzung der USA deutlich an Stärke gewonnen.

Wie das US-Militär am Mittwoch mitteilte, lieferten sich internationale Truppen und Kämpfer der Taliban am Dienstagabend sechs Stunden lang Gefechte. Neben den zwei Dutzend Taliban seien dabei auch ein afghanischer Polizist und vier Soldaten getötet worden. Die Auseinandersetzung habe begonnen, als eine gemeinsame Patrouille der afghanischen und internationalen Truppen aus einem Gebäude von Aufständischen beschossen worden sei.

Die Nachrichtenagentur Afghanische Islamische Presse hatte zuvor unter Berufung auf einen General am Mittwoch gemeldet, die jüngsten Auseinandersetzungen hätten am Dienstagabend in der südlichen Provinz Urusgan stattgefunden. Es seien rund 60 Leichen von Aufständischen gefunden worden. Der General war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul sagte, er habe von Kämpfen in der Region gehört, bei denen nach seinem Kenntnisstand aber zehn Taliban getötet wurden.

Taliban gewinnen an Kraft

Über das Land rollt derzeit eine Welle der Gewalt hinweg. Mehr als vier Jahre nachdem sie von den ausländischen Truppen gestürzt wurden, treten die Taliban im Land wieder organisierter auf. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Taliban in den südlichen Regionen wie Kandahar, Helmand und Südurusgan an Kraft und Einfluss gewonnen haben", sagte ein US-Militärsprecher. Zwar konnten die gegen die neue von den USA unterstützte Regierung kämpfenden Extremisten bisher keine Gebiete dauerhaft unter ihre Kontrolle bringen. Die sich verschlechternde Sicherheitslage hat jedoch Hilfs- und Wiederaufbauarbeiten in weiten Teilen des Landes behindert.

Die meisten der bei der jüngsten Gewaltserie Getöteten waren Extremisten, es sind jedoch auch ausländische Soldaten darunter. Auch Deutschland hat in Afghanistan Truppen stationiert. Die rund 2.700 Soldaten hatten zuletzt die Verantwortung für den Norden des Landes. Die Stärke der in Afghanistan stationierten Nato-Truppen soll in Kürze auf insgesamt 16.000 Soldaten steigen. Die USA verfügen derzeit über 23.000 Soldaten in dem Land.